Wie viel Mythos braucht der Mensch? Abendseminar

Während Jahrzehnten sorgte Rudolf Bultmanns 1941 erhobene Forderung, das Neue Testament zu entmythologisieren und damit für die Gegenwart lesbar zu erhalten, für Unruhe in den christlichen Gemeinden.

«Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel beanspruchen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testamentes glauben.»

Trotz solcher Aussagen wollte der Theologe und Prediger Bultmann christliche Lehrsätze und Traditionen nicht zertrümmern, sondern die Bibel so verkünden, dass sie sich in das moderne Weltbild einfügt. Und heute? Welchen Stellenwert haben die biblischen Mythen für uns? Sind sie entbehrlich für unsern Glauben? Anhand biblischer Geschichten, die von Auferstehung und Rettung handeln, wollen wir dies gemeinsam ergründen und lesen dazu ausgewählte Texte von Rudolf Bultmann.

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Zündstoff: Multireligiöse Gesellschaft – verstehen wir uns?

Die Zahl der Konfessionslosen wächst und gleichzeitig wird die religiöse Landschaft Basels vielfältiger. Welchen Beitrag kann religiöse Bildung für den Zusammenhalt einer offenen und toleranten Gesellschaft leisten? Welche Kompetenzen erfordert dieser kulturelle Wandel?

Gäste: Sena Kuzören, Vertreterin der Kasernenmoschee, Vorstand der Basler Muslim Kommission; Lars Wolf, Lehrbeauftragter interreligiöses Lernen, Mediator;  Prof. Dr. Martin Baumann, Religionswissenschaftler/ Universität Luzern

Zündstoff: Babyboomer gehen in Rente – auf Kosten der Jungen?

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Folgen einer alternden Gesellschaft ist die Generationensolidarität neu zu diskutieren. Was bedeutet es für eine Stadt wie Basel, wenn die Mehrheit immer älter wird – beispielsweise bei der Nutzung des öffentlichen Raums?

Gäste: Jérôme Cosandey, Avenir Suisse; Simone Gretler Heusser, Institut für soziokulturelle Entwicklung/Hochschule Luzern; Prof. Dr. Carlo Knöpfel, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Der Berliner Mauerfall im Herbst 1989 – ein Triumph der Freiheit?

Ein Abend mit Zeitzeug*innen, Videos, Publikumsgesprächen zu «30 Jahre Maueröffnung»

Der Fall der Berliner Mauer weckte Begeisterung in ganz Europa. Ein Sieg der Freiheit! Ein Sieg des gewaltfreien Widerstands! Viele Menschen sehnten sich danach, dass mit dem Mauerfall weitere Barrieren fallen, dass Menschen und Länder aufeinander zugehen und miteinander an einer gerechteren und sicheren Welt bauen würden. Welche Hoffnungen und Sehnsüchte der Wendezeit haben sich 30 Jahre später erfüllt? Welche nicht? Im Gegenteil: Warum wird der Ruf nach Mauern und Abgrenzung immer lauter?
An diesem Abend erzählen Kristina Ermatinger-Waltsgott und Detlef Noffke von ihrer Begeisterung und Hoffnung zur Zeit des Mauerfalls. Wie haben sie die ersten Stunden der neuen Freiheit erlebt? Was braucht es heute, dass Mauern eingerissen statt aufgebaut werden? Können wir uns Fünkchen der Hoffnung und Begeisterung aus der Wendezeit zurückerobern?
In der Pause gibt es einen Imbiss.

Programmstart: Utopie und Alltag

Religiöse, gesellschaftliche, architektonische Utopien werden durch den prosaischen Alltag auf die Probe gestellt. Wie verhält es sich heute mit der Aussage Henry Dunants, Gründer des Schweizerischen Roten Kreuzes, «Die Utopie von gestern wird oft die Realität von morgen»? Welche Utopien werden real, welche scheitern an der Realität? Und  welche sind überhaupt wünschenswert?

 

Programm

18.00 Uhr: Truhenorgelkonzert «Madame, vous aves moen coeur»
mit Tiziana Fanelli, Konzert- und Kirchenorganistin

18.15 Uhr: Gespräch zu Utopie und Alltag
mit  Christoph Gschwind, Architekt; Moshe Baumel, Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel; Nadja Müller, Pfarrerin in Kleinbasel; Gesprächsleitung: Andreas Möri, Studienleiter FORUM

19.30 Uhr: Truhenorgelkonzert Teil 2 und Imbiss vom koscheren Grill