Schuld und Strafe

Bild: iStock – Pict Rider

Die Tagung thematisiert das komplexe Verhältnis von Schuld und Strafe aus theologischer, rechtlicher und ethischer Perspektive. Im Zentrum steht die Frage nach der Legitimität und Gerechtigkeit der Gewalt, die Schuld spricht und Strafen verhängt. Ein Übel wird mit einem anderen Übel bestraft. Die illegale Gewaltausübung von Täterinnen und Tätern unterscheidet sich dabei nicht zwingend von der legalen Gewaltausübung der Staatsgewalt. Der entscheidende Unterschied besteht in der Autorisierung, Gewalt anzuwenden, Schuld zu sprechen und Strafen zu verhängen. Auf welche normativen Autorisierungsprozesse wird dabei zurückgegriffen? Was macht eine Person schuldig und was eine daraus folgende Sanktion gerecht? Und welche Rolle spielt das ethische Ziel der Versöhnung im rechtlichen System von Schuld und Strafe.

Detailliertes Programm (PDF)

Gäste
– Alfred Bodenheimer, Professor für jüdische Studien, Universität Basel
– Luca Di Blasi, Assoziierter Professor für Philosophie, Universität Bern
– Frank Stüfen, Gefängnisseelsorger, Reformierte Kirche Kanton Zürich
– Melanie Werren, Privatdozentin für Systematische Theologie / Ethik, Universität Bern
– Isabelle Noth, Professorin für Seelsorge, Religionspsychologie und Religionspädagogik, Universität Bern
– Elio Jaillet, Beauftragter für Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz

Moderation
– Frank Mathwig, Titularprofessor für Ethik, Universität Bern, und Beauftragter für Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz
– Stephan Jütte, Leiter Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz

Kosten (inkl. Pausenverpflegung und Stehlunch)
CHF 90.- / CHF 60.-*
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie, AHV/IV-, KulturLegi- oder Studierenden-Ausweis inkl. Pausenverpflegung und Stehlunch

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Theologie und Ethik der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz und dem Verlag Gefängnisseelsorge.

Streifzüge durch das nördliche Baltikum

Die baltischen Staaten sind in den letzten Jahren immer stärker in das öffentliche Interesse gerückt. 1991  konnten die drei Länder ihre Unabhängigkeit wiedererlangen und traten 2004 der Europäischen Union bei. Die Transformation haben sie erfolgreich durchlaufen. Allerdings fühlen sie sich durch Russlands aggressives  Vorgehen zunehmend bedroht. Auf der Studienreise besuchen wir den nördlichen Teil des Baltikums: die estnischen Städte Tallinn, Narva und Tartu (Europäische Kulturhauptstadt 2024) sowie die lettische  Hauptstadt Riga. In Gesprächen mit zivilgesellschaftlichen und religiösen Vertreterinnen und Vertretern  erfahren wir mehr über die sowjetische Vergangenheit und die aktuelle politische und religiöse Situation in  Estland und Lettland. Neben urbanen Zentren besuchen wir auch ländliche Gebiete und beschäftigen uns mit der jüdischen Geschichte Rigas.

Zielpublikum
Die Reise richtet sich an ein Publikum, das über die täglichen Schlagzeilen hinaus mehr über Geschichte und Gegenwart von Estland und Lettland erfahren will als touristisches Allerlei. Die Teilnehmenden schätzen Begegnungen mit  Menschen unterschiedlicher Herkunft und Haltung. Gespräche teils in Deutsch, teils auf Englisch. Teilnehmerzahl: maximal 20 Personen.

Reiseleitung
Für das inhaltliche Programm sind das Forum RGOW sowie die Paulus Akademie verantwortlich. Auf der Reise begleiten Sie:
– Stefan Kube, Leiter Forum RGOW – Religion & Gesellschaft in Ost und West
– Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie

Veranstaltet wird die  Studienreise von Ex Oriente Lux EOL in Berlin.

Detailprogramm/Kosten (PDF)

Anmeldung/Kontakt
Bis spätestens 10. Juli 2024 auf www.rgow.eu oder an

Franziska Rich
Forum RGOW
Bederstrasse 76
8002 Zürich
sekretariat@rgow.eu
044 342 18 19

Anmeldeformular zum Download (PDF)

Vom Labor auf die Teller?


Bild: iStock

Die fortschreitende Technisierung unserer Ernährung weckt einerseits grosse Versprechungen: Innovationen ermöglichen eine effizientere Lebensmittelproduktion, führen dank Ressourcenoptimierung zu weniger Verschwendung und bewirken eine bessere Überwachung der Lebensmittelqualität. Andererseits stellen sich Fragen nach der Natürlichkeit unseres Essens, nach gesundheitlichen Risiken durch Convenience Food und dem Verlust traditioneller Esskulturen. Wie viel Technik gehört in unsere Nahrung?

Gäste
Prof. Dr. Peter Fischer, Leiter des Laboratory of Food Process Engineering, ETH Zürich

Moderation
Sebastian Muders, Fachbereichsleiter Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie

Unkostenbeitrag (inkl. Lunch und Getränk von Lilly Jo)
CHF 30 / CHF 20*
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie, AHV/IV-, KulturLegi- oder Studierenden-Ausweis

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Center of Lifelong Learning Universtität Zürich und Lilly Jo.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 5. Mai 2024.

Gewalt


Bild: Adobe Stocks

«Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf», so lautet eine bekannte Sentenz des römischen Komödiendichters Plautus. Tatsächlich bilden Gewalt und Krieg als «Vater aller Dinge» (Heraklit) eine düstere Konstante der gesamten Menschheitsgeschichte: Zu allen Zeiten und in allen Ländern prägen Aggressivität und destruktives Benehmen den Mitmenschen gegenüber unsere Kultur, Technik und soziale Ordnung und bilden eine wesentliche Quelle für Trauer und Tod. Ist Gewalt ein unausrottbares Merkmal menschlichen Verhaltens? Wie lässt sich unser Aggressionstrieb positiv nutzbar machen? Und ist eine vollkommen friedliche Gesellschaft überhaupt möglich und erstrebenswert?

Gäste
– Manuel Eisner, Professor der Entwicklungs- und Vergleichenden Kriminologie und Direktor des Gewaltforschungszentrums an der University of Cambridge
– Simone Piatti, Psychologin und Phaemotherapeutin bei Fachstelle KONFLIKT.GEWALT. in Schaffhausen
– Sandra Lendenmann Winterberg, Botschafterin und Vize-Direktorin am Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten

Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgt Carolin Salome Eychmüller, Cellistin am Sinfonieorchester St. Gallen.

Moderation
– Sebastian Muders, Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie
– Reto Bühler, Leiter Friedhof Forum, Stadt Zürich

Ein Podium in Kooperation mit dem Friedhof Forum

Unkostenbeitrag
CHF 30 / 20* (inkl. Umtrunk)
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie, AHV/IV-, KulturLegi- oder Studierenden-Ausweis

Wie eine Träne im Ozean

Bild: @Dan Sperber

Der Romancier und Essayist Manès Sperber gehört zu den grossen europäischen und jüdischen Schriftstellern. Er war für Generationen eine wichtige Stimme gegen totalitäre Diktaturen von links und rechts, gegen alle autoritären politischen Tendenzen sowie für Demokratie und Toleranz. Sein freies, unabhängiges Denken macht seine Bücher heute wieder aktuell.

Die dreibändige Neuausgabe seines Werks wird Anfang Mai 2024 erhältlich sein und umfasst die Autobiographie «All das Vergangene …», die Romantrilogie «Wie eine Träne im Ozean» und einen Band mit den wichtigsten Essays.

Rudolf Isler ist Herausgeber der Romantrilogie «Wie eine Träne im Ozean», die Sperber während seinem dreijährigen Exil im Zweiten Weltkrieg in Zürich zu schreiben begonnen hat.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit tachles – Das jüdische Wochenmagazin

Gäste
Rudolf Isler, Sperber-Experte und Autor
Tiziana Jelmini, Schauspielerin und Sprecherin

Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Unkostenbeitrag
CHF 15 / CHF 10* (inkl. Umtrunk)
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie, AHV/IV-, KulturLegi- oder Studierenden-Ausweis

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 29. April 2024.

Alles nur Märchen?

Bild: iStock – Myillo

Kaum ein Kind wächst ohne Märchen auf. Auch in vielen Religionen spielt das Erzählen von Geschichten eine tragende Rolle. Das jüngst erschienene Buch «Erzähl nochmal» präsentiert 111 Geschichten aus unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Zeiten – und will damit der kulturellen Kraft des Erzählens und dem Erzählen als zentrale Kulturtechnik Raum geben.

Am Beispiel ausgewählter Erzählungen aus dem Buch reflektieren wir Kraft und Macht von Geschichten sowie die Rolle von säkularen und religiösen Erzähltraditionen in einer zunehmend diversen und säkularen Gesellschaft.

Gäste
– Dr. Rolf Bossart, Mitherausgeber des Buches «Erzähl nochmal. Geschichten aus Religionen, Kulturen und Zeiten» (Zürich, TVZ, 2023)
– Dr. Moni Egger, Bibelwissenschaftlerin und Märchenerzählerin
– Dr. Winfried Bader, Zentralsekretär des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks (SKB)

Es liest Ruth Schwegler, Schauspielerin.

Leitung und Moderation
– Odilo Noti, Präsident Stiftung Weltethos Schweiz
– Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie

Unkostenbeitrag
CHF 30 / CHF 20* (inkl. Umtrunk)
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie, AHV/IV-, KulturLegi- oder Studierenden-Ausweis

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 21. April 2024.

Der Papst der Enttäuschungen

Bild: Verlag Herder, Buchcover

Ist Franziskus wirklich ein Reformpapst? Michael Meier schildert detailliert die spannende Geschichte des Pontifikats und zieht eine nüchtern-realistische Bilanz: Franziskus ist mehr Seelsorger und Hirte als Reformer! Im Einzelfall lässt er Gnade vor Recht ergehen, stellt Barmherzigkeit über Lehramt und Dogma, ohne dieses aber zu ändern. Er belässt alles beim Alten. Falsche Erwartungen weckt der Papst aus dem Süden auch mit seiner Frauenförderung, der Kardinalspolitik der Peripherie und dem Synodalen Prozess. Geopolitisch fährt er tendenziell einen antiwestlichen Kurs.

Das Buch wird im Verlag Herder am 8. April 2024 erscheinen. Die Buchhandlung Strobel wird einige Exemplare am Büchertisch des Abends anbieten.

Gäste
– Michael Meier, Theologe und Publizist
– Marco Politi, Vatikanexperte und Autor zahlreicher Bücher

Moderation
– Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie

Unkostenbeitrag
CHF 30 / CHF 20* (inkl. Umtrunk)
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie, AHV/IV-, KulturLegi- oder Studierenden-Ausweis

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 7. April 2024.

Gruselige Grüne Gentechnik?


Bild: iStock

Seit 2005 ist der Anbau gentechnisch veränderter Organismen in der Schweiz verboten; erlaubt ist er nur zu Forschungszwecken. Alle vier Jahre werden die geltenden Bestimmungen überprüft. Zuletzt hat der Bundesrat 2021 das Moratorium verlängert, in diesem Jahr steht erneut die Frage nach Lockerungen für die Zeit nach 2025 im Raum.
Stellen gentechnische modifizierte Pflanzen eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar? Oder sind sie im Gegenteil Bewahrer der biologischen Diversität? Gehören Dank ihrer Hilfe Hungersnöte bald der Vergangenheit an? In unserem Workshop sind alle eingeladen, ihre Meinung einzubringen und sich miteinander auszutauschen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein Carbon Copy

Gäste
– Prof. Beat Keller, Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie, Universität Zürich
– Dr. Monika Messmer, Departement für Nutzpflanzenwissenschaften, Forschungsinstitut für biologischen Landbau

Moderation
– Sebastian Muders, Leiter Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie
– Philip Widmer und Christian Horvat, Carbon Copy

Eintritt frei, inkl. Umtrunk mit freundlicher Unterstützung der Carbon Copy.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung bis 24.03.2024 erwünscht.

«Wenn du den Frieden willst, rüste für den Krieg»

Streitgespräch zwischen Josef Lang, Alt-Nationalrat und Ulrich Schlüer, Alt-Nationalrat, Georg Häsler, Militärexperte und Dr. Dieter Baumann, Militärethiker

Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe «Krieg und Frieden» in Kooperation mit Herz Jesu Oerlikon und der Römisch-katholischen Pfarrei Bruder Klaus.

Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Veranstaltungsort
Pfarreizentrum der Pfarrei Bruder Klaus, Milchbuckstrasse 73, 8057 Zürich.

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

 

Nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe «Krieg und Frieden»:

Dienstag, 25. Juni 2024, 19.15 Uhr
VERTEIDIGEN – ABER WIE? ALTERNATIVE VERTEIDIGUNGSKONZEPTE 
Vortrag von Peter Weishaupt, Schweizer Friedensrat
Veranstaltungsort: Pfarreizentrum der Pfarrei Bruder Klaus, Milchbuckstrasse 73, 8057 Zürich.

Psychiatrie als Beziehungsmedizin

Der menschliche Geist ist mehr als ein Bündel von Hirnströmen. Als Mediziner und Philosoph argumentiert Thomas Fuchs für eine Perspektive, welche über das naturwissenschaftlich Messbare hinausgeht. Das Leben in Beziehung ist für den Menschen identitätsstiftend, ja das Gehirn selbst ist ein Beziehungsorgan. Für Fuchs birgt ein solches Menschenbild auch weiterführende Gesichtspunkte für die psychiatrische Arbeit und gibt Impulse für therapeutische Umgangsformen, wie uns Herr Fuchs anhand der depressiven Gemütsstörung illustrieren wird.

Gast
Thomas Fuchs, Karl Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie an der Universtiät Heidelberg und Träger des Erich-Fromm-Preises 2023 für die Verteidigung humanistischen Denkens.

Moderation
Sebastian Muders, Paulus Akademie
Gian Rudin, Pfarrei St. Josef Zürich
Stefan Gottfried, jenseits IM VIADUKT

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Pfarrei St. Josef und dem jenseits. Mit freundlicher Unterstützung von Katholisch Stadt Zürich

Unkostenbeitrag
CHF 30 / 20* (inkl. Umtrunk)
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie, AHV/IV-, KulturLegi- oder Studierenden-Ausweis

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 11. März 2024.