Die Studienreise führt ins Thüringische Erfurt und Neuhaus am Rennweg (Deutschland). Im dortigen Teilhabezentrum erfahren wir von Fachleuten, wie personenzentrierte Leistungsangebote für Menschen mit Behinderung ohne institutionelle Strukturen neu aufgebaut oder bestehende Angebote in personenzentrierte Leistungen umgewandelt werden können. Im Seminar werden theoretische Konzepte und praktische Beispiele vorgestellt und im Anschluss mit deutschen Kolleginnen und Kollegen diskutiert. Schliesslich folgt die Überprüfung ob und wie der Transfer in Schweizer Verhältnisse möglich ist. Die Studienreise richtet sich an Verantwortliche aus der Verwaltung, Behördenmitglieder, Leitende aus Institutionen des Behindertenwesens, sowie Projekt- und Programmverantwortliche.
Autor: Paulus Akademie
Religionsfriede
«Es begann mit Hammerschlägen» – so liesse sich unser heutiges Bild vom Beginn der Reformation skizzieren. Ein Hammer war die Reformation in dem Sinne, dass sie tiefgreifende Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens hatte und weltweit Spuren hinterliess, die auch 500 Jahre danach noch sichtbar sind.
Wieweit lässt sich der reformatorische Freiheitsgedanke in die heutige Zeit übertragen? Was heisst PROTEST-antisches Profil heute? Gilt das Wächteramt der Kirche gegenüber dem Staat auch heute noch? Und: Wie kann der Religionsfrieden in der Schweiz bewahrt werden?
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Evang.-ref. Kirchgemeinde St. Peter
Gäste
Prof. Christina Aus der Au, Geschäftsführerin des Zentrums für Kirchenentwicklung
der Universität Zürich
Regierungsrat Mario Fehr
Dr. habil. Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur
Mein Leben als Text (Ausgebucht!)
Das eigene Leben steht im Mittelpunkt dieser Schreibwerkstatt. Erinnerungen sind Ausgangspunkt und Anregung zum Schreiben. Das vergangene Leben wird in der Gegenwart lebendig als Text. Dadurch kann das Geschehene neu gesehen werden. Das Leben hinterlässt eine Wortspur, der man selber folgen kann und die vielleicht auch Nachkommen einen Weg der Erkenntnis bahnt. Mögliche Strukturen des autobiografischen Erzählens werden diskutiert und ausprobiert.
Konzepte und Methoden der Poesie- und Bibliotherapie und des kreativen Schreibens regen an zur Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und helfen mit, den Spielraum des autobiografischen Schreibens auszuloten und die Schreibkompetenz zu erweitern.
Interkulturelle Kompetenz
Arbeiten Sie in einem kulturell heterogenen Umfeld oder Team (Wirtschaft, Behörden, Kirche, Schule, Gesundheitswesen, NGO etc.)? Oder verfügen Sie über eigene Migrationserfahrung? Interkulturelle Kompetenz gilt als «Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts». Sie gewinnt in einer globalen und zunehmend komplexer und heterogener werdenden Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Zudem hat sie eine positive Auswirkung auf die Institutionskultur und Arbeit sowie auf die persönliche Life-Work Balance, indem der Umgang mit Vielfalt erheblich vereinfacht und Integrationsprozesse vorangetrieben werden.
Mit Spass und Spiel, mit Humor und ein wenig Irritation tauchen wir in die spannende und komplexe Welt der Interkulturalität ein und decken den für Sie persönlichen Nutzen für Ihre tägliche Arbeit und Ihre individuelle Situation auf.
Kapitalismus: Ein Feindbild für die Kirchen?
Der Kapitalismus als Wirtschaftsform war nie unbestritten, trotz seiner Erfolge für gesellschaftlichen Wohlstand und Freiheit. Mit dem Pontifikat von Papst Franziskus mit seinen wiederholt kapitalismuskritischen Äusserungen ist auch innerhalb der katholischen Kirche die Kontroverse um die «richtige Wirtschaftsordnung» neu entfacht worden. Ist der Markt unmenschlich? Werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer? Wird die Globalisierung von Unternehmen dazu benutzt, um bei uns geltende höhere moralische Standards zu umgehen? Brauchen wir mehr Staat und weniger Markt?
Theologische Ethiker, Wirtschaftswissenschafter, Manager und Politiker sind in dem von Stephan Wirz herausgegebenen Buch «Kapitalismus: ein Feindbild für die Kirchen?» diesen Fragen nachgegangen. Der Anfang September erscheinende Band beschäftigt sich darüber hinaus mit der Entwicklung der katholischen Soziallehre, beobachtet die Auseinandersetzung im Protestantismus und überlegt, inwieweit es Verständigungsmöglichkeiten gibt zwischen grundlegenden Elementen der Marktwirtschaft wie Konkurrenz, Privateigentum, Konsumfreiheit, Staatsskepsis oder Freihandel und theologisch-kirchlichen Denk- und Werthaltungen wie Barmherzigkeit, Gemeineigentum, Genügsamkeit, Gemeinwohl und einer solidarischen internationalen Ordnung.
Der Herausgeber wird Ihnen dieses Buch mit Beiträgen von 18 Autoren aus Wissenschaft und Praxis vorstellen und mit Ihnen über «Kirche und Kapitalismus» diskutieren.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Römisch-Katholischen Pfarrei Christkönig Turgi
Integration durch Religion?
Die religiöse Landschaft der Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten markant verändert. Trotz zunehmender Säkularisierung ist aber Religion aus unserer Gesellschaft nicht verschwunden. Welche Rolle haben religiöse Gemeinschaften bei der Integration ihrer Mitglieder und Gruppen in die Gesellschaft? Tragen sie überhaupt dazu bei, Immigranten auf dem Weg zur Integration zu unterstützen, oder sind sie eher ein Hindernis und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Und welche Rolle spielt die Frage der staatlichen Anerkennung? Überschätzen Politik und Öffentlichkeit den Einfluss religiöser Bindung nicht?
Gäste:
Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Direktorin der Justiz und des Innern
Abduselam Halilovic, Gründungsmitglied des Young Swiss Muslim Network, Redakteur «islamica.ch» und Student der Islamwissenschaft
Dr. Daniel Kosch, Generalsekretär der Römisch-katholischen Zentralkonferenz
Prof. Dr. Antonius Liedhegener, Professor für Politik und Religion am Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik, Universität Luzern
Stundenhalt «Schmerz»
Eine Stunde, ein Sujet, ein Gast. In der Reihe «Stundenhalt» kommen die grossen Themen zum Zuge und werden in ihren philosophischen Aspekten beleuchtet. Diesmal geht es um den Schmerz. Jeder und jede kennt ihn. Ihn vermeiden zu wollen, liegt in unserer Natur. Trotzdem setzen wir uns Schmerzen aus, z.B. bei der Geburt. Was ist der Schmerz genau? Können auch Fische und Pflanzen ihn empfinden? Und was würde ethisch daraus folgen?
Unser Gast hat sich intensiv mit den philosophisch-ethischen Fragen rund um das Thema Schmerz auseinandergesetzt. Im deutschsprachigen Raum ist er vor allem wegen seiner Tierphilosophie bekannt. Dass Tiere Schmerzen empfinden können, ist ein Ansatzpunkt, der in seinen Augen das moralische Verhältnis des Menschen zu nicht-menschlichen Tieren prägt. Denn, so seine Überzeugung: Auch der Mensch ist ein Tier, eben eins mit Geist.
Gast:
Prof. Dr. Markus Wild, Philosoph, Universität Basel
Charta Prävention – Einrichtung einer Meldestelle
Prävention vor sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzüberschreitungen ist eine permanente Aufgabe und muss strukturell verankert sein. Die Organisationen und Institutionen, die sich zur «’Wir schauen hin‘ Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen» bekennen, verpflichten sich unter anderem zum Einrichten einer internen, niederschwelligen Meldestelle.
Der Kurs beschäftigt sich eingehend mit dem Punkt 10 der Charta Prävention und seinem Bezug zu den restlichen neun Punkten. Neben Fachinput soll auch Raum für Diskussion und gegenseitigen Erfahrungsaustausch gegeben werden.
Dabei geht es unter anderem um die Fragen:
– Wie sollte die Meldestelle in der Organisation eingebettet sein?
– Was muss bei der Implementierung einer Meldestelle besonders beachtet werden?
– Welche Kompetenzen und Fähigkeiten braucht das Fachpersonal einer Meldestelle?
– Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Meldestelle und Leitung aus?
– Wann ist etwas eine Meldung, wann Denunziation?
– Was ist meldepflichtig?
– Die zehn Punkte der Charta Prävention: Wie stehen die Punkte in Bezug zueinander?
Sackgasse Verwahrung? (Ausgebucht!)
(VERSION FRANCAISE, VOIR PDF-Dokument)
Vollzugslockerungen in der Verwahrung finden in der Praxis nahezu nur noch über eine Umwandlung in eine stationäre Massnahme oder im sehr hohen Alter eines Betroffenen statt – als Folge der derzeitigen Null-Risiko-Mentalität. Die Verwahrung erweist sich damit zunehmend als Sackgasse.
Die Tagung stellt die gesetzlichen Möglichkeiten in Kontrast zu deren faktischen Umsetzung. Sie nimmt die Anordnungsvoraussetzungen und die prinzipielle Legitimation der Verwahrung grundsätzlich unter die Lupe. Anschliessend prüft sie die Vollzugsrealität in der Deutsch- und Westschweiz aus der Perspektive der Anstaltsleitung, des Strafvollzugspersonals wie der Betroffenen. Schliesslich öffnet ein Blick nach Deutschland die Reflexion über die Landesgrenzen hinaus.
Die zweisprachige Veranstaltung endet nach der Orientierung über aktuelle kriminalpolitische Entwicklungen mit einem Podiumsgespräch über Wege aus dem Dilemma von Sicherheitserwägungen und grundrechtsgebundener, liberaler Rechtsstaatlichkeit. Grosszügige Pausen sowie der Apéro riche am frühen Abend gewährleisten den informellen Austausch zwischen Referierenden und Publikum sowie die traditionellen diskursiven Denkräume dieser jährlichen Tagung der Fachgruppe Reform im Strafwesen.
Konferenzsprachen: Deutsch und Französisch (Simultanübersetzung)
Eine Tagung der Fachgruppe Reform im Strafwesen, des Amts für Justizvollzug des Kantons Zürich, der ZHAW, Departement Soziale Arbeit, der Universität Bern und der Paulus Akademie
Programm: siehe PDF-Dokument
Zürich, eine Stadt für alle?
Am politischen Leben teilzunehmen ist für die rund 40000 Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher mit Behinderung mit zahlreichen Hindernissen verbunden. Sie sind auf allen politischen Ebenen massiv untervertreten. Die Stadt Zürich hat sich zum Ziel gesetzt die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zu fördern. Wie gelingt ihr das beim Thema politische Partizipation? Welche Massnahmen werden von den Parteien ergriffen? Gibt es alternative Möglichkeiten, um die politische Gleichstellung von Menschen mit Behinderung voranzutreiben?
Der «Stand Up» Comedian Eddie Ramirez eröffnet die Diskussion und führt mit viel Wortwitz, Charme und Humor ins Thema ein. Anschliessend diskutieren wir mit Einbezug des Publikums.