Salon Theologie Spezial: Maria Magdalena

Maria Magdalene ohne Kitsch und Klischee

Die Magdalenerin hat durch die Jahrhunderte sozusagen richtig Karriere gemacht. Sie wurde zur Lieblingsjüngerin stilisiert, mit der Jesus sogar Kinder gehabt haben soll. Aber davon steht nichts in der Bibel. Die Spur der Magdalenerin führt uns zu Magdala, das damals vom Krieg gezeichnet war. Die Magdalenerin unter dem Kreuz repräsentiert die weibliche Bevölkerung des kriegsversehrten Landes. Es bleibt wenig Raum für Romantik, aber viel, um über Krieg, die Folgen von Krieg und Gewalt nachzudenken.

Referentin: Dr. Luzia Sutter Rehmann
Titularprofessorin für Neues Testament, Uni Basel.

Mittwoch, 3. Juni 2026, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie Spezial: Bruder Sonne und Schwester Erde

Franz von Assisi als Impulsgeber ökologischen Denkens

Anlässlich des 800. Todestages Franz von Assisi widmet sich der Vortrag von PD Dr. Marcus Knaup (Hagen/Freiburg) der bleibenden Aktualität dieser außergewöhnlichen Gestalt für gegenwärtige umweltethische und spirituelle Fragestellungen. Im Zentrum steht Franz von Assisi als eine Figur, in der mystische Welterfahrung und ethische Verantwortung für die Schöpfung untrennbar miteinander verbunden sind. Ausgehend von den überlieferten Zeugnissen seines Lebens und den ihm zugeschriebenen Gebeten und Lobgesängen wird gezeigt, dass seine Haltung zur Natur aus einer tiefen Erfahrung der Geschöpflichkeit und Verbundenheit aller Wesen hervorgeht. Die bekannte Anrede von Sonne, Mond, Tieren und Elementen als „Brüder“ und „Schwestern“ verweist auf eine relationale Weltsicht, in der der Mensch nicht als Herrscher über die Natur erscheint, sondern als Teil eines umfassenden Beziehungsgefüges. Diese Sicht hat weitreichende ethische Konsequenzen: Demut, Genügsamkeit und Gewaltlosigkeit werden zu Grundhaltungen eines verantwortlichen Umgangs mit der natürlichen Umwelt. Seine Spiritualität eröffnet Perspektiven für eine Umweltethik, die ethisches Handeln aus einer vertieften Beziehung zur Schöpfung und zu Gott heraus versteht.

Referent: PD Dr. Marcus Knaup
Philosoph, Bioethiker und katholischer Theologe, der sich mit umweltethischen Fragen beschäftigt. Er war als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am Wissenschaftlichen Exzellenzzentrum für Integrative Bioethik an der Universität Zagreb (Kroatien) tätig, ist Privatdozent für Philosophie an der FernUniversität in Hagen und Gastwissenschaftler an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Mittwoch, 14. Oktober 2026, 20-21.30 Uhr, online

Kunst und Bau sehen – Christentum verstehen – THEObasic 2026

Kleine Einführung in die christliche Kunst in Geschichte und Gegenwart

Dieser Kurs bietet eine fundierte Einführung in die Anfänge der christlichen Kunst- und Baugeschichte. In drei digitalen Seminareinheiten und einem gemeinsamen Kirchenbesuch in Zürich erschliessen wir die Bildsprache des Glaubens, die Bedeutung von Architektur und die Rolle von Kunst in der christlichen Tradition.

Das Christentum in unserer Welt. Grundlagen theologischen Arbeitens 2026/27 Zürich

Grundmodul von Theologie modular.

In diesem Modul werden Sie für Ihren theologischen Bildungsweg vorbereitet und ausgerüstet. Nach Abschluss des Moduls verfügen Sie über grundlegendes theologisches Fach- und Methodenwissen, mit dem Sie das Christentum und seine Spuren in der Welt inklusive der Bibel deuten können. Nicht zuletzt verbinden Sie die Fragen nach dem Sinn des menschlichen Daseins mit der christlichen Botschaft.

7 Samstage von 9-17 Uhr, 2 Onlineeinheiten Dienstag 9-17 Uhr

«Der du die Zeit in Händen hast» in ZUG – 4 Matineen

Zeit und Zeiten in der Bibel

Die Frage nach der Zeit bewegt seit jeher Wissenschaft, Theologie, Literatur und Musik. Was ist Zeit? Wir spüren sie meist, wenn sie fehlt (Stress) oder zuviel von ihr da ist (Langeweile) oder wenn wir Wichtiges erwarten.

Die riesigen Zeiträume seit der Entstehung des Universums sind für uns ebenso unvorstellbar wie die winzige Nanosekunde, auf der unsere Zivilisation beruht. Neben zyklischen Zeiten der Natur erleben wir die lineare Zeit der Geschichte, die in der Vergangenheit begann und in der Zukunft endet. Immer wieder haben Menschen versucht, die Zeit zu beherrschen. So entstanden Uhren und Kalender, die Festzeiten und unseren Lebensrhythmus bestimmen.

In der Bibel wird in vielfältiger Weise über Zeit und Geschichte nachgedacht: über die begrenzte Lebensfrist, die besonderen Zeiten des Tages, über Festzeiten und Rhythmen des Lebens – und über die Endzeit als unerwarteten Einbruch Gottes in die Geschichte. Dass Gott «die Zeit in Händen» hat, wie das Kirchenlied zum Jahreswechsel singt, ist Hoffnung in den vielfältigen Bedrängnissen der Gegenwart.

Kurs-Daten und Zeit:

Jeweils Montag, 09.15-12.15 Uhr am 23. Februar /2.+9.+16. März 2026

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Salon Theologie: Die Weihnachtsbotschaft im Matthäus-Evangelium

Der Gewinn, Texte des Neuen Testamentes als jüdische Schriften zu lesen

Wie selbstverständlich betrachten Christ:innen das sog. Neue Testament als «ihre» Bibel, als christliche Schriften.

Wir hören die «christliche» Botschaft der Evangelien in unseren Gottesdiensten und lesen mit «christlicher» Brille z.B. in den Paulusbriefen. Dabei geht oft verloren, dass nicht nur Jesus Jude war, sondern auch die sog. Urkirche eine messianische Gruppierung im Judentum des 1. Jahrhunderts.

Sich diesem Umstand stärker bewusst zu werden, verändert das Verständnis des Neuen Testamentes.

Am Beispiel der sog. Weihnachtstexte des Matthäus-Evangeliums entdeckt der Salon Theologie das jüdische Denken in den Texten und lässt neue Perspektiven finden.

Referent: Dr. Bernhard Lindner

Theologe, Pädagoge, Supervisor und OE-Berater bso, Lebenspilger
Mitarbeiter der Fachstelle Bildung und Propstei der Röm.-Kath. Kirche im Aargau

Dienstag, 22. Dezember 2026, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Kirchliches Strafrecht – Werkzeug oder Hindernis?

Vom Umgang der katholischen Kirche mit sexualisierter Gewalt und der ambivalenten Rolle des kirchlichen Strafrechts

Die katholische Kirche war und ist eine Institution, in der sexualisierte Gewalt in besonderem Maße geschah und teilweise weiterhin geschieht. Eine zentrale Rolle im Zuge der Aufarbeitung spielt dabei das kirchliche Strafrecht: Über lange Zeit wurde es höchstens selektiv angewandt oder gar vollständig ignoriert und ist so selbst Teil der Problematik geworden.

Der Vortrag analysiert die ambivalente Rolle des kirchlichen Strafrechts: Kann es heute Transparenz, Verantwortung und Gerechtigkeit fördern – oder bleibt es ein Instrument der Selbstabsicherung kirchlicher Macht?

Referentin: Mara Albracht

wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kirchenrechtlichen Seminar der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.

Mittwoch, 25. November 2026, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Migration macht Kirche

Kulturelle Vielfalt als Motor für Kirchenentwicklung

Menschen mit Migrationsbiografie prägen das Gesicht der katholischen Kirche, 40% ihrer Mitglieder haben einen Migrationshintergrund.
Ein Blick in die Vergangenheit und Gegenwart zeigt, wie die katholische Kirche in der Schweiz mit der migrationsbedingten Pluralisierung umgeht und welche Herausforderungen sich für ein Miteinander in Vielfalt aktuell stellen – aus der Sicht der Zugewanderten wie aus der Sicht der Institution.

Referentin: Dr. Eva Baumann-Neuhaus

Religionswissenschaftlerin und Ethnologin, ist wissenschaftliche Projektleiterin am Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen.

Dienstag, 27. Oktober 2026, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: «… und gib Frieden in unseren Tagen.»

Das Gebet für den Frieden in der heutigen Zeit

Frieden – eine uralte Sehnsucht der Menschheit und zugleich auch eine drängende Bitte in der Gegenwart. Spätestens seit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 und dem Krieg im Nahen Osten nach dem terroristischen Anschlag der radikalislamischen Hamas auf Israel ist diese Sehnsucht nach Frieden bei vielen Menschen noch einmal stärker geworden. Die persönliche Betroffenheit, das Erschrecken und das Unverständnis angesichts gewaltsamer Konflikte und der vielen Opfer, die sie fordern, verlangen nach Ausdruck. Auch wenn christliches Engagement für den Frieden nicht beim Gebet stehen bleiben darf, kommt diesem doch eine besondere Bedeutung zu. Doch was bewirkt es, für den Frieden zu beten? Welches Potential liegt im Gebet um Frieden? Welche Kraft entfaltet das Gebet in einer Welt voller Konflikte, Unsicherheiten und Spannungen?

Referentin: Dr. Lisa Kühn

Dr. theol., Professorin für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Hochschule Chur

Dienstag, 29. September 2026, 20-21.30 Uhr, online

Salon Theologie: Sei um uns mit Deinem Segen

Grundlagen und Chancen liturgischen Segenshandelns

Gottes Segen zu feiern, zaubert ein Lächeln ins Gesicht.

Mal geht es um die Fülle der Schöpfung, mal um Weggeleit für Personen. Manches ist feingliedrig wie ein Rosenkranz, anderes riesig wie ein Kraftwerk. Es liegt eine Verheissung im Segen, aber auch die Bereitschaft,
Verantwortung zu übernehmen.

In den nächsten Jahren wird ein neues deutsches Benediktionale, also ein liturgisches Buch für Segensfeiern, entstehen.
Welche Fragen stellen sich dabei? Welche Chancen bieten Segensfeiern in einer sich verändernden Kirche?

Referentin: Dr. Gunda Brüske

Leiterin des Liturgischen Instituts der Schweiz in Fribourg

Dienstag, 26. Mai 2026, 20-21.30 Uhr, online