Versöhnungsprozesse (mit sich selbst, mit Andern, mit Gott) sind etwas vom Schwierigsten im menschlichen Reifungsprozess. Letztlich gelingen sie, wo von zutiefst innen oder aussen her gnadenhaft Hilfe einbricht.
Versöhnung muss ich wollen und mir schenken lassen.
Sie ist ein zentraler Schritt im menschlichen Reifungs- und spirituellen Selbstwerdungsprozess und hat mit Wahrheitsfindung, mit Freiheit und Neuwerden zu tun.
Versöhntes Dasein ist eine tiefe Sehnsucht im Menschen und zugleich Zielpunkt, dem wir uns bestenfalls Schritt um Schritt annähern können. Im Zugehen auf den Tod wird dieses Drängen oft nachhaltig spürbar. Diesem Aspekt wird, gestützt auf die an zahlreichen Sterbebetten gesammelte Erfahrung und entsprechende wissenschaftliche Forschung, ein besonderes Augenmerk geschenkt.
Vergebung und Versöhnung wollen sich nicht nur mit Menschen meines Umfeldes oder aus meiner Vergangenheit ereignen. Tiefer noch muss ich mir selbst vergeben und offen werden auf Versöhnung und Friede hin, wie sie uns nur von Gott her geschenkt werden können. Es sind Prozesse, die mit spirituellem Offenwerden, mit Wandlung und tiefem Neuwerden zu tun haben.
Autor: Lassalle-Haus Bad Schönbrunn, Edlibach
Einzelexerzitien nach Mass – mind. 3 Tage
Bei dieser Form von Exerzitien entscheiden die Teilnehmenden, wie lange sie dauern. Die Mindestzeit sind 3 Tage. Dabei lassen sich die Übenden auf einen angeleiteten, geistlichen Weg ein: Im Mittelpunkt steht die Begegnung mit einem liebenden Gott. In der Liebe wächst Vertrauen, und aus Vertrauen entsteht die Freiheit, das eigene Leben formen zu lassen. Verletzungen und Ängste, Unfreiheiten und Fixierungen werden behutsam angeschaut und liebevoll gelöst. Exerzitien führen zu einem frischen Blick auf Sinn und Ziel des Lebens und zu einem Gespür für den persönlichen Weg. Sie vertiefen den Glauben und den Mut, im Alltag konkret zu wirken.
Die Meditation biblischer Texte – eine zentrale Form geistlicher Übung – sowie Stille und regelmässige Begleitgespräche unterstützen den Prozess.
Inhalt
Täglich:
• 3-4 persönliche Meditationszeiten
• Begleitgespräch
• Leibübungen
• Gottesdienst
• Tagesrückblick
Durchgehendes Schweigen
Kontemplation – 6 Tage
Impulse aus Leben und Werk der Mystikerin und Lyrikerin Silja Walter begleiten anlässlich ihres 100. Geburtstages die Kontemplationskurse im Jahr 2019.
Silja Walter (1919 – 2011) lebte im Benediktinerinnen-Kloster Fahr. Die Ordensfrau war eine Schriftstellerin und Dichterin von ausserordentlicher Vitalität. Ihr vielschichtiges und mehrfach mit Literatur – und Kulturpreisen ausgezeichnetes Werk umfasst Gedichte, Lieder, Prosa, liturgische Texte und Theaterstücke.
Ein wichtiges Thema war für Silja Walter immer, wie sie in Gottes Gegenwart leben und das Berufungserlebnis lebendig halten konnte. In der Anfangszeit im Kloster versiegte zunächst ihre Kreativität, um danach umso kraftvoller wieder aufzubrechen. Wonach sich die Dichterin sehnte, nach Liebe und Erfüllung, beides wurde ihr zunehmend gewiss: Aufgehoben in der Liebe Gottes horchte sie gesammelt nach innen, wo sich ihr tiefere Wahrheiten offenbarten. Ihr Ringen um eine Gottesbeziehung in einer säkularen Welt, bleibt aktuell, ermutigend und herausfordernd.
Inhalt
• Praktische Hinführungen
• Geistliche Impulse
• Begleitgespräche
• Leibübungen
• tägliche Eucharistiefeier am Abend
• Durchgehendes Schweigen
Inhalt
• Praktische Hinführungen
• Geistliche Impulse
• Begleitgespräche
• Leibübungen
• tägliche Eucharistiefeier am Abend
• Durchgehendes Schweigen
Lassalle-Herbstfasten
Fasten wie wir es verstehen: Leib und Seele stellen sich darauf ein, die Nahrung nicht von aussen, sondern von innen, aus den eigenen Reserven zu beziehen. Dank diesem psychosomatischen Geschehen werden Menschen vom «Ausser-sich-Sein» zur Mitte ihrer selbst geführt. Dieser Vorgang zeigt Wirkung in gesundheitlicher, spiritueller und mitmenschlich-sozialer Hinsicht. Beim Fasten wächst die Verbundenheit mit den Menschen und mit der Natur – mit der Luft, die wir atmen, mit dem Wasser, das wir trinken, mit der Erde, die uns trägt und ernährt. Die Freude am Leben und die Bereitschaft, nachhaltig und gerecht zu handeln, wächst.
Wer Sie auch sind, woher Sie auch kommen, welchen beruflichen, kulturellen oder religiösen Hintergrund Sie auch haben – wir laden Sie ein, das kleine Abenteuer Fasten mit uns zu wagen.
Inhalt
Elemente:
– Pflege der Stille – Kurs im Schweigen mit Zeiten des Austauschs
– Impulse zur gesundheitlichen, spirituellen und sozial-politischen Dimension des Fastens
– Meditation und Gottesdienst
– Leibübungen
– Wanderungen in der Gruppe oder individuell
– Möglichkeit, zusätzlich Cranio-Sacral-Behandlungen bei Ursula Popp zu buchen
Vertiefungstag Exerzitien und Kontemplation
Neben dem Üben in Kursen von Exerzitien und Kontemplation sind kleine Auszeiten wie diese stillen Einzeltage hilfreich, um gemachte Erfahrungen zu vertiefen, sich auf dem spirituellen Weg zu verankern und der Spur auf der Suche nach Gott und dem eigenen Weg treu zu bleiben.
Inhalt
• Durchgehendes Schweigen
• Biblischer Impuls
• Meditation des Schrifttextes oder Kontemplation
• Leibübungen
Erfüllt und selbstbestimmt leben trotz chronischer Krankheit
Chronisch kranke Menschen sind im Alltag vor viele Herausforderungen gestellt. Die Diagnose erschüttert den gewohnten Lebenslauf und führt die eigene Verletzlichkeit vor Augen. Symptome wie etwa Schmerzen führen zu einem belasteten Verhältnis zum Körper und zu Auseinandersetzungen mit dem Sinn des Lebens. Krisen und Existenzängste verhindern Normalität im Alltag und werfen viele Fragen auf: Wie kann ich trotz Einschränkungen ein erfülltes und zufriedenes Leben führen? Was gibt meinem Leben in schwierigen Zeiten Halt und Kraft?
Durch tägliche thematische Inputs und begleitende Gespräche unterstützen wir Betroffene, persönliche Werte, Ressourcen und Lebensperspektiven als Quellen innerer Stärke und Widerstandskraft neu zu entdecken. Die Seminare vermitteln Grundlagen und Methoden, die den Umgang mit Krisen erleichtern und Wege aufzeigen, wie erfülltes und selbstbestimmtes Leben trotz Einschränkungen gelingen kann.
Chan Mi Qi Gong
Chan Mi Qi Gong – Basisübung Intensivkurs
Hier lernen Sie Ihren eigenen Körper mit neuen Wahrnehmungen kennen. Sie erfahren körperliche Entspannung sowie geistige Ruhe, und schliesslich erreichen Sie eine Besserung der Gesundheit und eine bessere innere Balance.
Lernen Sie die komplette Basisübung an einem Wochenende
Chan Mi Qi Gong Basisübung: Die Wirbelsäule als Quelle der Lebenskraft
Hier dürfen wir innere Landschaften entdecken, in denen neue Räume unserer Wahrnehmung geöffnet werden. Wir brechen sanft aus gewohnten Verhaltensmustern und erleben, dass da noch etwas Grösseres in uns schlummert. Eine Quelle, die man anzapfen kann, welche Kraft und Lebendigkeit schenkt. Chan Mi Qi Gong auch bekannt als Wirbelsäulen-Qigong ist das Lebenswerk von Grossmeister Liu Han Wen (1921–2004).
Die klar strukturierte Basisübung ist das Herz des Chan Mi Qi Gong. Zentraler Ansatz sind gezielte Wirbelsäulenbewegungen, welche von grossem Nutzen für die Wirbelsäule und den ganzen Organismus sind. Durch die entspannten, langsamen Bewegungen in allen Bewegungsebenen wird ein umfassender, wohltuender Effekt auf den ganzen Körper erzielt. Die Bewegungen lösen Spannungen im ganzen Wirbelsäulen-System und damit Blockaden im gesamten Organismus, sodass ein freier Energiefluss physisch, psychisch und mental zu allgemeiner Regeneration, Schmerzreduzierung und tiefer Harmonisierung verhilft.
Aufbauend auf die entspannten Bewegungen wird dann die Qi-Führung integriert und damit innere Konzentration und Visualisierung eingeübt. Im Theorie-Unterricht hören wir, dass neben der körperlichen guten Haltung auch eine gute Lebensführung zu den wichtigen Grundlagen eines gesunden Lebens gehört. Die Basisübung ist vor allem bei Haltungsschäden, Wirbelsäulenerkrankungen und einer Vielzahl von verschiedensten Rückenschmerzsymptomen sehr zu empfehlen.
Inhalt
Sie erlernen die komplette Basisübung, welche aus Haltungskorrektur, vier Grundbewegungen und einer Abschlussbewegung besteht. Ausserdem lernen Sie natürlich die begleitende Qi-Führung, der Einsatz der inneren Konzentration und die Visualisierung des Qi. Natürlich liegt der Schwerpunkt zu Anfang auf dem Erlernen der richtigen Bewegung und der Körperhaltung, um den Qi-Fluss zu unterstützen und die körperliche Entspannung aller Muskelpartien zu erreichen. Aufbauend auf die entspannten Bewegungen wird dann die Qi-Führung integriert und damit innere Konzentration und Visualisierung eingeübt.
Sumi-e – Fernöstliche Tuschemalerei (Mittelstufe)
In Japan trägt die Kunst der Tuschmalerei den Namen Sumi-e (Tuschebild), oder suibokuga (Tusche-Aquarell-Bild). Die Tuschemalerei hat enge Beziehungen zur Zen-Kultur. Mit wenigen Pinselstrichen, vorwiegend mit schwarzer Tusche, werden stimmungsvolle Bilder in reduzierter Darstellung geschaffen. Dargestellt werden vor allem Naturmotive und Landschaften. Farben werden äusserst sparsam eingesetzt. Ein bekanntes Meisterwort lautet: «Wenn man die schwarze Tusche geschickt behandelt, dann ergeben sich die fünf Farben fast von selbst». Dadurch, dass die Motive weitgehend aller Farbe entkleidet sind und aus dem Zusammenhang mit ihrer Umgebung gelöst werden, wird ihre innere, geistige Struktur spürbar, ihr «wirklicher» Charakter erscheint.
Die Kunst der Tuschemalerei erfordert eine hochgradige Beherrschung des Materials, denn jeder Pinselstrich ist (wie bei der Kalligrafie) unwiderruflich. Dies erfordert ein ausserordentliches Feingefühl der Linienführung.
Inhalt
In den Kursen werden die Grundtechniken der klassischen bis modernen Tuschemalerei vermittelt.
Die Kurse sind in drei Niveaustufen aufgeteilt, angefangen von der Grundstufe 1 bis zur Fortgeschrittenen-Stufe 3. Es ist wichtig, diese Reihenfolge einzuhalten.
Am Ende jeden Kurses sind die Teilnehmenden jeweils in der Lage, ihr Lieblingsmotiv der entsprechenden Stufe zu malen.
Einführung in die Meditation
Der «Markt» verschiedener Spiritualitäten und Meditationspraktiken ist schier unübersichtlich. Der «Heilsrezepte», welche den schnellen Weg zum Glück und zu innerer Befreiung verheissen, sind viele. Wie gewinne ich den Überblick und finde meinen Weg? Wie komme ich zu mehr innerer Ruhe im Alltag und nachhaltigem Frieden mit mir selbst und meiner Mit-Welt? Und: Was ist unter Meditation und Spiritualität zu verstehen? Wie verbinden sich östliche und westliche Wege, ohne Unterschiede auszuklammern oder unkritisch zu vermischen?
Der Tag will «einen Geschmack geben» für bewährte, spirituelle Meditationswegen: Exerzitien und Kontemplation – sie verkörpern zwei Haupt-Übungswege in der christlichen Spiritualitätsgeschichte; Zen und Qi-Gong – sie bilden wichtige Brücken zu fernöstlichen Meditationstraditionen. Damit erhalten die Teilnehmenden u.a. eine Klärungshilfe, welcher spirituelle Weg ihnen mehr entspricht.
Zudem gibt es eine Einführung in die Architektur und das Programm des Lassalle-Hauses. Dabei soll deutlich werden, was das Anliegen einer tragfähigen Meditationspraxis ist: der Weg nach innen, zu sich selbst, ist untrennbar verbunden mit dem Weg nach aussen, in die Verantwortung für die Welt.
Inhalt
• Zeiten der Stille
• Thematische Kurzeinführungen
• Praktische Übungen zu den jeweiligen Meditationsmethoden
• Austausch in der Gruppe
• Vorstellung einschlägiger Literatur
• Architektur- und Hausführung
Zen Einführung
Eine sorgfältige Einführung in die Praxis und den Geist des Zen ist die Voraussetzung für gute erste Erfahrungen mit der Zen-Meditation. Diese führt von aussen nach innen, vom Handeln zum Sein, vom Wissen zum Erkennen. Schliesslich geht es um eine Weltsicht und ein Selbstverständnis jenseits ichbezogener Strukturen. In der Meditation wird die Weite unseres Seins erfahrbar, was wiederum ein Gefühl grosser Freiheit gibt.
In der Zen-Einführung werden die Grundlagen des Zen vermittelt. Der Kurs beginnt mit einigen Ausführungen über das Anliegen und die Geschichte des Zen sowie über die Möglichkeiten der Zen-Meditation. Nach einem Austausch über allfällige bisherige Meditationserfahrungen sowie über Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmenden wird in die Praxis der Zen-Meditation eingeführt, und verschiedene Sitzpositionen können erprobt werden. Im Kursverlauf werden erste Meditationserfahrungen gemacht und reflektiert, und es werden Rituale vermittelt, welche den ungestörten Ablauf der Meditationen ermöglichen und den Geist des Zen zum Ausdruck bringen. In einem Vortrag wird der Weg des Zen vertieft dargelegt, und zum Schluss des Kurses besteht Gelegenheit, die eigenen Erfahrungen zu besprechen und Fragen zu stellen.
Peter Widmer besuchte 1986 erste Zen-Kurse und wurde Zen-Schüler bei Pia Gyger. 2004 erhielt er Dharma-Transmission und Erteilung der Zen-Lehrbefugnis (Sensei) durch Pia Gyger Roshi mit dem Dharma-Namen Ki Gen. Besondere Anliegen sind Peter Widmer die Verbindung von Zen und westlicher Psychologie sowie Therapie- und Coachingmethoden. Weitere Interessen- und Tätigkeitsgebiete sind die Teilpersönlichkeitsarbeit, Traumarbeit, Klarträumen, Erwachsenenentwicklung, z.T. auf Basis des AQAL-Models von Ken Wilber.
Inhalt
Das zentrale Element des Einführungskurses ist die praktische Übung der Zen-Meditation. Sie wird Zazen genannt – wörtlich „Sitzen im Zen“. Auf Meditationskissen oder Schemeln sitzt man ohne Gedanken und findet zu einer inneren Ruhe, die mit zunehmender Übung zu einer neuen Lebenshaltung führt. Der Kurs findet weitgehend im Schweigen statt.