Salon Theologie: Musik – Die bessere Sprache für den Glauben?

Eine musiktheologische Erkundung von Potentialen und Grenzen

Seit Menschengedenken spielt Musik in der Religion eine besondere Rolle. War man in Antike und Mittelalter weithin davon überzeugt, dass Musik die göttliche Ordnung des Kosmos klingend abbilde, setzen in der Neuzeit nicht wenige darauf, dass Musik auch das aussprechen könne, woran die begriffliche Wortsprache notorisch scheitert.

Ist Musik also möglicherweise das bessere Medium für Glaube und Religion? Oder läuft man bei ihr Gefahr, auf eine hochglänzende Projektionsfläche hereinzufallen, bei der man nicht Gott, sondern immer nur sich selbst begegnet? Der Abend erkundet die theologischen Potentiale der Musik, lotet aber auch kritisch ihre Grenzen aus.

Referent: Stefan Berg

Pfarrer, Dr. habil. ist Leiter der Fachstelle für Religionspädagogik in der reformierten Kirche Baselland und Mitherausgeber der Zeitschrift «Musik und Kirche».

Dienstag, 25. November 2025, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: «…sondern um zu erfüllen.» (Mt 5,17)

Die Bergpredigt als Auslegung der Tora

Die Bergpredigt ist zweifellos einer der bekanntesten und wirkmächtigsten Texte des Neuen Testaments. Wie kaum ein anderer wurde und wird dieser Text als Ausdruck der spezifisch jesuanischen Ethik gelesen. Das trifft sicher Wesentliches – und muss gleichzeitig unbedingt ergänzt werden.

Denn es zeigt sich, dass die Bergpredigt in vielerlei Hinsicht im Dialog mit anderen Texten und Traditionen steht. Insbesondere ist sie nicht zu verstehen ohne den Kontext jüdischer Traditionen, in die sie eingebettet ist, die sie aufnimmt oder weiterschreibt. Die Bergpredigt ist Schriftauslegung – und der Jesus der Bergpredigt ein überzeugender Schriftausleger.

Referentin: Sabine Bieberstein

Professorin für Neues Testament und Biblische Didaktik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, lehrt seit 2013 auch Altes Testament und Biblische Didaktik

Mittwoch, 29. Oktober 2025, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Rabia al-Adawiyya, eine islamische Mystikerin

Was kann uns Christ:innen die islamische Mystikerin für die eigene Spiritualität sagen?

In seinem Roman «Grosse Liebe» geht Navid Kermani dem grossen Thema der Liebe nach. Er stellt sich die Frage, was bedeutet Liebe? Gibt der Liebende seine Identität auf? Liebt er wirklich den andern, oder vielmehr sich selbst, indem er vom andern geliebt werden möchte? Er kommt bei seiner Suche dabei auf Rabia Al-Adawiyya zu sprechen.

Rabia al-Adawiyya ist eine islamische Mystikerin aus dem 8. Jh. n. Chr. Ihr Leben widmet sie ganz der Gottesliebe. Für Christ:innen ist es spannend, sich mit dieser Gestalt zu befassen, denn durch sie können wir eine mögliche weibliche Innenseite der islamischen, sufischen Religiosität kennenlernen.

Referentin: Brigitta Aicher

Theologie-Studium in Tübingen und Wien, Römisch-katholische Fachstelle Religionspädagogik, Kanton SO. Master in christlicher Spiritualtät und Master in spiritueller Theologie im Interreligiösen Prozess

Dienstag, 30. September 2025, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Fluchtlinien

Biblische Geschichten von Migration und Heimatlosigkeit

Schicksalsschläge und Missstände wie Unterdrückung, Terror, Hunger und Obdachlosigkeit bewegen Menschen, ihre angestammte Heimat aufzugeben. Wohin sie dies führt, wissen sie oft nicht. Die mit (erzwungener) Migration, Flucht und Heimatlosigkeit verbundenen Erfahrungen und Gefühle spielen auch in den biblischen Büchern eine tragende Rolle und werden dort existenziell und spirituell gedeutet.
Die Vertreibung aus dem Paradies von Adam und Eva, Abraham, der einer grossen Hoffnung und Verheissung folgt, die Flucht aus der ägyptischen Versklavung im Buch Exodus, die Exilserfahrung in Babylon; im Neuen Testament die Flucht von Maria und Josef vor den Häschern des Herodes bis hin zum Apostel Paulus, der sich als Christ in die Fremde aufmacht – diese Geschichten sind nur einige Beispiele dafür, wie tief die Bibel von den Erfahrungen von Migration und Flucht durchdrungen ist. Ein spannendes und bleibend aktuelles Thema in diesem Salon Theologie.

Referent: Bernd Ruhe

Dr. theol., Pfarreileiter, Theologe und Philosophielehrer im Ruhestand; Präsident des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks, Diözesanverband St. Gallen.

Mittwoch, 25. Juni 2025, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Natur ist mehr als Blumen und Berge

Ökologische Spiritualität 10 Jahre nach Laudato si‘

Spätestens, seit Franziskus 2015 die Enzyklika Laudato si‘ veröffentlicht hat, ist ökologische Verantwortung für Christinnen und Christen ein unumgängliches Thema. Dabei stehen häufig die ethischen Herausforderungen der Sorge um die Erde als unser «gemeinsames Haus» im Vordergrund.

Was aber ist mit der theologisch-spirituellen Seite eines solchen ökologischen Bewusstseins? Christliche Schöpfungsspiritualität muss mehr sein, als achtsam im Wald spazieren zu gehen oder Gott angesichts eines Sonnenaufgangs zu loben. Darüber ist mit und seit Laudato si‘ viel nachgedacht worden.

Von solchen Überlegungen wollen wir uns in unserem eigenen Nachdenken anregen lassen: Wie kann (m)eine Schöpfungsspiritualität aussehen?

Referentin: Veronika Hoffmann

Dr. theol., Professorin für Dogmatik und Theologische Propädeutik an der Universität Fribourg

Mittwoch, 30. April 2025, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Geschwisterlichkeit

Vision für Kirchen, Religionen und Menschheit

«Human Fraternity» – Geschwisterlichkeit ohne Grenzen, das legt die UNO mit einem internationalen Gedenktag den Nationen jeden Februar ans Herz. Die Vision geht auf die christlich-islamische Erklärung von Abu Dhabi zurück, 2019 von Papst Franziskus und Grossimam Ahmed al-Tay-yeb unterzeichnet. Pate standen Franz von Assisi und Sultan al-Kāmil, die genau 800 Jahre zuvor, mitten im Fünften Kreuzzug, eine Friedensinitiative lancierten und Freundschaft schlossen. Die Enzyklika «Fratelli tutti»
knüpft an die Vision des Mystikers von Assisi an, ebenso wie die Welt- und Naturreligionen, Kirchen und agnostischen Menschen, die sich in Assisi zu Friedensgebeten treffen.

Der Salon spannt einen Bogen von jener prophetischen Begegnung in Ägypten 1219 zur Friedenssehnsucht der heutigen Welt.

Referent: Br. Niklaus Kuster

Dr. theol., ist Kapuziner und lebt im Kloster zum Mitleben von Rapperswil. Er hat Geschichte und Theologie studiert, in Spiritualitätsgeschichte promoviert und sich in der Franziskusforschung einen Namen gemacht

Dienstag, 25. März 2025, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Humor und Lachen verbinden Himmel und Erde

Lachen als Transzendenz- und Befreiungserfahrung in jüdisch-christlicher Tradition

«Christus hat nie gelacht!» Im Roman «Der Name der Rose» von Umberto Eco kämpft der ehrwürdige Jorge gegen das Lachen. Überraschenderweise muss jedoch festgehalten werden, dass, entgegen der eher humorlosen
Theologiegeschichte, die Christentums-Geschichte bezüglich Humor und Lachen einiges zu bieten hat.

Ja sogar darüber hinaus: Der Blick in die biblische Offenbarung zeigt, dass Lachen und Humor als zentrale Kategorien von Glauben und Theologie wahrgenommen werden müssen – weil sie auf ihre eigene Weise Transzendenz- und Befreiungserfahrungen ermöglichen. Dies würdigen wir auf besondere Weise bei diesem Salon Theologie.

Referent: Bernhard Lindner

Dr. theol, Pädagoge, Supervisor und OE-Berater bso, Lebenspilger, Leitung ad interim der Fachstelle Bildung und Propstei der Röm.-Kath. Kirche im Aargau

Mittwoch, 26. Februar 2025, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Rilke und der Islam

Impulse für die Religionstheologie heute

Vision für Kirchen, Religionen und Menschheit Formen der Vergegenwärtigung von Bibel in der Liturgie Erst jüngst wurden Theologie, Religions- und Kulturwissenschaft aufmerksam für die Wechselbeziehungen zwischen Dichtung und Weltreligionen.

Rainer Maria Rilke ist dafür ein herausragendes Beispiel. Reisen nach Nordafrika und Südspanien waren Schlüsselerlebnisse: frei von eurozentrischem Überlegenheitsgefühl und christlicher Anti-Islam-Theologie war er offen, «Gott von Mohammed her zu fühlen». Bereits zuvor schrieb er ein Gedicht über Muhammads Prophetenberufung entsprechend Sure 96 des Koran.

Bei Rilke treffen wir auf Islamlob und gleichzeitige Christentumskritik – spannende Perspektiven für das Nachdenken über den jüdisch-christlich-islamischen Monotheismus heute.

Referent: Christoph Gellner

Dr. theol., ist Experte für Theologie und Literatur, Christentum und Weltreligionen sowie Verfasser von «Der Glaube der Anderen. Christsein inmitten der Weltreligionen». Lehraufträge an den Universitäten Fribourg, Luzern und Zürich

Mittwoch, 29. Januar 2025, 20-21.30 Uhr, online

Das Christentum in unserer Welt. Grundlagen theologischen Arbeitens (Grundmodul 1) in VISP

Grundmodul von Theologie modular.

In diesem Modul werden Sie für Ihren theologischen Bildungsweg vorbereitet und ausgerüstet. Nach Abschluss des Moduls verfügen Sie über grundlegendes theologisches Fach- und Methodenwissen, mit dem Sie das Christentum und seine Spuren in der Welt inklusive der Bibel deuten können. Nicht zuletzt verbinden Sie die Fragen nach dem Sinn des menschlichen Daseins mit der christlichen Botschaft.

7 Samstage von 9-17 Uhr, 2 Onlineeinheiten Dienstag 9-17 Uhr