Kontemplation Einführung

Das Wort Kontemplation kommt vom lateinischen Verb contemplari und bedeutet betrachten, schauen. Ganz in diesem Wortsinn geht es in der Kontemplation darum, das stille Wirken Gottes in sich selbst und im eigenen Leben wahrzunehmen. Kontemplation ist ein ganzheitlicher Weg und führt von der Unruhe des Geistes zur Ruhe des Herzens, von der Zerstreuung in ein achtsames Wahrnehmen, vom Beten zum Mut, im Alltag konkret zu wirken.
Aus dem Gebet heraus wächst die Kraft, das alltägliche Leben durchwirken und erneuern zu können. Kontemplativ beten kann mit oder ohne Worte geschehen. Beim ostkirchlichen Jesusgebet geschieht dies im sich wiederholenden Aussprechen des Namens Jesu Christi – es hat sich aus dem murmelnden Meditieren der jüdischen Gebetsweise und der Wüstenväter entwickelt. Man betet im Rhythmus des Atems und erfährt eine innere Ruhe und Kraft. Diese Praxis wird auch „Herzensgebet“ genannt: Das Herz schwingt allmählich mit und betet wie von selbst.
Die Kontemplation im Lassalle-Haus ist wesentlich von den „kontemplativen Exerzitien“ von Franz Jalics SJ inspiriert, für den das Herzensgebet zentral ist.

Inhalt
• Praktische Hinführungen
• Geistliche Impulse
• Leibübungen
• Gottesdienst
• Durchgehendes Schweigen mit Zeiten des Austauschs

Shibashi Qi Gong – Meditation in Bewegung

Shibashi ist Meditation in Bewegung – ein Bewegungsmantra in 18 Bildern mit poetischen Namen aus der Natur. Shibashi stammt aus der altchinesischen Heilkunst des Taj Ji und Qi Gong und wird in langsamen, in sich ruhenden Bewegungen vollzogen. Der äusseren Bewegung entspricht eine innere. Diese führt aus der Hektik in die Ruhe, aus der Zerstreuung in eine lockere Konzentration und Zentriertheit, aus der Abtrennung in die Verbindung mit dem Leib des Lebens: mit sich selbst und allem Lebendigen und dessen letzte Wirklichkeit.

„Jeder Boden ist heiliger Boden,
denn jeder Ort kann Stätte der Begegnung werden,
der Begegnung mit göttlicher Gegenwart.
Sobald wir die Schuhe des daran-gewöhnt-seins
ausziehen und zum Leben erwachen,
erkennen wir: Wenn nicht hier, wo sonst?
Wann, wenn nicht jetzt?
Jetzt, hier oder nie und nirgends
stehen wir vor der letzten Wirklichkeit.“
(David Steindl-Rast).

Zen Einführung

Eine sorgfältige Einführung in die Praxis und den Geist des Zen ist die Voraussetzung für gute erste Erfahrungen mit der Zen-Meditation. Diese führt von aussen nach innen, vom Handeln zum Sein, vom Wissen zum Erkennen. Schliesslich geht es um eine Weltsicht und ein Selbstverständnis jenseits ichbezogener Strukturen. In der Meditation wird die Weite unseres Seins erfahrbar, was wiederum ein Gefühl grosser Freiheit gibt.

In der Zen-Einführung werden die Grundlagen des Zen vermittelt. Der Kurs beginnt mit einigen Ausführungen über das Anliegen und die Geschichte des Zen sowie über die Möglichkeiten der Zen-Meditation. Nach einem Austausch über allfällige bisherige Meditationserfahrungen sowie über Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmenden wird in die Praxis der Zen-Meditation eingeführt, und verschiedene Sitzpositionen können erprobt werden. Im Kursverlauf werden erste Meditationserfahrungen gemacht und reflektiert, und es werden Rituale vermittelt, welche den ungestörten Ablauf der Meditationen ermöglichen und den Geist des Zen zum Ausdruck bringen. In einem Vortrag wird der Weg des Zen vertieft dargelegt, und zum Schluss des Kurses besteht Gelegenheit, die eigenen Erfahrungen zu besprechen und Fragen zu stellen.

Marcel Steiner erhielt 2009 von Niklaus Brantschen und Pia Gyger Roshi die Lehrbefugnis und den Dharma-Namen Kyo-Sa. Dieser Name bedeutet Brückenbauen, und dieses Thema ist ihm Gabe und Aufgabe in ganz unterschiedlichen Bereichen wie z.B. Brücken zu bauen zwischen Spiritualität und Alltag (oder wie es früher hiess: „ora et labora“), zwischen Mann und Frau, christlicher Tradition und Zen-Buddhismus, Handwerk und Studium, Portugal und der Schweiz.

Inhalt
Das zentrale Element des Einführungskurses ist die praktische Übung der Zen-Meditation. Sie wird Zazen genannt – wörtlich „Sitzen im Zen“. Auf Meditationskissen oder Schemeln sitzt man ohne Gedanken und findet zu einer inneren Ruhe, die mit zunehmender Übung zu einer neuen Lebenshaltung führt. Der Kurs findet weitgehend im Schweigen statt.

Bibel spirituell gelesen

Das Buch Ezechiel beschreibt in seinen ersten drei Kapiteln die Berufung des Propheten und seine Schau des himmlischen Thronwagens. So zeigt sich ihm die Herrlichkeit Gottes, und er erfährt von seiner Berufung, als Menschensohn zu seinem Volk zu gehen. Über die Volksgenossen in der Zerstreuung soll er wachsam sein. Er hat Gottes Wort auch angesichts aller menschlichen Widerständigkeit zu verkünden. In der jüdischen Tradition hat sich aus der Vision des Ezechiel die Mystik der himmlischen Paläste und des göttlichen Throns entwickelt, die sogenannte Merkava-Mystik. Ihre Bildkraft wirkt sogar in der Philosophie des Maimonides nach, wenn er sein Palastgleichnis formuliert. Auch Franz Kafka steht mit «seinem Schloss» in dieser Bildtradition. Christlicherseits hat wiederum die Mystikerin Theresa von Avila ihre innere Welt mit dem Bild der Seelenburg beschrieben. Vor allem aber wurde der von vier Symbolwesen getragene Thronwagen Gottes mit den vier Evangelien verbunden, worin die Herrlichkeit Gottes auf dem Antlitz Jesu aufscheint. Ez 1 – 3 spirituell zu lesen, führt in eine atemberaubende Wirkungsgeschichte.

Jüdische Meditation

Die jüdische Meditation ist eine spirituelle Praxis mit Wurzeln in der Hebräischen Bibel, in der Kabbala und im Chassidismus. Die Verbindung der speziellen Meditationstechniken des Judentums mit den Achtsamkeitsübungen aus den östlichen Traditionen hat sich als fruchtbar erwiesen und zieht in Israel und Amerika eine steigende Anzahl von Menschen an. Die jüdische Mediation orientiert sich am kabbalistischen Gedankengut wie dem Sefirot-Baum und ermöglicht, unter anderem durch die Meditation über biblische Gottesnahmen und ausgewählte Psalmen, verschiedene Bewusstseinsebenen anzusprechen. Dies führt zu einer Vertiefung der Beziehung mit dem Göttlichen in und um uns und begünstigt die Entwicklung geistiger Stärken wie Liebe und innere Ruhe. Das Hören und Singen chassidischer Niggunim (Melodien) begleitet und intensiviert diese meditativen Erfahrungen.

Pilgertag

Höhenweg mit einzigartiger Aussicht, inmitten des Pflanzenschutzgebietes und vielen anderen Highlights.
ca. (↑ 480 HM, ↓980 HM, ca. 4 ½ Std.)
Jeweils am zweiten Samstag des Monats lädt das Lassalle-Haus von April bis Oktober zu einem Pilgertag ein. Katarina Kelso plant die Touren und führt diese durch; Lassalle-Haus-Kursleitende laufen mit, geben spirituelle Impulse und leiten auf Teilstrecken zu gemeinsamem Gehen im Schweigen an. Die Touren sind eine Woche im Voraus detailliert auf der Website ausgeschrieben.

Einzelexerzitien – 7 Tage

Exerzitien sind ein angeleiteter geistlicher Weg: Im Mittelpunkt steht die Begegnung mit einem liebenden Gott. In der Liebe wächst Vertrauen, und aus Vertrauen entsteht die Freiheit, das eigene Leben formen zu lassen. Verletzungen und Ängste, Unfreiheiten und Fixierungen werden behutsam angeschaut und liebevoll gelöst. Exerzitien führen zu einem frischen Blick auf Sinn und Ziel des Lebens und zu einem Gespür für den persönlichen Weg. Sie vertiefen den Glauben und den Mut, im Alltag konkret zu wirken.
Die Meditation biblischer Texte – eine zentrale Form geistlicher Übung – sowie Stille und regelmässige Begleitgespräche unterstützen den Prozess. Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht der persönliche Weg der Übenden.
Inhalt
Täglich:
• 4 persönliche Meditationszeiten
• Begleitgespräch
• Leibübungen
• Eucharistiefeier / Abendmahl
• Tagesrückblick

Durchgehendes Schweigen

Kontemplation – 7 Tage

Impulse aus Leben und Werk der Mystikerin und Lyrikerin Silja Walter begleiten anlässlich ihres 100. Geburtstages die Kontemplationskurse im Jahr 2019.
Silja Walter (1919 – 2011) lebte im Benediktinerinnen-Kloster Fahr. Die Ordensfrau war eine Schriftstellerin und Dichterin von ausserordentlicher Vitalität. Ihr vielschichtiges und mehrfach mit Literatur – und Kulturpreisen ausgezeichnetes Werk umfasst Gedichte, Lieder, Prosa, liturgische Texte und Theaterstücke.
Ein wichtiges Thema war für Silja Walter immer, wie sie in Gottes Gegenwart leben und das Berufungserlebnis lebendig halten konnte. In der Anfangszeit im Kloster versiegte zunächst ihre Kreativität, um danach umso kraftvoller wieder aufzubrechen. Wonach sich die Dichterin sehnte, nach Liebe und Erfüllung, beides wurde ihr zunehmend gewiss: Aufgehoben in der Liebe Gottes horchte sie gesammelt nach innen, wo sich ihr tiefere Wahrheiten offenbarten. Ihr Ringen um eine Gottesbeziehung in einer säkularen Welt, bleibt aktuell, ermutigend und herausfordernd.

Inhalt
• Praktische Hinführungen
• Geistliche Impulse
• Begleitgespräche
• Leibübungen
• Gottesdienst Eucharistie / Abendmahl
• Durchgehendes Schweigen

Exerzitien Einführung

Exerzitien sind ein angeleiteter geistlicher Weg. Als ignatianische Exerzitien gehen sie zurück auf Ignatius von Loyola, Mystiker und Gründer des Jesuitenordens. Ein Einführungswochenende ermöglicht das Kennenlernen von Ziel und Inhalt der Exerzitien. Wer sich in der Ruhe und im schweigenden Hören mit Ignatius auf den Weg machen will, bekommt hier eine Ahnung vom Reichtum seiner Spiritualität.

Inhalt
• Zeiten der Stille
• Inhaltliche Impulse
• Methodische Anleitungen und Übungen
• Körperübungen
• Gelegenheit zum Begleitgespräch
• Einladung zum Gottesdienst

Auszeit zur rechten Zeit

Möchten Sie dem Hamsterrad entfliehen? Brauchen Sie Abstand zum fordernden beruflichen und privaten Alltag? Sind Sie an Ihre Belastungsgrenze gelangt? Stehen in Ihrem Leben Veränderungen an? Oder sehnen Sie sich ganz einfach nach einer Pause, um durchatmen zu können, zu Kraft zu kommen, den Überblick wieder zu erlangen? Dann könnte unsere Auszeit zur rechten Zeit die richtige Antwort sein.

Inhalt
In unserem 8-tägigen Angebot „Auszeit zur rechten Zeit“ werden Grundlagen zu Stress, Stressbewältigung, Resilienz und Selbstmanagement sowie Atem-, Entspannungs- und Meditationsübungen vermittelt und praktiziert. Zeiten des Austauschs und der Stille wechseln sich ab. Die Tagesstruktur erlaubt zudem Raum für Erholung und Musse, Zeit für sich und in der Natur.
Der klar strukturierte und durch die Kursleitenden begleitete Prozess integriert Einzel- und Gruppenreflexionen, unterstützt in der Standortanalyse und hilft, genau hinzuschauen: Persönliche Lebensgewohnheiten werden auf konstruktive und wohlwollende Art hinterfragt und auf dem Hintergrund eigener Werte gegebenenfalls angepasst oder verändert. Dabei bietet Ihnen das Lassalle-Haus den geeigneten Rahmen, um in der Stille wieder zu sich selbst zu finden.

Auszeit auch als verlängertes Wochenend-Angebot
Es ist möglich, das Angebot auch als Einführung (3½-Tage am Wochenende) zu besuchen, ohne persönliche Einzel- Prozessbegleitung. Auf dem Programm stehen Grundlagen und Praxis zu Stressbewältigung, Atem-, Entspannungs- und Meditationsübungen.
Wenn Sie sich für dieses verlängerte Wochenend-Angebot interessieren (Kurskosten: CHF 390.00), wenden Sie sich bitte direkt an info@lassalle-haus.org oder Tel. +41 41 757 14 14.