«Du wirst darüber hinwegkommmen.»

Wenn ein Mensch stirbt, setzt für die Zurückbleibenden meistens das ein, was wir Trauer nennen. Es sind Reaktionen auf einen Verlust. Sie fordern in erster Linie diejenigen heraus, die von ihnen betroffen sind. Aber auch die Personen im Umfeld, die mit Trauernden umgehen wollen oder müssen, sind gefordert und häufig verunsichert. Was brauchen Menschen, die einen nahestehenden Menschen verloren haben? Welche Gefühlsnormen lassen sich in unserer heutigen Gesellschaft im Umgang mit Trauer beobachten?

Mit zwei Gästen gehen wir der Frage nach, inwiefern Trauer heute gelebt und verarbeitet werden kann und welche Stolpersteine, aber auch nützliche Verhaltensweisen es im Umgang mit Trauernden gibt.

Stundenhalt «Zwang in der Medizin»

Eine Stunde, ein Sujet, ein Gast. In der Reihe «Stundenhalt» kommen die grossen Themen zum Zuge und werden in ihren philosophischen Aspekten beleuchtet. Diesmal geht es um Zwangsmassnahmen in der Medizin. Beispiele sind die Verabreichung von Medikamenten oder die Fixierung ans Bett gegen den Willen des Patienten. Warum kommt es dazu, ist das heute angesichts betonter Patientenrechte noch vertretbar, und was sind die Folgen solchen Vorgehens, auch ethisch gesehen?

Unser Gast hat sich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt, u.a. als Leiter einer SAMW-Kommission für medizin-ethische Richtlinien. Auch wenn Zwang nicht nur in der Psychiatrie stattfindet, ist der Diskurs hier aufgrund der Institutionengeschichte bereits weit gediehen.

Gast:
Prof. Dr. med. Dr. phil. Paul Hoff, Chefarzt und stv. Direktor Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich

Ukraine – am Rande Europas (AUSGEBUCHT!)

Die Ukraine ist der zweitgrößte Staat Europas, aber für viele ist sie «Grenzgebiet» geblieben, was der Name des Landes auf Deutsch bedeutet. Erst der Euromajdan 2013/14 und der anschliessende Krieg im äussersten Osten des Landes haben die Ukraine wieder in den Fokus gerückt. Heute ringen reformorientierte Kräfte und alte Machteliten um die zukünftige Ausrichtung des Landes.

Auf der Studienreise nach Odessa, Kiew und Lemberg wollen wir die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation des Landes näher erkunden. Zudem gilt es die religiöse Vielfalt des Landes zu entdecken, die von Christen unterschiedlicher Konfessionen,
Juden und Muslimen geprägt wurde.

Gesundheit und Krankheit

Was ist Gesundheit? Was ist Krankheit? Dies sind nicht nur Fragen der Medizin, sondern auch der Philosophie.

Zunächst werden wir die Bedeutung der Begriffe «Gesundheit» und «Krankheit» im Alltag und in der Philosophie ausleuchten. Anschliessend setzen wir uns mit ethischen Entscheidungssituationen in der Medizin auseinander. Die aktuelle Medizin schürt teilweise grosse Erwartungen, die zu diskutieren sind: von der Verlängerung des Lebens über die Selbstgestaltung bis zur Verbesserung des Menschen. Zum Schluss steht zur Überlegung, welchen Beitrag die Philosophie zu einem guten bzw. gesunden Leben leisten kann.

Das Ziel der vier Kursabende ist es, philosophische Textausschnitte zum Thema «Gesundheit und Krankheit» gemeinsam zu diskutieren und besser zu verstehen, was diese Kategorien für unser Leben bedeuten.

Bottas Bäderstadt Baden

Vor ziemlich genau 2000 Jahren entdeckten römische Soldaten warme Quellen am Limmatknie bei Baden. Es entstand die römische Siedlung Aquae Helveticae. Im Mittelalter und in der Belle Epoque erlebte Baden mit seinen rund 20 Thermalquellen und dem mineralstoffreichsten Heilwasser der Schweiz eine Hochblüte.

Mit dem rasanten Aufstieg der Firma Brown Boveri AG, gegründet 1891 in Baden, veränderte sich die äussere Wahrnehmung der Limmatstadt: Mit Baden wurden nicht mehr in erster Linie Erholung und Badevergnügen verbunden, sondern die Dynamik, aber auch der Lärm einer sich immer weiter vergrössernden Industriestadt. Das Bäderquartier dämmerte in den letzten Jahren vor sich hin und entwickelte höchstens noch einen morbiden Charme.

Mit der Umwandlung zur Engineering- und Industriedienstleistungsstadt bot sich eine neue Chance für den traditionsreichen Badeort. Dank eines Investitionsvolumens von CHF 150 Millionen soll sich mit dem Bau der neuen «Bäderstadt Baden» (die Therme hat Mario Botta entworfen) eine interessante urbane Transformation vollziehen: Industrie und Wellness sollen nicht kopierbare Standortvorteile Badens werden.

Programm gemäss Flyer

Du bist, was du liest!

Eine Büchersammlung verrät viel über ihren Besitzer: Was ihn beschäftigt. Woher er kommt. Wie er seine Welt ordnet. Wer er ist. Und wer er gerne wäre. Die Welt der Privatbibliotheken besitzt ihren ganz eigenen Reiz. Ihm wollen wir nachspüren, bevor auch noch das letzte Bücherregal durch einen Bildschirm ersetzt wird.

Besprochene Bücher und Texte:
– Peter Marshall, Die Reformation in Europa, Reclam 2014
– Widerstehet. Kriegszeit und Gotteswort. Predigt zu Röm 8.31-39, gehalten am 30. August 1942 an der Landsgemeinde der Jungen Kirche in Zürich von Pfarrer Walter Lüthi
Text als PDF
– Ralph Kunz, Das Boot ist voll. Zur Resonanz einer politischen Predigt, die sich gegen die Politik richtete, in: Göttinger Predigtmeditationen 72, 164-171
Text als PDF

Zusammen sind wir reich

Wir verbringen zusammen einen Tag.
Wir entdecken, was wir alles können.
Das ist unser Reichtum.
Im Spiel.
Im Tanz.
Beim Theater spielen.
Beim Fotografieren.
Mit Worten und Farben.
Und im Gespräch.

Eine Tagung für Menschen mit Beeinträchtigung und weitere Gäste. Organisiert von der reformierten Landeskirche Zürich in Zusammenarbeit mit der Paulus Akademie und dem Bildungsklub Pro Infirmis, Zürich

Unterstützt durch die Stiftung DENK AN MICH

Folgende Kurse werden angeboten:
– Fotos machen
– Theater spielen
– Malen – Bilder – Worte
– zusammen singen
– Tanz und Bewegung
– zusammen reden

Musikalische Begleitung: Jasmine Vollmer mit Harfe und Gesang

WAS IST WAHRHEIT?

Wenn wir etwas als Falschmeldung oder jemanden als Lügner bezeichnen, setzen wir zwar voraus, dass es eine Wahrheit gibt. Gleichzeitig haben wir uns aber daran gewöhnt, dass Wahrheiten nur für einen selber und Gleichgesinnte zu gelten haben. Muss es nicht zu denken geben, wenn die eigene Resonanz immer geringer und der Rayon unserer Wirksamkeit immer kleiner wird? Gibt es wirklich nichts mehr, an dem wir uns gemeinsam orientieren können? Sind Einheit und Wahrheit undenkbar geworden? Und was bedeutet das für den eigenen Glauben?

Ein Veranstaltung in Kooperation mit der Reformierten Kirche Kanton Zürich

SELBSTBESTIMMUNG!!! (AUSGEBUCHT!)

Das Recht auf Selbstbestimmung, Mitwirkung und Teilhabe, das in der UNO-BRK beschrieben und von Menschen mit Behinderungen gefordert wird, führt zu neuen Herausforderungen für Fachleute in der sozialpädagogischen, sozialarbeiterischen und pflegerischen Praxis. Die Umsetzungsvorschläge von INSOS Zürich sollen als Anregungen für Institutionen dienen. Doch genügen diese Anregungen? Was braucht es, damit Fachpersonen den Expertenstatus von Menschen mit Behinderung anerkennen und trotzdem wissen, wie sie professionell unterstützen können? Wie sehen die Ansprüche auf Selbstbestimmung, Mitwirkung und Teilhabe konkret aus? Wo sind unausgeschöpfte Möglichkeiten und wo Grenzen?
An der Tagung diskutieren wir mit Expertinnen und Experten und entwickeln neue Ideen und Lösungen.

Programm gemäss Flyer

ETHIK IN DER DIGITALISIERTEN WELT

Die digitale Transformation führt zu zahlreichen ethischen Herausforderungen in der Welt. Im digitalen Zeitalter gehören dazu die Privatsphäre, also das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, und die Selbstbestimmung, also das Recht zu entscheiden, was mit meinen persönlichen Daten geschieht.

Maschinen übernehmen immer mehr Arbeiten, die früher dem Menschen vorbehalten waren, und entscheiden selbstständig. Die Maschinenethik zeigt, wie Ethik in Hardware und Software implementiert werden kann und soll. Das Gemeinwohl stellt Werte wie Lebensqualität, Gerechtigkeit und Demokratie in den Mittelpunkt. Die Frage ist, ob und wie die Digitalisierung einen Beitrag zu diesen Werten leisten kann. Die Informationsethik versucht Orientierung für diese Fragen zu bieten.

Programm:
Der Workshop bietet eine Einführung in das Selbstverständnis und die Ziele der Informationsethik. Darunter versteht man die Ethik, die sich mit den ethischen Problemfeldern der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) beschäftigt. Der Hauptteil des Tages ist vier Fallbeispielen der Informationsethik gewidmet:

a) Privatsphäre und Datenschutz
b) Autonome Maschinen
c) Digitales Gemeinwohl
d) Arbeit und Digitalisierung

Die vier Fallbeispiele basieren auf Zeitungsartikeln der Tagespresse. Diese werden in Gruppen bearbeitet und dann im Plenum besprochen. Zum Abschluss stehen Thesen zur Ethik in der digitalisierten Welt zur Diskussion.

Zielpublikum:
Der Workshop richtet sich an Personen, die in ihrem Umfeld mit der Digitalisierung zu tun haben, das heisst, an fast alle