Heilsam oder unheilvoll? – Eine Tagung zum Umgang mit Nähe und Distanz in geistlicher Begleitung, Seelsorge und Beratung

Die vertiefte Auseinandersetzung mit Grenzverletzungen in Begleitbeziehungen hat eine helle und eine dunkle Spur hinterlassen. Viel Unheil wurde an den Tag gefördert und Wahrheit ans Licht gebracht. Im Zuge dessen machte die Konfrontation mit sexuellem Missbrauch eine noch grundsätzlichere Problematik sichtbar: den geistlichen Machtmissbrauch in geistlicher Begleitung, Seelsorge und Beratung. Es muss unmissverständlich klar sein, dass der Weg der Wahrheitssuche weitergeht. Jedes Hintertürchen von Verdrängung, Vertuschung und Halbherzigkeit bei der Aufarbeitung von Missbrauch muss aufgespürt und geschlossen werden. Dabei sollen in erster Linie die Opfer Gerechtigkeit erfahren. Wird ihnen Unrecht getan, leidet auch die Glaubwürdigkeit des Evangeliums, an welchem es Mass zu nehmen gilt.

Referent*innen

  • Prof. Dr. Katharina Anna Fuchs: Spezialistin in der Prävention von sexuellem und geistlichem Missbrauch, assoziierte Professorin am Institut für Psychologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana, Rom
  • Michael Gutberlet: Diplom-Psychologe und personzentrierter Psychotherapeut pcaSuisse, Ausbildner, Supervisor, Zürich
  • Dr. Wunibald Müller: Autor, Theologe und Psychotherapeut. Bis 2016 Leiter des Recollectio-Hauses der Abtei Münsterschwarzach, Würzburg
  • Dr. Hannah A. Schulz: Psychotherapeutin, Supervisorin, Coaching, Spezialistin in der Prävention von geistlichem Missbrauch, Bensberg bei Köln

Leitung

  • Bruno Brantschen SJ, Lassalle-Haus Bad Schönbrunn
  • Dr. med. Charlotte Pauli, Bern (Sonntag, 20. März, 18.30 Uhr bis Mittwoch, 23. März 13.30 Uhr)

Im Dialog – Die „abrahamitischen“ Religionen und ihre Verantwortung für die Schöpfung

Der Schutz unserer Erde ist heute zu einem der dringlichsten Anliegen unseres Lebens geworden. Mit moralisierenden Plädoyers, gesetzlichen Verboten und Vorschriften und alarmierenden Zahlen allein werden wir das nicht schaffen. Es braucht ein Bewusstsein für eine spirituelle Beziehung zur Natur. Die Botschaft der grossen Weltreligionen ist deutlich: Die Natur ist ein wichtiger Ort, an dem wir Gott erfahren. Gott durchdringt sie mit «seinem Geist, mit seiner Kraft, mit seiner Liebe und mit seiner Schönheit» (Anselm Grün). Was dies für uns bedeutet und welche konkreten Konsequenzen sich dabei für das religiöse Selbstverständnis von Juden, Christen und Muslimen ergeben, darüber wollen wir bei der Pfingsttagung miteinander ins Gespräch kommen.

Gesamtleitung:
Dr. Wilfried Dettling SJ, Bildungsleitung und stv. Direktor Lassalle-Haus

Referierende (u. a.): Prof. Dr. Stefan Schreiner, Universität Tübingen; Prof. Dr. Martin Rötting, Universität Salzburg; Dr.in Asmaa El Maaroufi, Universität Münster (Zentrum für Islamische Theologie); Ismail Kaplan, Alevitische Gemeinde Deutschland (AABF); Amira Hafner-Al Jabaji, Interreligiöser Think-Tank Schweiz

Konzert: Ensemble Tümata, Altorientalische Heilungsmusik

«Ich will das Morgenrot wecken.» (Ps 108,3) – Exerzitien zwischen den Jahren – 6 Tage

Die Wintersonnenwende liegt hinter uns und damit die längste Nacht des Jahres. Das Erwachen der Natur bleibt noch eine Ahnung im Morgengrauen des Wintertages. In dieser äusseren Dunkelheit feiern wir die Geburt des Lichtes aus der Höhe, das jede Finsternis hell macht. In Jesus wird die Liebe Gottes sichtbar, die bei den Menschen und seiner Schöpfung wohnen will. «Wach auf meine Seele! Ich will das Morgenrot wecken.», so der Psalmist. Voll Hoffnung streckt er sich dem neuen Licht entgegen. – Diese Exerzitien öffnen den Raum, in dem wir, umgeben von Gottes sanftem Licht, getrost das Alte loslassen und kraftvoll in das anbrechende neue Jahr hineinschreiten können.

Exerzitienbegleitung:
Bruno Brantschen SJ
Irene Weinold

Mitwirkung:
Daniela Siegrist, Lehrerin Meditation des Tanzes

Inhalt

Täglich:

  • Geistlicher Impuls mit Filmausschnitten
  • 3-4 persönliche Meditationszeiten
  • Begleitgespräch
  • Leibübungen
  • Tanz
  • Gottesdienst

Durchgehendes Schweigen

Vom Dunkel zum Licht – Exerzitien im Advent – 6 Tage

Ist unser Leben dunkler geworden? Oder erfahren wir nur die Dunkelheit stärker? Im Advent stellen wir uns der Dunkelheit, wir erleiden sie stärker als in anderen Jahreszeiten. Und doch leben wir Christen aus der Hoffnung auf Licht. Unser Leben ist ein Hingehen auf das Licht. Schon strahl es am Ende des Tunnels auf, es zeigt uns eine Richtung und schenkt uns Fülle. In den Exerzitien spüren wir diesem Weg vom Dunkel zum Licht nach.

Inhalt

Täglich:

  • Geistlicher Impuls
  • 3-4 persönliche Meditationszeiten (3/4 – 1 Std.)
  • Begleitgespräch
  • Gottesdienst
  • Tagesrückblick

Durchgehendes Schweigen

Aufbruch zur Quelle – 7 Tage

Auf der Suche nach Sinn und Erfüllung

Wie kann mein Leben gelingen?  Früher oder später stellt sich diese Frage. Ignatius von Loyola hat einen spirituellen Übungsweg aufgezeigt, der aus seinem eigenen Suchen und Ringen erwachsen ist und auch heute Menschen zu einer tieferen Kenntnis ihrer selbst führen kann. Dazu ist es hilfreich, aus den Quellen der Hl. Schrift zu schöpfen indem der meditative Zugang geübt und der tiefere Sinn erschlossen wird.  So führen die Exerzitien zur besseren Selbsterkenntnis und zur Vertiefung des Glaubens. Wer sich darauf unvoreingenommen einlässt, wird reich beschenkt.

Inhalt

Täglich:
• Geistlicher Impuls
• 3-4 persönliche Meditationszeiten (3/4 – 1 Std.)
• Begleitgespräch
• Gottesdienst
• Tagesrückblick

Durchgehendes Schweigen

Heimat finden lassen – 5 Tage

„Menschen wie wir unter ihnen
durften nicht bleiben
und konnten nicht gehen
Menschen wie wir unter ihnen
standen an fremden Küsten
um Verzeihung bittend
dass es uns gab.‟ (Hilde Domin)

Wo stehe ich an fremden Küsten?
Wo bin ich auf Vergebung angewiesen?
Wie, wann und wo finde ich zu den Quellen der Lebensfreude, der tiefen Sinnerfahrung, der befreidenden Bezogenheit zum Göttlichen?

Exerzitien geben auf solche Fragen keine allgemeinen Antworten. Vielmehr schaffen sie einen Raum, in dem jede und jeder von der eigenen Sehnsucht ausgehen und sich auf je einzigartige Weise beschenken lassen kann.

Inhalt

Täglich:

  • Geistlicher Impuls
  • 3-4 persönliche Meditationszeiten (3/4 – 1 Std.)
  • Begleitgespräch
  • Körperübungen
  • Gottesdienst
  • Tagesrückblick

Durchgehendes Schweigen

„Dring bis auf der Seele Grund“ (aus der Pfingstsequenz) – Exerzitien vor Pfingsten – 7 Tage

Die Zeit auf Pfingsten hin ist seit alters geprägt vom Ruf nach der Geistkraft Gottes. Er ist Ausdruck der Sehnsucht, Gott möge den Menschen mit seiner liebenden Gegenwart in der Tiefe seines Seins heilsam berühren und auf ein Leben in Fülle ausrichten.

Aus liebender Begegnung wächst Vertrauen, und aus Vertrauen entsteht die Freiheit, das eigene Leben formen zu lassen. Verletzungen und Ängste, Unfreiheiten und Fixierungen werden behutsam angeschaut und der heilsamen Geistkraft anvertraut. So führen Exerzitien zu einem frischen Blick auf Sinn und Ziel des Lebens und zu einem Gespür für den persönlichen Weg. Sie vertiefen den Glauben und den Mut, im Alltag konkret zu wirken.

Die Meditation biblischer Texte – eine zentrale Form geistlicher Übung – sowie Stille und regelmässige Begleitgespräche unterstützen den Prozess. Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht der persönliche Weg der Übenden.

Inhalt

Täglich:

  • Geistlicher Impuls
  • 3-4 persönliche Meditationszeiten
  • Begleitgespräch
  • Leibübungen
  • Gottesdienst
  • Tagesrückblick

Durchgehendes Schweigen

Wer alles auf Gott ausrichtet, für den ist alles Gebet – 5 Tage

Schweigend sich auf Gott ausrichten. Das allein ist schon Gebet. Die eigene Lebenssituation wahrnehmen und schauen, wie Gott in meinem Leben wirkt. Zur Ruhe kommen und neu entdecken, was mich leben lässt und was mich trägt. Das Leben Jesu betrachten und erahnen, wie er meine eigene Lebensgeschichte bestärken und beflügeln kann. Dafür bieten die Exerzitien viel Zeit und Raum.

Inhalt

Täglich:
• Geistlicher Impuls
• 3-4 persönliche Meditationszeiten
• Begleitgespräch
• Leibübungen
• Eucharistiefeier / Abendmahl
• Tagesrückblick

Durchgehendes Schweigen

Pilgern durch die Seelenlandschaft – 7 Tage

Ignatius nennt seine autobiographischen Aufzeichnungen „Bericht des Pilgers“. Sein innerer Weg ist exemplarisch. Er inspiriert, das eigene Innere als Seelenlandschaft zu entdecken und das eigene Leben als einen Pilgerweg zu gestalten.

Inhalt

Täglich:
• Geistlicher Impuls
• 3-4 persönliche Meditationszeiten (3/4 – 1 Std.)
• Begleitgespräch
• Körperübungen
• Gottesdienst
• Tagesrückblick

Durchgehendes Schweigen

Lass mich wahr sein – Exerzitien in der Fastenzeit – 7 Tage

In Wahrheit leben, wer möchte das nicht? Wahrhaftig sein in einer Zeit, in der das Mass oft nicht mehr der Mensch ist, sondern das Modell; einer Zeit, in der «Fake News» hemmungslos als Wahrheit verbreitet werden. Was bleibt wahr, wenn Meinungsvielfalt schier unübersichtlich und Wahrheit zur Ansichtssache wird? Wie leben mit Wahrheiten, die uns in unsere Verantwortung ziehen und doch unsere Möglichkeiten übersteigen: Erderwärmung, Klimawandel, Flüchtlingsströme usw.?

In der Fastenzeit wollen diese Exerzitien dazu anregen, im Licht der Wahrheit Gottes der eigenen Wahrheit in dieser Welt zu begegnen. Gott ist Liebe und in dieser Liebe darf wahr sein, was war und was ist. Ohne Vertröstung und ohne Scheuklappen werden Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung möglich. Zukunft eröffnet sich, wo Menschen in Stille, Meditation und Gebet je neu der bergenden Wahrheit Gottes begegnen.

Inhalt

Täglich:

  • Geistlicher Impuls
  • 3-4 persönliche Meditationszeiten (3/4 – 1 Std.)
  • Begleitgespräch
  • Leibübungen
  • Gottesdienst
  • Tagesrückblick

Durchgehendes Schweigen