Psychiatrie der Zukunft

Die psychische Gesundheit ist existentiell und gewinnt in der Schweiz nicht nur für das Individuum, sondern auch für die Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Zunahme an psychiatrisch behandelten Personen sowie die demografische Entwicklung – der Anteil älterer und jüngerer Menschen mit psychischen Erkrankungen und Krisen steigt überdurchschnittlich an, verlangen nach neuen, speziellen und bedürfnisgerechten Versorgungsangeboten. Sozialpolitische Forderungen und Bedürfnisse von Betroffenen stellen die zukünftige psychosoziale Versorgung zudem vor besondere Herausforderungen. Die Stadt Wien hat mit dem psychiatrischen und psychosomatischen Versorgungsplan Wien 2030 Grundlagen erarbeitet, welche die Versorgung psychisch erkrankter Menschen verbessern soll. Welche grundlegenden Neuerungen bringt der Versorgungsplan 2030 und taugt das Wiener Modell als Vorbild für den Kanton Zürich? Die Zürcher  Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli eröffnet den Anlass mit einem Grusswort.

Programm

18.30 – 18.35 Uhr  Begrüssung und Einführung
Beatrice Brülhart

18.35 – 18.45 Uhr Grusswort
Natalie Rickli, Regierungsrätin, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion des Kanton Zürich

18.45 – 19.15 Uhr Referat
Neue Zeiten – neue Psychiatrie
Dr. Georg Psota; MA Ewald Lochner

19.15 – 20.00 Uhr Podiumsdiskussion zum Vergleich der psychiatrischen Versorgung in Wien und im Kanton Zürich
Moderation: Andreas Dauru
Podiumsgäste: Dr. med. Nadja Weir; Martin Stucky; Brigitte Lampert; Dr. med. Thomas Ihde-Scholl

Für die Diskussion mit dem Publikum stehen ausserdem die Referenten Dr. Georg Psota und MA Ewald Lochner zusätzlich zur Verfügung

20.05 – 20.10 Uhr  Verabschiedung
Beatrice Brülhart

Ab 20.10 Uhr Apéro und weitere Vertiefung der Diskussionen

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Pro Mente Sana

Flyer «Psychiatrie_der_Zukunft» PDF

Patientenverfügung «plus» (AUSGEBUCHT)

Wenn ein Patient oder eine Patientin nicht mehr urteilsfähig ist, dann entscheiden stellvertretende Personen gemäss dem Patientenwillen. Ein wichtiges Instrument ist hierfür die sogenannte Patientenverfügung «plus». Mit Fachpersonen aus Medizin, Recht und Ethik diskutieren wir, was Patientinnen und Patienten, Angehörige und Gesundheitsfachpersonen in der Planung und Umsetzung beachten sollten. An der Tagung werden u.a. folgende Fragen zur Sprache kommen:

  • Welche Möglichkeiten von gesundheitlichen Vorausplanungen gibt es und wie ist ihre Akzeptanz in der Schweiz?
  • Wann ist eine Patientenverfügung «plus» rechtlich gültig, und wie stark ist ihre Verbindlichkeit?
  • Wo bestehen aus ethischer und klinischer Sicht Herausforderung bei der Verfassung und Umsetzung von gesundheitlichen Vorausverfügungen?
  • Wie kann eine (gesunde oder bereits erkrankte) Person darin unterstützt werden, Entscheidungen für zukünftige Krankheitssituationen zu antizipieren?
  • Was ist in einem Beratungsgespräch zu beachten, insbesondere auf der kommunikativ-empathischen Ebene?
  • Welche Schwierigkeiten stellen sich im Kontext von Stellvertreterfunktionen, vor allem für Angehörige?

Neben Vorträgen werden auch Praxisbeispiele für Beratungsgespräch von Schauspielenden vorgetragen und im Anschluss mit Fachpersonen und Publikum diskutiert.

Zielpublikum

  • Personen, die überlegen, eine Patientenverfügung «plus» zu erstellen
  • Angehörige, die Stellvertreterfunktionen übernehmen
  • Gesundheitsfachpersonen, die von Patientinnen und Patienten auf das Thema Patientenverfügung angesprochen werden oder diese beraten
  • Gesundheitsfachpersonen, die eine Patientenverfügung «plus» auslegen und umsetzen

Bei Tagungsteilnahme können 4 Credits für Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der erweiterten Fortbildung (anerkannt durch SWIF) erworben werden.

Detailliertes Tagungsprogramm siehe PDF

Eine Veranstaltung in Kooperation mit palliative zh+sh, der Krebsliga Zürich, der «Alten Anatomie – Forum für Medizin & Gesellschaft» und dem USZ Universitätsspital Zürich

Flyer «Patientenverfügung plus» PDF

Hydra Antisemitismus

Der Judenhass schien weitgehend besiegt zu sein, doch nun häufen sich die Meldungen von antisemitischen Ausfällen und Übergriffen in Europa. Ist der Antisemitismus zurück? Was ist legitime Kritik am Staat Israel und wo vermischt sich diese mit Judenhass? Was hat es mit dem importierten Antisemitismus der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten auf sich und gibt es eine schweizerische Spielart des Antisemitismus?

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Ein Veranstaltung in Kooperation mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund

Flyer «Hydra Antisemitismus» (PDF)

Was ist uns heilig?

Leben wir im Zeitalter der Entzauberung der Welt, wo uns nichts mehr heilig ist? Oder gibt es Dinge, die uns heilig sind, mögen sie auch noch so profan sein? Haben alle Menschen einen Hang zur sakralen Verehrung? Und: Ist die Erfahrung mit dem Heiligen etwas, das uns übersteigt und im Kern berührt?

Ein Veranstaltung in Kooperation mit der Reformierten Kirche Kanton Zürich

Flyer «Was ist uns heilig?»  (PDF)

Smartphone-Demokratie

Kurz vor den eidgenössischen Wahlen lohnt sich ein Blick auf den Einfluss der Social Media auf den Wahlkampf. Die Grenzen zwischen Online- und Offline-Wahlkampf lösen sich auf. Der öffentlich wahrnehmbare Meinungsaustausch scheint immer mehr verloren zu gehen. Stirbt der politische Diskurs, wenn personalisierter Wahlkampf in geschlossenen Kanälen stattfindet? Welchen Einfluss nehmen Algorithmen auf den Informationsfluss und die politische Meinungsbildung?

Adrienne Fichter beobachtet seit Jahren die technologischen Entwicklungen im Netz und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen. Sie kritisiert die zunehmende Intransparenz, sieht aber auch Chancen für die Erneuerung der Demokratie.

Smartphone-Demokratie (PDF)

Wenn Tote vom Leben reden

«Als Lebender über den Tod nachdenken. Als Toter vom Leben reden. Was soll das? Die einen verstehen vom anderen nichts. Es gibt Ahnungen. Und es gibt Erinnerungen. Beide können täuschen.»

Im Zentrum unseres November-Podiums steht diesmal ein Buch: «Das Feld» von Robert Seethaler, erschienen 2018. Tote erzählen darin von besonderen Momenten ihres Lebens. Beim Lesen beginnen sich die Geschichten zu verbinden. Sie schildern das Leben in Paulsstadt, einem fiktiven Ort, wohl irgendwo in Deutschland. Die Sprechenden lebten irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg. Und jetzt liegen sie alle auf dem «Feld», einer Abteilung des örtlichen Friedhofs.

Ein Abend mit Fragen. Über das, was von einem Leben bleibt.

In Kooperation mit dem Friedhof Forum der Stadt Zürich

Flyer «Wenn Tote vom Leben reden» (PDF)

Konflikte am Arbeitsplatz

Seelische Gewalt gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen seit jeher in allen Gesellschaften. Einzelne oder Gruppen werden – warum auch immer – isoliert und schikaniert. Nur: Forschungen zeigen, dass dieses Phänomen in unserer Arbeitswelt in den letzten Jahren zugenommen hat.

Aber: Ist jetzt jeglicher Druck oder Kritik, denen Arbeitnehmende ausgesetzt werden, Mobbing? Wie unterscheidet sich Mobbing von anderen Konflikten? Welche Wege gibt es aus der Mobbingfalle? Gilt es arbeitsrechtliche Aspekte zu beachten? Auf diese und damit zusammenhängende Fragen gehen wir in unserer Veranstaltung ein.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema hilft Vorgesetzten Situationen richtig einzuschätzen, gibt Anleitung, wie und wann Beobachtende sich wirkungsvoll einmischen können, und gibt Betroffenen Werkzeuge an die Hand, sich rechtzeitig und erfolgversprechend zur Wehr zu setzen.

Flyer «Konflikte am Arbeitsplatz» (PDF)

Führt Globalisierung zur Minimierung ethischer Standards… (Abgesagt!)

Multinationale Unternehmen nutzen Standortvorteile aus, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Märkte zu erschliessen. Inwieweit ist die Verlagerung bzw. der Ausbau von Produktionsstätten in Entwicklungs- und Schwellenländern ethisch problematisch? Ist damit der Verdacht verbunden, Unternehmen würden nationale Gesetze missachten und könnten zu niedrigeren ethischen Standards produzieren als im Herkunftsland?

Multinationale Unternehmen verweisen gerne darauf, dass sie schon aus Reputationsgründen höhere Standards einhalten als ihre lokalen Konkurrenten. Inwieweit entspricht es der Realität, dass fortschrittliche Unternehmen heutzutage aktiv an der Weiterentwicklung des internationalen «soft law» mitwirken und sich (höhere) ethische Standards selbst setzen?

Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenopfer in Luzern, und Dr. Kai Rolker, Head of Group Communications Clariant International Ltd., entfalten in ihren Impulsreferaten ihre unterschiedlichen Perspektiven zu diesem Thema und diskutieren mit den Teilnehmenden über die Verantwortung des Unternehmens in einer globalen Wirtschaft.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit «jenseits IM VIADUKT»

Flyer «Führt Globalisierung zur Minimierung ethischer Standards…» (PDF)

Der überforderte Konsument (abgesagt!)

Nicht nur von den Unternehmen, auch von den Konsumenten wird ein verantwortungsvolles soziales und ökologisches Handeln gefordert. Doch die Frage stellt sich: Ist der Konsument nicht überfordert bei der Identifizierung solcher Produkte? Kann er die ganze Wertschöpfungskette überblicken?

Der Handel hilft dem Konsumenten durch Labels und Öko-/Bio-Produktelinien. Wie verlässlich sind solche Kennzeichnungen und Öko-Angebote? Inwieweit ist der Detailhandel angesichts des komplexen arbeitsteiligen Herstellungsprozesses bei der Auswahl seiner (Zu-)Zulieferer über deren soziale oder ökologische Qualität informiert? Was muss der Staat gesetzgeberisch regeln?

Prof. Dr. Christian Spieß, Professor für Christliche Sozialwissenschaft an der Katholischen Privatuniversität Linz/Österreich, wird in seinem Referat die Verantwortlichkeiten für den nachhaltigen Konsum aufschlüsseln: Was ist Aufgabe des Konsumenten? Welchen Beitrag müssen Unternehmen, zivilgesellschaftliche Akteure oder der Staat leisten?

Thomas Paroubek, M-Tech ETH, Leiter Direktion Nachhaltigkeit & Qualitätsmanagement des Migros-Genossenschaftsbundes, wird darlegen, wie die Migros bezüglich des Label-Dschungels Transparenz schafft und schaffen will: Für was stehen die Labels? Wie wird die Einhaltung der Kriterien kontrolliert? Er wird interessante Neuerungen vorstellen, wie Migros den Konsumenten im Laden als auch online noch präziser und schneller informieren will.

Flyer «Der überforderte Konsument» (PDF)

Strafprozessordnung auf Abwegen

Öffentliche Gerichtsprozesse sind in der Schweiz seit 2011 zur Rarität geworden. Damals wurde die heutige Strafprozessordnung in Kraft gesetzt. Sie ist durch kurze Prozesse geprägt: Die meisten Verfahren werden seither in Strafbefehls- oder abgekürzten Verfahren erledigt. Es fand eine Gewichtsverlagerung von den Gerichten zur Staatsanwaltschaft statt.

Bereits jetzt plant der Bundesrat eine punktuelle Revision dieses jungen Gesetzes. Er strebt aber keine umfassende Überarbeitung an. Im Zentrum steht unter anderem die Einschränkung der Teilnahmerechte der Verteidigung, die als Gegengewicht zum Machtzuwachs der Staatsanwaltschaft geschaffen wurden.  Dies würde die 2011 eingeschlagene Richtung zusätzlich akzentuieren.

An der Tagung der Fachgruppe «Reform im Strafwesen» sollen rechtsstaatliche Brennpunkte der geltenden Prozessordnung unter die Lupe genommen und die geplante Revision kritisch hinterfragt werden. Ein Podiumsgespräch samt Pausen und einem Apéro am frühen Abend gewährleisten die diskursiven Denkräume dieser Veranstaltung.

Eine Kooperation der Fachgruppe «Reform im Strafwesen» mit dem Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, der Universität Bern, der ZHAW Departement Soziale Arbeit und der Paulus Akademie. Unterstützt von der Reformierten Kirche Kanton Zürich.

Konferenzsprache: Deutsch. Die Referate werden simultan auf Französisch übersetzt.

Das Detailprogramm entnehmend Sie bitte dem
Flyer der Veranstaltung (PDF).