Digitale Arbeitswelt – Herausforderungen für unsere Jugendlichen

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft geht in grossen Schritten voran. Nicht nur bei den automatisierten Autos, sondern auch im Arbeitsalltag. Etablierte Berufsgattungen sind nicht mehr gefragt, Ausbildungsgänge verschwinden und machen neuen Platz. In der Reihe «Jugend und Arbeit» befasst sich diese Tagung damit, welche Veränderungen die Digitalisierung für Jugendliche und junge Erwachsene beim Einstieg in die Berufswelt mit sich bringt. Was für neue Anforderungen kommen auf sie zu? Und was bedeutet das für jene, die Jugendliche beraten und unterstützen?

Ein Forscher der digitalen Gesellschaft und Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Wirtschaftsbranchen stellen ihre Prognosen und Strategien zur Diskussion. Ein Soziologe denkt über die Zukunft professioneller Jugend- und Sozialarbeit nach. Ein Ethiker schätzt die Folgen für das Individuum ab. Die Tagung richtet sich an Jugend- und Sozialarbeitende, Berufsbildende und Lehrlingsausbildende. Sie dient der Orientierung in einer sich rasant verändernden Arbeitswelt und macht mit deren Auswirkungen vertraut.

Das Programm finden Sie im Flyer unter «Weitere Informationen».

Konfliktklärung (AUSGEBUCHT)

Konflikte sind normal und menschlich. In jeder Beziehung gibt es Konflikte und in der Auseinandersetzung entstehen oft kreative Ideen und Potential für neue Lösungen.

Zu einem Problem werden Konflikte, wenn jemand darunter leidet und das Zusammensein und der Alltag belastet werden. Menschen, die zusammen arbeiten, können durch ungelöste Konflikte massiv beeinträchtigt werden. Betroffene fühlen sich überfordert und sehen sich oft nicht in der Lage, die verworrene Situation zu klären.

Der Kurs bietet Ihnen eine Einführung in die Kommunikations- und Konfliktpsychologie. Geübt wird vorwiegend anhand eigener Fallbeispiele.

Sterbefasten – Tagung (ausgebucht)

Nicht mehr zu essen und zu trinken kann ein Entscheid sein, um das Sterben zu beschleunigen und selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden. Dies kann Betreuende und Angehörige in schwierige Situationen führen. Sie wollen den Menschen auf seinem Weg unterstützen, können aber in der Umsetzung an eigene oder ethische Grenzen stossen. Was ist rechtlich erlaubt, woher kommen Sterbewünsche, wie oft findet Sterbefasten in der Schweiz statt und wie sieht eine gute Begleitung der involvierten Personen aus?

Eine Fortbildungsveranstaltung für Fachpersonen aus Pflege, Medizin und Seelsorge mit Vorträgen und themenspezifischen Workshops.

Als Kernfortbildung der SGAIM mit 2.0 AIM Credits anerkannt.

In Kooperation mit palliative zh+sh und der Spital- und Klinikseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich

Sterbefasten – Podium (ausgebucht)

Freiwillig auf Essen und Trinken zu verzichten ist eine Möglichkeit, das Sterben zu beschleunigen. Das sogenannte Sterbefasten wird von manchen als ein natürlicher Weg gesehen, selbstbestimmt in den Tod zu gehen. Jedoch stellen solche Wünsche und ihre Realisierung oft eine grosse Herausforderung dar.

Wir sprechen mit Fachpersonen aus Pflege, Medizin und Seelsorge sowie betroffenen Angehörigen darüber, was die Bedürfnisse der Sterbenden sind und wie sie gut begleitet werden können. Dabei kommt auch zur Sprache, wo die Grenzen dessen liegen, was Begleitende in der Umsetzung von Sterbewünschen mittragen können.

In Kooperation mit palliative zh+sh, der Spital- und Klinikseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich und dem Friedhof Forum Zürich

RETOUR À LA NATURE

Natur wird von den Filmschaffenden in der Schweiz in unterschiedlichen Absichten ins Bild gebracht. Manchmal ist sie bloss Staffage, manchmal steht sie als Metapher für eine geeinte Gesellschaft, manchmal ist sie Fluchtort vor der Zivilisation. Und nicht zuletzt wird sie für Umweltfragen politisch instrumentalisiert.

Ausschnitte aus Spiel- und Dokumentarfilmen zeigen, wie sich das Landschaftsbild im Schweizer Film durch die Jahrzehnte verändert hat.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit aki, Katholische Hochschulgemeinde

KURS ZUR STERBEBEGLEITUNG

Die Begegnung mit schwer kranken und sterbenden Menschen braucht Respekt, Offenheit und Einfühlungsvermögen. Der Grundkurs zeigt, wie mit Menschen in der letzten Lebensphase behutsam umgegangen werden kann. Der Kurs bietet Gelegenheit, sich mit der eigenen Sterblichkeit, mit Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Die Bereitschaft, die eigene Lebenssituation als Ausgangspunkt zu nehmen und die Vielfalt möglicher Ausgangspunkte bei anderen Menschen zu akzeptieren, ist Voraussetzung für die Teilnahme.

Themen
Sterben, eine Zeit des Lebens:
Eigene Vorstellungen und Erfahrungen mit Leben, Sterben und Tod. Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben.

Begegnung und Wahrnehmung:
Prozess des Sterbens und der Trauer. Achtsamer Umgang mit Sterbenden.

Praxis der Sterbebegleitung:
Bedürfnisse der Sterbenden und Begleitenden. Kommunikation mit Sterbenden. Möglichkeiten und Grenzen in der Begleitung.

Spiritualität in der Begleitung:
Was ist Spiritualität? Auseinandersetzung mit der eigenen Spiritualität. Jenseitsvorstellungen und Umgang mit Endlichkeit.

Abschiednehmen und Trauern:
Loslassen und Abschied gestalten. Umgang mit Verlust und Trauer.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit CARITAS Zürich

«WO CHIEMTE MER HI?»

In den 1960 Jahren erobert – von Bern ausgehend – ein literarischer Trend die Schweiz: die «modern mundart». Die zentrale Figur dieser Bewegung ist der evangelische Pfarrer Kurt Marti (1921-2017). Mit seinen legendären rosa loui-Gedichten (1967) zeigte er: Im Dialekt schlummert ein ungehobenes poetisches Potential. Mundartdichtung muss sich nicht erschöpfen im «bluemete Trögli» der traditionellen Verslein mit ihrem engen thematischen Horizont. Nein, die moderne Mundart kannte die internationalen Avantgarden und stiess auf dieser Grundlage vor zu einer neuen Dichtung, die Sprachexperiment mit politischer Stellungnahme verband, im Fall Kurt Martis aber auch die religiöse Lyrik revolutionierte.

Brauchen wir noch Vorbilder?

Die «Geschichte einer Heiligen», eine Erzählung des Literaturnobelpreisträgers Gabriel José García Márquez, spielt in Rom in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts und berichtet von einem Vater, der versucht, seine früh verstorbene Tochter heiligsprechen zu lassen. Zu diesem Zweck irrt er in Rom mit dem Sarg der wunderbarerweise schwerelosen Leiche umher, um die richtige Instanz für die Heiligsprechung zu finden.

Was haben Mutter Teresa, Roger Federer und Elvis Presley gemeinsam? Was unterscheidet Heilige, die als Vorbilder des Glaubens gelten, von den Idolen der heutigen Zeit? Ersetzt der moderne Starkult die Heiligenverehrung früherer Zeiten? Kann es in einer Gesellschaft, die süchtig ist nach öffentlicher Anerkennung und in der jeder sich selbst als Videoclip auf YouTube darstellen kann, noch Vorbilder geben? Braucht es solche heute überhaupt noch?

Das Podiumsgespräch findet als Einführung zum Theaterstück «Geschichte einer Heiligen» statt, das im Anschluss aufgeführt wird.

In Kooperation mit dem Theater Rigiblick.

BRENNPUNKT «LEIHMUTTERSCHAFT»

Eine Frau, die ein Kind im Auftrag eines anderen Paares austrägt und ihnen das Kind nach der Geburt überlässt, nennt man «Leihmutter». In der Schweiz ist dies verboten, in den USA aber zum Beispiel erlaubt. Auch hierzulande leben Kinder, die von «Leihmüttern» geboren worden sind.

Wir diskutieren, ob das Schweizer Verbot noch zeitgemäss ist und welche Gründe für dessen Erhalt oder Abschaffung sprechen könnten. Dabei sind insbesondere ethische, rechtliche und psychologische Herausforderungen zu bedenken, die sich für die gebärende Frau, das Kind und die erziehenden Eltern stellen. Und auch, ob unsere Gesellschaft bereit ist für ein erweitertes Familienbild, in dem solche neuen Verwandtschaftsverhältnisse ihren Platz finden könnten.

LITERATUR AUS GALIZIEN UND DER UKRAINE

Im Vorfeld unserer Studienreise in die Ukraine (Mai 2018) präsentiert der Literaturkurs das vielsprachige, multiethnische und multireligiöse Galizien. Ende 19. Jahrhundert war die damals österreichisch-habsburgische Region um Lemberg ein Schmelztiegel von Ruthenen (Ukrainern), Polen, Juden, Deutschen, Armeniern, Ungarn, Rumänen und anderen Volksgruppen. Texte von Autoren wie Karl Emil Franzos (1848-1904), Joseph Roth (1894-1939) oder Bruno Schulz (1892-1942) öffnen den Blick in Kultur, Religion und Identität dieser untergegangenen Welt. Die Lektüre moderner zeitgenössischer Literatur aus der Ukraine führt in die Gegenwart des Landes und zu seinen heutigen Problemen.
Kursleiterin ist Dr. Isabelle Vonlanthen. Sie studierte Slawistik und Zeitgeschichte in Fribourg, St. Petersburg und Warschau und promovierte zu polnischer Zwischenkriegslyrik. Seit 2011 ist sie am Literaturhaus Zürich (Programmgestaltung) und als freie Lektorin tätig.