Dieter Wartenweiler erhielt 2010 von Niklaus Brantschen Roshi und Pia Gyger Roshi die Lehrbefugnis und den Dharma-Namen Kushin.
Autor: Lassalle-Haus Bad Schönbrunn, Edlibach
Vertiefungstag Exerzitien und Kontemplation
Neben dem Üben in Kursen von Exerzitien und Kontemplation sind kleine Auszeiten wie diese stillen Einzeltage hilfreich, um gemachte Erfahrungen zu vertiefen, sich auf dem spirituellen Weg zu verankern und der Spur auf der Suche nach Gott und dem eigenen Weg treu zu bleiben.
Es führen viele Wege zur Mitte
Wie finde ich auf dem schier unübersichtlichen «Markt» der Spiritualität meinen Weg? Der «Heilsrezepte», welche den schnellen Weg zum Glück und zu innerer Befreiung verheissen, sind viele. Woran kann ich mich also orientieren und so zu mehr Ruhe im Alltag und Frieden mit mir selbst finden? Was ist unter Meditation und Spiritualität zu verstehen? Wie verbindet man östliche Wege und christliche Wurzeln, ohne Unterschiede auszuklammern oder unkritisch zu vermischen?
Der Tag bietet die Gelegenheit, in vier bewährte, spirituelle Wege «hineinzuschnuppern»: Exerzitien und Kontemplation – sie verkörpern zwei Haupt-Übungswege in der christlichen Spiritualitätsgeschichte. Zen und Yoga – sie schlagen die Brücke zu den fernöstlichen Meditationstraditionen. Damit erhalten die Teilnehmenden u.a. eine Klärungshilfe, welcher spirituelle Weg ihnen mehr entspricht.
Zudem gibt es eine Einführung in die Architektur und das Programm des Lassalle-Hauses. Dabei soll deutlich werden, was unser Anliegen ist: der Weg nach innen, zu sich selbst, ist untrennbar verbunden mit dem Weg nach aussen, in die Verantwortung für die Welt.
Zazenkai mit Niklaus Brantschen
Der Jesuit Niklaus Brantschen hat 1988 von Yamada Roshi die Lehrbefugnis und den Namen Go-Un-Ken erhalten. 1999 wurde er durch Glassman Roshi zum Zen-Meister ernannt und trägt seither den zusätzlichen Dharma-Namen Jin-Shu.
Zen und Leibübungen
Marcel Steiner erhielt 2009 von Niklaus Brantschen und Pia Gyger Roshi die Lehrbefugnis und den Dharma-Namen Kyo-Sa.
Shibashi Qi Gong – Meditation in Bewegung
Shibashi ist Meditation in Bewegung – ein Bewegungsmantra in 18 Bildern mit poetischen Namen aus der Natur. Shibashi stammt aus der altchinesischen Heilkunst des Taj Ji und Qi Gong und wird in langsamen, in sich ruhenden Bewegungen vollzogen. Der äusseren Bewegung entspricht eine innere. Diese führt aus der Hektik in die Ruhe, aus der Zerstreuung in eine lockere Konzentration und Zentriertheit, aus der Abtrennung in die Verbindung mit dem Leib des Lebens: mit sich selbst und allem Lebendigen.
Raum der Stille
liegt in mir
eingebettet in meinem Herzen
ein Ort der Unendlichkeit
wo keine Zeit
kein Sollen
kein Wollen
mir die Sicht versperrt
(Irene Thoma )
Zen Einführung
Das zentrale Element der Zen-Meditation ist Zazen – sitzen im Zen. Auf Meditationskissen oder -Schemel sitzen wir ohne Gedanken und finden zu einer inneren Ruhe, die mit zunehmender Übung zu einer tiefen Lebenserkenntnis führt. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Zen haben, empfehlen wir den Besuch dieses Einführungswochenendes.
Marcel Steiner erhielt 2009 von Niklaus Brantschen und Pia Gyger Roshi die Lehrbefugnis und den Dharma-Namen Kyo-Sa.
Exerzitien Einführung
Exerzitien sind ein angeleiteter geistlicher Weg. Als ignatianische Exerzitien gehen sie zurück auf Ignatius von Loyola, Mystiker und Gründer des Jesuitenordens. Ein Einführungswochenende ermöglicht das Kennenlernen von Ziel und Inhalt der Exerzitien. Wer sich in der Ruhe und im schweigenden Hören mit Ignatius auf den Weg machen will, bekommt hier eine Ahnung vom Reichtum seiner Spiritualität.
Humanismus aus jüdischen Quellen
Viele Texte der Torah sind dem modernen Menschen fremd. Sie rufen zur Gewalt gegen Ungläubige auf, enthalten Gesetze, die mit dem moralischen Verständnis des modernen Menschen und den ethischen Grundsätzen einer modernen Gesellschaft unvereinbar sind. Sich im 21. Jahrhundert unter die Autorität der Torah zu stellen, erscheint vielen liberalen Geister als anachronistisch. Menschen, die die Bibel als eine autoritative Quelle betrachten sind auf eine harte Probe gestellt. Das gilt insbesondere für die Erzählung , in der Abraham sich anschickt seinen Sohn zu opfern.
Wo bleibt da – wie an vielen anderen Stellen – der barmherzige Gott. Jüdische Quellen, inklusive der Bibel selbst, verstehen Offenbarung als ein partizipatorisches Geschehen zwischen Gott und Mensch. Dieses Offenbarungsverständnis dient uns als Grundlage für den Umgang mit Texten, die uns fremd sind oder sogar abstossen.
Der Weg der Meditation im Yoga
Das Yoga Sutra beschreibt verschiedene Wege die zum Göttlichen hinführen. Einer dieser Wege ist der achtgliedrige Pfad, Astanga Yoga. (Nicht zu verwechseln mit dem „Astanga Yoga“ das als Stilrichtung im Hatha Yoga propagiert wird!) Die acht Glieder umfassen ethisches Verhalten, Körper- und Atemübungen und führen über die Kontrolle der Sinnesorgane zur Konzentration, die schliesslich in die Stille der Meditation mündet. Auf diesem Weg wird der Geist zunehmend von seinen Inhalten entleert und öffnet damit den Raum für die Begegnung mit dem Göttlichen.