Politik und Kultur in Rumänien

Rumänien kommt in der Schweizer Öffentlichkeit kaum vor, und wenn doch, dominieren zumeist negative Schlagzeilen das Bild des Landes. Dabei ist die rumänische Zivilgesellschaft, mit Unterstützung der rumänischen Diaspora, in den letzten Jahren zu einem wichtigen Korrektiv korrupter Praktiken geworden. Die jüngsten Protestbewegungen verweisen auf den rasanten Wandel, den Rumänien seit 1989 durchlebt hat.

Wie hat sich das südosteuropäische Land seit dem Tod des Diktators Nicolae Ceauşescu entwickelt? Geht die rumänische Gesellschaft in eine andere Richtung als jene in Ungarn oder Polen, wo autoritäre Tendenzen immer offensichtlicher werden? Die schweizerisch-rumänische Autorin und Philologin Dana Gricorcea und der Historiker Daniel Ursprung geben einen Einblick in die jüngere Entwicklung des Landes. Die Paulus Akademie und G2W planen 2021 eine Studienreise nach Rumänien.

Flyer «Politik und Kultur in Rumänien» (PDF)

Wie die Psychiatrie zum Bauer kommt

 

Home Treatment und Open Dialogue sind nicht etwa neue Angebote in der psychiatrischen Versorgung. Die aus Lappland stammenden Behandlungsansätze werden aber hierzulande noch kaum angewendet. Ausgerechnet das weit entlegene, ländliche Berner Oberland leistet Pionierarbeit. Unter Einbezug des sozialen Netzwerkes suchen Psychiaterinnen und Psychiater mit ihren Mitarbeitenden die psychisch belastete Person in ihrem Zuhause auf. Die offene Gesprächskultur und die bedürfnisgerechte Ausrichtung der Behandlung sollen Menschen in ländlichen Räumen den Zugang zu Unterstützungsleistungen erleichtern und zu mehr Behandlungserfolgen führen. Der Pionier Dr. med. Thomas Ihde-Scholl erzählt uns, weshalb ihm die ländliche Bevölkerung am Herzen liegt und wie psychiatrische Versorgung im alpinen Raum funktioniert.

 

Lesen Sie als Vorgeschmack auf das Gespräch das  Interview eines an Depression erkrankten Bauers.

 

Resilient durch die Krise

Wer eine Krise als Trainingscamp für die psychische Widerstandskraft nutzen kann, wird gestärkt und selbstsicherer mit zukünftigen Belastungssituationen umgehen können. Denn, so lassen Psychologen und Coaches verlauten: Resilienz ist trainierbar. Krisenerprobte und psychiatrieerfahrene Menschen können gerade in krisengebeutelten Zeiten zunehmend eine Vorbildfunktion einnehmen. Wissen sie doch, was es heisst, einen Weg vom hilflosen und schicksalshaften Ausgeliefertsein zum selbstwirksamen Bewältigungshandeln zu finden.

Im Gespräch mit Noémie Walser erfahren wir, welches Genesungstraining sie durchlaufen hat und wie sie mit krisengeschüttelten Zeiten umgeht.

Im Anschluss an das Gespräch laden wir zu einem sommerlichen Apéro ein, mit musikalischer Rahmung durch die Cellistin Zin Young Yi und die Violinistin Sun Young Yi

Flyer «Resilient durch die Krise» (PDF)

Mit oder ohne Opfer? (ausgebucht!)

Der Europarat motiviert seine Mitgliedsstaaten, die restaurative Justiz breit zu fördern. Sie umfasst laut Europarat «alle Verfahren, die es den Personen, die durch eine Straftat geschädigt worden sind, und den Verantwortlichen dieses Schadens ermöglichen, sich in freier Zustimmung mit Hilfe einer fachkundigen und unparteiischen Drittperson (Vermittler) aktiv an der Beilegung der durch die Straftat entstandenen Schwierigkeiten zu beteiligen».

Läutet die restaurative Justiz einen Paradigmenwechsel in der Schweizer Strafjustiz ein? Im Untersuchungsverfahren gegen Jugendliche kennt man bereits die Mediation als aussergerichtliche Konfliktschlichtung. Verschiedene Bestimmungen von Strafprozessordnung und Strafgesetzbuch lassen ein restauratives Vorgehen auch bei Erwachsenen zu.

Die diesjährige Tagung der Fachgruppe «Reform im Strafwesen» zeigt die Anwendungsbereiche der restaurativen Justiz auf und beleuchtet ihr Potenzial, aber auch ihre problematischen Seiten. Eine Kooperation der Fachgruppe «Reform im Strafwesen» mit dem Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, der Universität Bern, der ZHAW Departement Soziale Arbeit und der Paulus Akademie.

Konferenzsprache: Deutsch. Die Referate werden simultan auf Französisch übersetzt.

Im Anschluss an die Tagung wird der Film «Je ne te voyais pas» des Drehbuchautors und Dokumentarfilmers François Kohler gezeigt.

Das Detailprogramm entnehmend Sie bitte dem Flyer der Veranstaltung (PDF).

Charta Prävention – Einrichten einer Meldestelle

Prävention vor sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzüberschreitungen ist eine permanente Aufgabe und muss strukturell verankert sein. Die Organisationen und Institutionen, die sich zur «’Wir schauen hin‘ Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen» bekennen, verpflichten sich unter anderem zum Einrichten einer internen, niederschwelligen Meldestelle.

Der Kurs beschäftigt sich eingehend mit dem Punkt 10 der Charta Prävention und seinem Bezug zu den restlichen neun Punkten. Neben Fachinput soll auch Raum für Diskussion und gegenseitigen Erfahrungsaustausch gegeben werden.

Dabei geht es unter anderem um die Fragen:
– Wie sollte die Meldestelle in der Organisation eingebettet sein?
– Was muss bei der Implementierung einer Meldestelle besonders beachtet werden?
– Welche Kompetenzen und Fähigkeiten braucht das Fachpersonal einer Meldestelle?
– Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Meldestelle und Leitung aus?
– Wann ist etwas eine Meldung, wann Denunziation?
– Was ist meldepflichtig?
– Die zehn Punkte der Charta Prävention: Wie stehen die Punkte in Bezug zueinander?

Ein Veranstaltung in Kooperation mit INSOS Schweiz

Flyer «Charta Prävention» (PDF)

Haben Pflanzen Schmerzen?

Tiere als wahrnehmende, empfindende und intelligente Wesen verdienen unsere Rücksichtnahme. Aber was ist mit ihren grünen Verwandten, den Pflanzen? Der Biologin Florianne Koechlin zufolge können auch ihnen Wahrnehmungen und Empfindungen zugesprochen werden, es seien sogar Ansätze intelligenten Verhaltens erkennbar. Daher sollten wir auch ungeachtet ihres Nutzens für uns unser Verhalten ihnen gegenüber grundlegend überdenken.

Je nach Teilnehmendeninteresse und technischen Möglichkeiten wird der Kurs ggf. als Online-Liveveranstaltung durchgeführt oder als Podcast im «Plan B»-Bereich unserer Webseite angeboten.

Flyer «Haben Pflanzen schmerzen?» (PDF)

Klima retten, Tofu essen?

Die Sache scheint klar: Wer sich vegetarisch ernährt, lebt nicht nur gesund und vermeidet Tierleid, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Doch auch hier lauern Fallstricke: Schlägt «lokal» «bio»? Ist Milch mies? Und jedes Steak eine Sauerei? Im Gespräch mit dem Gastronomen und «Vegi-Papst» Rolf Hiltl gehen wir diesen und weiteren Fragen nach. Vorab bietet Dr. Adrian Müller vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick eine übersichtliche Einführung zu Fragen des Ressourcenverbrauchs für die menschliche Ernährung.

Im Anschluss an das Gespräch geniessen wir dann einen ebenso nachhaltigen wie schmackhaften Apéro mit Köstlichkeiten vom Hiltl-Catering.

Flyer «Klima retten Tofu essen?» (PDF)

Glaube und Rituale im medizinischen Kontext

Medizin und Religion ist gemeinsam, dass sie dann ins Spiel kommen, wenn Menschen an existenzielle Grenzen stossen. Glaube und Rituale können in Krankheit, Leid und Sterben für Betroffene und Angehörige wichtige Brückenfunktionen übernehmen. Dies kann den Spitalbetrieb, aber auch Seelsorge- und Gesundheitsfachpersonen situativ oder strukturell herausfordern.

Der neue Band in den Schriften der Paulus Akademie von Susanne Brauer ist ein vielfältiges Lesebuch mit Bildportraits, das in Zusammenarbeit mit der Texterin Anouk Holthuizen und dem Fotografen Niklaus Spoerri entstand. Der Band versammelt Interviews mit Patienten, Angehörigen und Fachpersonen aus Medizin, Recht und Seelsorge zur Frage, was diese unter Krankheit und Heilwerden, unter Mitteln und Methoden verstehen. Die persönlichen Gespräche zeigen beispielhaft für unterschiedliche Religionen und Kulturkreise, wie Kommunikation gelingen und ein kreativer Umgang mit schwierigen Situationen gefunden werden kann.

Flyer «Glaube und Rituale im medizinischen Kontext» (PDF)

Nietzsches Regenschirm

Sils Maria 1881: Friedrich Nietzsche bricht zu einer folgenschweren Wanderung auf. Wie immer mit dabei: sein roter Regenschirm. Mal als Spazierstock, mal als schützendes Dach wird er zur Projektionsfläche philosophischer Denkräume. Siebeneinhalb Jahre später: Der Philosoph bricht zusammen, mit seinem Schirm auf einer Piazza im winterlichen Turin. Hat er ihn fallen lassen? Ein wahres Feuerwerk an Fragen, Ideen und Geschichten entzündet sich.

Das Stück beruht auf Thomas Hürlimanns gleichnamiger Erzählung. Darin eröffnet der Autor dem Publikum die Möglichkeit, in die philosophische Welt des Nihilisten einzutauchen. Schon als Jugendlicher hatte sich Hürlimann mit Nietzsches Atheismus beschäftigt. Aufgelockert werden dessen Gedankengänge durch eigene Reflexionen und Erfahrungen Hürlimanns. Eindrücklich verbindet der Schauspieler Bodo Krumwiede die verschiedenen Ebenen als Ich-Erzähler.

Flyer «Nietzsches Regenschirm»

Mitwirkende
Schauspiel: Bodo Krumwiede
Regie: Rudolph Jula

 

Update! Mit Alessandra Hool

Digitalisierung fühlt sich materiallos an, aber Smartphones, Tablets, Elektroautos oder Internet der Dinge gibt es ohne Metalle nicht. Die Wichtigkeit seltener und kritischer Elemente nimmt permanent zu. Sie tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Wie werden diese Metalle gewonnen? Erfolgt ihr Abbau sozial und ökologisch nachhaltig? Alessandra Hool ist Geschäftsführerin von ESM, dem Entwicklungsfonds seltene Metalle, und berichtet über deren Abbau und Verfügbarkeit. Dazu sorgt das «Lilly Jo» für saisonale Verpflegung.

Flyer Lunch & Lecture: Update! Mit Alessandra Hohl