Spiritual Care in der Notfallversorgung

Als medizinischer Notfall werden Personen definiert, die körperliche oder psychische Veränderungen im Gesundheitszustand aufweisen, für die der Patient selbst oder Drittpersonen dringende medizinische oder pflegerische Betreuung als notwendig erachten. Spiritualität in der Notfallmedizin präsentiert sich in verschiedensten Bereichen und Ebenen, sei es die Frage nach dem Sinn einer Behandlung, die Sorge um einen Angehörigen oder in Form eines Debriefings im Team nach einer belastenden Situation. Spiritual Care in der Notfallversorgung bedeutet Wahrnehmen und Betreuen von Patienten in kritischen Lebenssituationen.

Inhalt
Der Kurs thematisiert die Unterstützungsmöglichkeiten bei der Bewältigung von Grenzsituationen, befasst sich mit der spezifischen Dynamik der Notfallsituation und zeigt Ansätze auf, wie eine Basis-Kompetenz in Spiritual Care im Kontext der Notfallversorgung entwickelt und gefördert werden kann.

Spiritual Care in der Psychiatrie

Fragen der Religion und Spiritualität haben in einer Psychiatrischen Klinik keinen einfachen Stand und werden im Behandlungsalltag oft vergessen oder vermieden. Ein Blick in die Geschichte gibt einen Eindruck in diese spannungsvolle Beziehung. Seit Kurzen ist aber ein Interesse an Spiritualität als Bewältigungsversuch in existentiellen Krisen zu beobachten. Wie ist im medizinischen Paradigma ein Umgang mit Leiden und Scheitern möglich? Wie lassen sich Sinnfindung und Hoffnung unterstützen? Welche Besonderheiten ergeben sich, wenn diese Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit psychischen Erschütterungen und psychiatrischen Erkrankungen stehen? Toxische Glaubensvorstellungen und die ambivalenten Wirkungen von Religion sind dabei ebenso Thema wie Begegnung, Rituale und „ganz normal anders“.

Inhalt

Der Kurs thematisiert Spiritual Care anhand von Praxissituationen am Beispiel der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Ein besonderer Fokus liegt in der seelsorgerischen Arbeit im Klinikalltag.

Versöhnung und Vergebung

„Nichts wird mehr so sein wie es war“ (Hannah Arendt)

Versöhnung und Vergebung sind etwas vom Schwierigsten und zugleich Zentralsten im menschlichen und spirituellen Reifungsprozess. Man verdrängt, vertagt… Und doch kann es sein – mitten im Leben und erst recht im Zugehen auf den Tod – dass uns ein Wunsch nach Bereinigung oder eine Sehnsucht nach Friede,  Heilwerden aus Verletzung und erlöstem Dasein einholt. Wie geschieht Vergebung, wie Versöhnung? Was, wenn der Andere nicht will? Was riskieren wir und was wird uns dabei geschenkt?

Versöhnungs- und Vergebungsprozesse haben mit einem Wollen zu tun und bleiben doch angewiesen auf Hilfe  von ausserhalb oder auf Impulse von zutiefst innen. Wir brauchen letztlich göttliche Führung und Gnade. Nur wer eine Hoffnung, die Perspektive auf ein Mehr an Glück, an Freiheit und Lebendigkeit hat, wer wie Sterbende berührt ist von einem kategorial anderen Sein, gibt sich selbst in den Prozess hinein. Und er spürt mehr und mehr, dass es nicht bei der Versöhnung mit einem einzelnen Menschen bleibt. Versöhntes Dasein ereignet sich dort, wo wir uns tief innen einfach öffnen. Sie geschieht mit Mitmenschen und zugleich mit uns selbst und mit Gott oder einer Liebe schlechthin. Vergebung ist das Tor, durch welches hindurch wir wieder offen werden auf das Ganze hin. Versöhnung ist Neubegegnung. Beides ist Prozess. Was dabei letztlich geschieht, ist Wandlung:  ein Kategorienwechsel!

Inhalt

Wir arbeiten prozessorientiert. Kurze Theorieblöcke beleuchten das Thema  aus psychotherapeutischer und theologischer  Perspektive sowie aus der praktischen Erfahrung der Palliative Care. Klangreisen und nonverbale Elemente  bewirken eine emotionale und sensitive Vertiefung. Das Spirituelle erhält Raum in der Arbeit mit biblischen Texten, Träumen und Symbolarbeit, in der inneren Sammlung,  im gemeinsamen Feiern und Beten.

Spiritual Care in der ambulanten Pflege

Was bedeutet es, mit einer Krankheit oder Behinderung zu Hause zu leben? Was bedeutet es für Angehörige und für professionell Betreuende und Pflegende? Wie kann Spiritualität als Teil des menschlichen Lebens die physischen, psychischen und sozialen Dimensionen des menschlichen Daseins verbinden und zusammenhalten? Wie ist Spiritualität in der Pflege zu Hause zu verstehen, zu leben und in Form von Beistandschaft zu gestalten? Wir gehen der Bedeutung und verschiedenen Formen von Beistandschaft nach. Diese kann in schwierigen Lebenssituationen, Krankheit und Krisen Gefühle von Angst und Hilflosigkeit in Gefühle von Hoffnung und Zuversicht verwandeln. Sie kann helfen, neues Selbstbewusstsein zu gewinnen und Entscheidungen zu treffen. Sie kann helfen, das eigene Leben neu auszukosten und zu gestalten.

Inhalt
Im Kurs gehen wir Lebenswegen entlang und tauschen uns aus über die Aspekte von Spiritualität in ihren vielen Facetten. Wir entdecken neue Wege, um diese für die Pflege zu Hause erfahrbar und zu Quellen von Sinngebung, Freude und Hoffnung zu machen.

Spirituelle Anamnese

Spirituelle Anamnese

in Theorie und Praxis

Während sich die spirituelle Anamnese in vielen angelsächsischen Ländern vielerorts eingebürgert hat, ist sie im deutschsprachigen Raum noch wenig bekannt oder sie wird kritisch eingeschätzt. In den letzten Jahren wurden allerdings auch in der Schweiz einige Instrumente entwickelt, welche Gesundheitsfachleute bei der Wahrnehmung religiöser und spiritueller Aspekte in der Begleitung von Patientinnen und Patienten unterstützen sollen. Der Fortbildungstag wird einerseits Instrumente für Assessment und Anamnese insbesondere aus den USA und der Schweiz vorstellen. Er wird andererseits in die Diskussion der Instrumente selbst einführen, d.h. die Frage thematisieren, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Form sie für die Begleitung hilfreich und wirksam sein können.

Inhalt

Um religiöse und spirituelle Anliegen aktiv in die Betreuung einzubeziehen, „bieten sich für die verantwortlichen Fachpersonen zwei unterschiedliche, sich ergänzende Wege an: die achtsame Wahrnehmung und der Weg des direkten Ansprechens und Erfragens. Beide Formen bedürfen einer offenen und respektvollen Grundhaltung, der bewussten Einübung und einer Implementierung in der betreffenden Institution/Organisation, wozu auch die Klärung spezifischer Verantwortlichkeiten gehört. Für die interprofessionelle Zusammenarbeit ist es entscheidend, sich im Betreuungsteam über passende Formen der Wahrnehmung/Erhebung von religiösen und spirituellen Bedürfnissen und die damit verbundenen Aufgaben und Vorgehensweisen zu verständigen“. Dieser in den palliative.ch-Leitlinien zur interprofessionellen Praxis im Kontext von Spiritual Care formulierten Anforderungen werden im Fortbildungstag entfaltet:

  1. Aufgaben und Rollen der beteiligten Berufsgruppen
  2. Zwei Formen der Anamnese
  3. Grundhaltung und praktische Einübung
  4. Institutionelle Voraussetzungen

Tagung Medizin und Spiritualität

An Grenzen wachsen? Grenzen als spirituelle Herausforderung für Heil und Heilung

In unserer Gesellschaft werden wir insbesondere im Gesundheitsbereich mit unseren Grenzen konfrontiert. Wenn wir von gesundheitlichen Einschränkungen herausgefordert werden, erleben wir dies als Krise. Dabei gehört das Erfahren von Begrenzung zum Menschsein. Grenzen verhindern, Grenzen ermöglichen Neues. Sie geben Schutz und durch ihre Konturen Orientierung. Aber sie zeigen dem Menschen auch auf, wo er nicht über sich selbst hinauskommt und vor der Aufgabe steht, Altes aufzugeben und Neues zu wagen. Gäbe es keine Grenzen, gäbe es keinen Neuanfang, kein Werden. Wie zeigt sich das Phänomen Grenzen in den unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens? Wie werden Grenzen vom Individuum erlebt, erlitten, angenommen oder gestaltet? Ist das Erfahren von Grenzen eine Aufgabe für das Einüben und Aneignen menschlicher Freiheit und Demut? Sind Grenzen die Voraussetzung für spirituelles Wachstum und Heil? Ist die Versöhnung mit den eigenen Grenzen eine der wesentlichen Lebensaufgaben?

Inhalt

Gemeinsam mit ReferentInnen aus unterschiedlichen Gesundheitsbereichen gehen wir an dieser Tagung einem wachstumsorientierten Verständnis von Grenzen nach und laden ein zur Reflexion und zur aktiven Auseinandersetzung mit Grenzen in den fachlichen, aber auch den eigenen persönlichen Bezügen. Vortrag und Workshops ermöglichen Inspiration, neue Sichtweisen zum Phänomen Grenzen und Austausch über die eigene berufliche Tätigkeit.

Eröffnungsreferat
Prof. Dr. med. Giovanni Maio, Mediziner, Philosoph und Universitätsprofessor für Bioethik, renommierter Autor zahlreicher Publikationen u. a. «Auf den Menschen hören. Für eine Kultur der Aufmerksamkeit in der Medizin», «Den kranken Menschen verstehen. Für eine Medizin der Zuwendung» und «Gesellschaftsmodell Gesundheit. Wie der Markt die Heilkunst
abschafft».

Workshops
– Monika Obrist, MSc, Präsidentin palliative ch, Geschäftsleiterin von palliative zh+sh
– Dr. Werner Widmer, Direktor Stiftung Diakoniewerk Neumünster

Wirksam kommunizieren in Zeiten des Umbruchs

Was macht gute Kommunikation aus in einer Welt, in der bestehende Führungs- und Geschäftsmodelle immer wieder durch Innovationen verdrängt und zerschlagen werden? In der neuen Realität sind Hierarchien weniger gefragt, Generationenfragen entzünden sich. Welche Anregungen gibt es dazu aus der langen und erfolgreichen Tradition des Jesuitenordens? Ein Kommunikationsprofi und ein Jesuit freuen sich auf einen inspirierenden Dialog mit den Teilnehmenden.

Zen im Management

Impulse für Leaders

Zen zielt auf die Quelle aller Inspiration. Mit Bezug auf die individuellen Kontexte und Erfahrungen der Teilnehmenden vermittelt dieses Seminar einen intrinsischen Ansatz zum Umgang mit Management- und Führungsfragen. Meditationszeiten zwischen den Einheiten dienen der Vertiefung, Eindrücke werden verarbeitet und die gewonnenen individuellen Erkenntnisse in praktische Umsetzungen überführt.

Dies ist eine Veranstaltung des Lassalle-Instituts: www.lassalle-institut.org

 

Motivation – die stille Macht und die Macht der Stille.

Gut entscheiden und weitsichtig handeln

Unter Zuhilfenahme heutiger wissenschaftlicher Erkenntnisse der Motivationsforschung und fundiert durch die Spiritualität der Jesuiten beleuchtet das Führungsseminar verschiedene Aspekte der Motivation. Es lädt zu einer vertieften persönlichen Auseinandersetzung ein und zeigt die Wachstumspotenziale für ein authentisches Führungsverhalten auf. Dies schafft Grundlagen für Entscheidungen, welche sowohl kognitiv, intuitiv wie auch emotional stimmig sind und auch in längerfristiger Perspektive Bestand haben.

Dies ist eine Veranstaltung des Lassalle-Instituts: www.lassalle-institut.org

Informationsveranstaltung des Lehrgang Christliche Spiritualität

MAS/DAS/Zertifikats-Lehrgang Christliche Spiritualität

Ausgangslage und Anliegen

Die Sehnsucht nach lebendiger Spiritualität und der Wunsch, aus einer eigenen geistlichen Quelle zu schöpfen, hat trotz gegenläufigen gesellschaftlich/kirchlichen Entwicklungen zu einer religiösen Aufbruchsbewegung geführt. Auf der Suche nach Gottunmittelbarkeit sind auch die Traditionen christlicher Mystik neu ins Blickfeld gerückt sowie bisher wenig bekannte Wege ost- und westkirchlicher Spiritualität. Parallel dazu hat die wissenschaftliche Erforschung der christlichen Spiritualität in den letzten Jahrzehnten ein reiches Feld erschlossen, das zu weiteren Erkundungsgängen und persönlichen Entdeckungsreisen einlädt.

Der Lehrgang «Christliche Spiritualität – Quellen, Geschichte und heutige Praxis» antwortet auf die Herausforderungen und Chancen, die aus dieser Situation resultieren. Im Blick auf gegenwärtige Suchbewegungen möchte der Lehrgang dazu beitragen, dass die auf akademischem Weg erschlossenen Quellen auch zu Quellen persönlicher Spiritualität werden. Er bietet Raum und Instrumente, um in die christliche Spiritualitätsgeschichte einzutauchen, ihrer Fremdheit und Nähe zu begegnen und daraus einen neuen Blick für die Gegenwart zu gewinnen. In einem ökumenisch weiten Horizont wird zu einer neuen «ars spiritualis» ermutigt, zu einer «geistlichen Kunst», die sich in der Vielfalt heutiger Lebenssituationen als tragend und heilsam-herausfordernd zu erweisen vermag.

Zwei Schwerpunkte prägen den Lehrgang: Zum einen geht es um eine vertiefte Kenntnis der Geschichte christlicher Spiritualität und die Kunst, klassische Texte persönlich zu erschliessen (lectio spiritualis). Zum anderen bietet der Lehrgang Gelegenheit, in intensiver Selbstwahrnehmung und im Austausch mit Anderen die eigene spirituelle Praxis zu reflektieren, neu zu erschliessen und im Dialog mit der Tradition zu vertiefen.