Zen Einführung

Das zentrale Element der Zen-Meditation ist Zazen – sitzen im Zen. Auf Meditationskissen oder -Schemel sitzen wir ohne Gedanken und finden zu einer inneren Ruhe, die mit zunehmender Übung zu einer tiefen Lebenserkenntnis führt. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Zen haben, empfehlen wir den Besuch dieses Einführungswochenendes.
Linda Myoki Lehrhaupt erhielt die Dharma-Übertragung (Shiho) als Zen-Lehrerin in der White Plum Lineage, gegründet von Taizan Maezumi Roshi. Sie leitet die Zen-Herz-Sangha. Sie ist auch Leiterin des Instituts für Achtsamkeit und Stressbewältigung.

Zazenkai mit Peter Widmer

Peter Widmer besuchte 1986 erste Zen-Kurse und wurde Zen-Schüler bei Pia Gyger. Dharma-Transmission und Erteilung der Zen-Lehrbefugnis (Sensei) 2004 durch Pia Gyger Roshi. Mitglied der White Plum Asanga.

Kontemplation Einführung

Das Wort Kontemplation kommt vom lateinischen Verb contemplari und bedeutet betrachten, schauen. Ganz in diesem Wortsinn geht es in der Kontemplation darum, das stille Wirken Gottes in sich selbst und im eigenen Leben wahrzunehmen. Kontemplation ist ein ganzheitlicher Weg und führt von der Unruhe des Geistes zur Ruhe des Herzens, von der Zerstreuung in ein achtsames Wahrnehmen, vom Beten zum Mut, im Alltag konkret zu wirken.
Aus dem Gebet heraus wächst die Kraft, das alltägliche Leben durchwirken und erneuern zu können. Kontemplativ beten kann mit oder ohne Worte geschehen. Beim ostkirchlichen Jesusgebet geschieht dies im sich wiederholenden Aussprechen des Namens Jesu Christi – es hat sich aus dem murmelnden Meditieren der jüdischen Gebetsweise und der Wüstenväter entwickelt. Man betet im Rhythmus des Atems und erfährt eine innere Ruhe und Kraft. Diese Praxis wird auch „Herzensgebet“ genannt: Das Herz schwingt allmählich mit und betet wie von selbst.
Die Kontemplation im Lassalle-Haus ist wesentlich von den „kontemplativen Exerzitien“ von Franz Jalics SJ inspiriert, für den das Herzensgebet zentral ist.

Kontemplation zu Fuss – 5 Tage

Dieser Kurs verbindet kontemplative Meditation im Sitzen mit dem einfachen Unterwegssein in der Natur.
Wir lernen, die stillen Schönheiten in und um uns zu entdecken und zu schätzen. Es sind Tage, die in der Hektik des Lebens eine Ruheoase schenken. Kontemplative Meditation im Sitzen rahmt den Tag ein. Aufmachen wollen wir uns täglich schlicht mit einem Wort im Herzen, mit Schneeschuhen und Rucksack zu Wanderungen in der Zentralschweiz.

Vertiefungstag Exerzitien und Kontemplation

Neben dem Üben in Kursen von Exerzitien und Kontemplation sind kleine Auszeiten wie diese stillen Einzeltage hilfreich, um gemachte Erfahrungen zu vertiefen, sich auf dem spirituellen Weg zu verankern und der Spur auf der Suche nach Gott und dem eigenen Weg treu zu bleiben.

Ignatiana II: Der spirituelle Entwicklungsweg des Ignatius

Grundlagen der ignatianischen Spiritualität. Die Grundlagenseminare „Ignatiana I-IV“ sind Voraussetzung für die Teilnahme am MAS-Lehrgang „Ignatianische Exerzitien und geistliche Begleitung“, können aber auch einzeln und in beliebiger Reihenfolge besucht werden.
Ignatius von Loyola (1492–1556) wird nicht nur seine Karriere am königlichen Hof aus der Hand geschlagen, er erlebt auch, wie die mittelalterliche Weltordnung zerbricht. Auf sich selbst zurückgeworfen wird er auf einen inneren Weg geführt, der exemplarisch geworden ist. Mystische Erfahrungen und depressives Erleben, religiöse Vorstellungen und geistliche Methoden, familiäre Zwänge und gesellschaftliche Vorgaben weben sich in seiner Biografie ineinander. «Wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, würden sie sich nur ganz seiner Führung anvertrauen», meinte er einmal. Ein Seminar, das eine geistliche Entwicklung plastisch vor Augen führt und zugleich hilft, den Exerzitienweg besser zu verstehen, den Ignatius als Lebenserbe seinen Nachkommen vermachen wollte.

Sesshin mit Paul Shepherd

Paul Shepherd absolvierte – wie Niklaus Brantschen und Pia Gyger – unter der Führung von Yamada Kôun Roshi das Koan-Studium in Japan. Sein Lehrername Cho-Un bedeutet «Aufklärende Wolke». Im August 2011 erhielt Paul Shepherd den Titel «Associate Zen Master» der Sanbo-Kyodan- Zen-Schule.

Bibel spirituell gelesen

Die Erzählung in Gen 22 von Abraham, der auf Gottes Geheiss hin seinen Sohn Isaak opfern soll, gehört zu den herausforderndsten und spannendsten Texten der hebräischen Bibel. Die rabbinische Tradition hat mit dem Text gerungen und seine Leerstellen mit zahlreichen Auslegungen gefüllt. Isaak wurde zudem zur Identifikationsfigur für jüdische Märtyrer. Für Christen hat der Text stets vorausgewiesen auf Gott hin, der in Christus seinen Sohn am Kreuze hingibt. Doch welches Gottesbild kommt da zum Vorschein? In der historisch-kritischen Auslegung wurde Gen 22 in die Religionsgeschichte eingeordnet und als eine Überwindung des Menschenopfers durch das Tieropfer gedeutet. Die Psychoanalyse wiederum sieht in der Erzählung den inneren Verzicht im Prozess, ein freier und erwachsener Mensch zu werden.

Jüdische Meditation

Die jüdische Meditation ist eine spirituelle Praxis mit Wurzeln in der Hebräischen Bibel, in der Kabbala und im Chassidismus. Die Verbindung der speziellen Meditationstechniken des Judentums mit den Achtsamkeitsübungen aus den östlichen Traditionen hat sich als fruchtbar erwiesen und zieht in Israel und Amerika eine steigende Anzahl von Menschen an. Die jüdische Mediation orientiert sich am kabbalistischen Gedankengut wie dem Sefirot-Baum und ermöglicht, unter anderem durch die Meditation über biblische Gottesnahmen und ausgewählte Psalmen, verschiedene Bewusstseinsebenen anzusprechen. Dies führt zu einer Vertiefung mit dem Göttlichen in und um uns und begünstigt die Entwicklung geistiger Stärken wie Liebe und innere Ruhe. Das Hören und Singen chassdischer Niggunim (Melodien) begleitet und intensiviert diese meditativen Erfahrungen.