Friedliebende Blicke auf eine friedlose Welt

Wenn wir in der Diskussion über Krieg und Frieden lediglich zwischen gesinnungsethischem Pazifismus und verantwortungsethischer Abwägung zu wählen hätten, so stünde der Pazifismus ohne gute Karten da. Es gibt aber auch einen  plausiblen Mittelweg zwischen pazifistischer Gesinnungsethik und verantwortungsethischem Anti-Pazifismus.

Olaf Müller versteht sich als vorsichtigen Pazifisten. Und er stellt nach einem Jahr Krieg in der Ukraine die ethischen Argumente für einen bewaffneten Pazifismus in Frage.

Eine Kooperation mit dem Haus Gutenberg in Balzers (FL). Dort hält Olaf Müller am 30. Mai 2023 dasselbe Referat.

Gast
Olaf L. Müller, Professor für Wissenschaftstheorie und Naturphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin – www.farbenstreit.de

Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Denken, Urteilen, Neu beginnen

Wir leben in einer Welt, die von disruptiven Veränderungen, globalen Krisen, Transformationen auf allen Ebenen und täglich neuen Hiobsbotschaften geprägt ist. Auf diese zahlreichen Umbrüche zu reagieren, ist oft nicht leicht, denn Wandlungsprozesse bringen es mit sich, dass uns tradierte Wegweiser abhandenkommen, bekannte Orientierungslinien fehlen und damit auch keine fertigen Lösungen vor uns liegen. In solchen Zeiten werden wir aufgefordert, uns neu  auszurichten, die Welt auf neue Weise begreifen und beurteilen zu lernen und damit auch neue Handlungswege in ihr zu finden. Wie das geht und was dafür notwendig ist, lässt sich von Hannah Arendt, der großen politischen Denkerin  des 20. Jahrhunderts, lernen. Wesentliche Bausteine dafür sind:

DO 22.6.2023 – Die Initiativfähigkeit
– die für Hannah Arendt das wesentliche Merkmal des Menschen bleibt. Sie verleiht ihm die Kraft, eine «Reihe von selbst anzufangen», ausgetretene Pfade zu verlassen und etwas Neues zu wagen. Menschen sind Anfänger, qua Geburt, und besitzen die Fähigkeit, ihre Gebürtlichkeit zeitlebens immer wieder zu aktualisieren. Leben ist ständigen Veränderungsprozessen unterworfen und nie richtig fertig. Gleichzeitig erfahren wir dadurch Freiheit, Entwicklung und Lebendigkeit; und wir erkennen, dass auch die Verhältnisse, unter denen wir leben – Politik, Gesellschaft, Kultur – nichts Feststehendes und Festgewachsenes, sondern veränderlich sind und insofern auch von uns mitgestaltet werden  können.

Gast
Linda Sauer, Dr. phil. in Politischer Philosophie, Mediatorin und systemischer Coach

Leitung
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

«Sommer in der Stadt» − Umwelt erfahren, erleben und schützen

Illustration: @Olga Mrozek for https://thegreats.co/home

Die Kurswoche und Erlebniswoche findet in Zürich im Veranstaltungs-Zentrum der Paulus Akademie statt.
Es werden verschiedene interessante Kurse zum Thema «Umwelt» angeboten.
Sie haben Gelegenheit Neues auszuprobieren.

Übernachtet wird im Hotel IBIS Budget gleich neben unserem Veranstaltungs-Zentrum.
Es wird sicher eine lehrreiche und unterhaltsame Woche werden!

Die Kurse beginnen am Montag-Nachmittag.
Sie enden am Freitag-Abend.
Zum Schluss gibt es am Freitag-Abend ein öffentliches Abschlussfest.
Dazu dürfen Sie dann Familie und Freunde einladen.
Am Samstag reisen Sie nach dem Frühstück gemütlich ab.

Kosten
850 Franken pro Person
Jeder bekommt ein Einzelzimmer mit Dusche und WC.

Melden Sie sich heute noch an!
Die Zimmer und die Kurse sind schnell ausgebucht.

Kursangebote

Ausgebucht: Kurs 1: Welche Farben hat die Stadt?
Aus der Umwelt Kunst machen. 
Randen, Spinat und Himbeere.
Wir stellen Farben selber her – ohne Chemie.
Damit schonen wir die Umwelt.
Diese Farben nützen wir zum Malen und zum Drucken.
Es entstehen grosse und kleine Bilder aus Stoff und Papier.
Wir stellen die Werke aus und Sie nehmen sie dann mit nach Hause.
Leitung: Eva Zulauf

Kurs 2: Ruhe in der Hektik der Stadt!
Mit allen Sinnen die Umwelt erleben.
Wir wecken alle Sinne und nehmen die Umwelt wahr.
Wir lernen Ruhe und Entspannung zu finden.
Wir lernen Gefühle auszudrücken mit malen und bewegen.
Wir basteln Schönes, um das Leben zu geniessen.
Diese Sachen dürfen Sie mit nach Hause nehmen.
Leitung: Andrea Gschwind

Kurs 3: Wie schützt die Stadt ihre Umwelt?
Unterwegs in Zürich und Umgebung
Möchten Sie Ausflüge rund um die Stadt Zürich machen?
Sie sind unterwegs zu Fuss, mit Bus, Schiff und Zug.
Sie lernen einiges, wie wir unsere Umwelt schützen können.
Sie bekommen an einigen Orten eine Führung.
Sie haben auch Zeit, die Beine ins Wasser zu strecken und ein Glacé zu essen.
Achtung: Sie müssen gut zu Fuss sein.
Sie gehen auch längere Strecken (ca. 2 Stunden) auch bergauf.
Leitung: Juliette Bork

Kurs 4: Umwelt entdecken und schonen in der Stadt
Abfall reduzieren, wiederverwerten und Neues gestalten
Unsere Umwelt schützen macht Spass.
Wir lernen spannende Dinge über unsere Umwelt.
Was sind «Seltene Erden» und was bedeutet «Kreislauf»?
Wir verwenden gebrauchte Materialien.
Wir machen neue Dinge daraus.
Wir pflanzen einen Minigarten mit Erde aus eigenem Kompost.
Sie nehmen schöne Sachen mit nach Hause.
Leitung: Tania Schellenberg

Ausgebucht: Kurs 5: Zur Umwelt Sorge tragen!
Musical spielen, vortragen und vorführen.
Haben Sie Spass am Theater spielen?
Oder möchten Sie Musik machen?
Singen und tanzen Sie gerne?
Oder alles zusammen?
Sie können alles probieren, was sie möchten.
Wir studieren ein Musical über die Umwelt ein.
Wir bereiten eine kleine Aufführung fürs Abschlussfest vor.
Leitung: Hanna Landolt

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bildungsklub der Pro Infirmis Zürich und unterstützt von der Stiftung «DENK AN MICH»

Menschlichkeit im Unternehmen – Wie gelangen wir dahin?

Bild: iStock

Unsere Arbeit hat einen grossen Einfluss darauf, wie wir leben und wer wir sind. Jeder von uns geht mit unterschiedlichen persönlichen Eigenschaften, Fähigkeiten und Bedürfnissen zur Arbeit. Wir sind einerseits auf ein respektvolles, wertschätzendes Arbeitsumfeld angewiesen und tragen andererseits selbst massgeblich dazu bei.

In unserer Workshop-Reihe geben wir Ihnen an die Hand, wie Sie, erstens, für eine höhere Beziehungsqualität mit Ihren Mitmenschen und in Ihrem Team sorgen können, zweitens, Inspiration finden, und drittens, die soziale Dimension Ihrer beruflichen Tätigkeit klarer entdecken können.

TEIL 1: SINN, ANERKENNUNG UND WERTSCHÄTZUNG
Was macht eine sinnvolle Arbeit aus? Wie hängen sinnvolle Arbeit und Anerkennung miteinander zusammen? Warum ist uns Anerkennung im Beruf so wichtig? Und wie lassen sich Anerkennung und Wertschätzung im Team und im Unternehmen leben?

Workshop mit Stephan Pfob, Smart Work Guide, Autor, Partner Berlin Alley GmbH und Dana Sindermann, Wirtschaftsethikerin und Autorin, Paulus Akademie

MI 12.04.2023, 19.00 – 20.30 Uhr / Anmeldeschluss MO 10.04.2023


TEIL 2: ACHTSAMKEIT, KONTEMPLATION UND DIE KUNST DES LEITENS
Wo bin ich verankert, wo ist meine Mitte und wie kann ich meinem Tun eine Richtung geben? Wie gelange ich von der inneren zur äusseren Transformation? Wie kann ich gelungene Beziehungen aufbauen und durch mein Wirken der Gesellschaft etwas geben?

Workshop mit Stephan Rothlin, Wirtschaftsethiker, Leadership Meister und CEO von Rothlin International Management Consulting und Dana Sindermann, Wirtschaftsethikerin und Autorin, Paulus Akademie

DO 20.04.2023, 19.00 – 20.30 Uhr / Anmeldeschluss DI 18.04.2023

Kooperationspartner: Ladanyi Verein


TEIL3: WIE UND WO FINDE ICH INSPIRATION?
Um kreativ zu sein, brauchen wir Inspiration. Auch in der Arbeit mit Menschen ist Inspiration wertvoll. Grossartige Ideen und Projekte entstehen nicht selten im Team. Wie können Unternehmen ein inspirierendes Arbeitsumfeld schaffen? Wie und wo finden wir persönlich Inspiration?

Workshop mit Kathrin Neumüller, Expertin für Mitarbeiterzufriedenheit und -inspiration, ValueQuest, Peter Widmer, Philosoph und Zen Lehrer, Zen Integral und Dana Sindermann, Wirtschaftsethikerin und Autorin, Paulus Akademie

DI 25.04.2023, 19.00 – 20.30 Uhr / Anmeldeschluss SO 23.04.2023

Von links nach rechts: Peter Widmer, Dana Sindermann, Stephan Rothlin, Kathrin Neumüller und Stephan Pfob

Ethics of Resistance – Zwei Frauen als universelle Vorbilder

Das Referat von Christopher Clohessy behandelt den Widerstand zweier Frauen – Fatima und Zaynab – gegen Kräfte der Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Sie dienen als Vorbilder für alle Männer und Frauen, unabhänig davon, ob sie religiös sind oder nicht. Wir alle müssen täglich, selbst in kleinen Angelegenheiten, ethische Entscheidungen treffen, die uns manchmal lähmen können.

Wenige von uns werden dazu aufgerufen, Ungerechtigkeit auf der Weltbühne zu bekämpfen, aber jeder Mensch erlebt „Momente von Kerbala“, in denen richtige und mutige Entscheide von uns verlangt werden. Die zwei Frauen werden im Vortrag aus dem rein religiösen Kontext herausgelöst und als universelle Vorbilder für die Menschheit beleuchtet.

Christopher Clohessy ist katholischer Priester, geboren und aufgewachsen in Südafrika. Er hat einen Bachelor of Sacred Theology der Päpslichen Universität Urbaniana in Rom und einen PhD des Päpstlichen Instituts für Arabische und Islamische Studien (PISAI) in Rom.  Zurzeit ist er Fakultätsmitglied am PISAI und lehrt zu schiitischen Islamstudien, Koranstudien, islamischer Ethik und christlich-muslimischem Dialog. Er ist Gastdozent am Päpstlichen Beda-Kolleg und hält dort Vorlesungen zu Fundamentaltheologie, Ekklesiologie, Islam und Mariologie.

Der Vortrag ist auf Englisch. Es liegt eine deutsche Übersetzung auf.

Nach dem Anlasss wird ein kleines Abendessen offeriert, zu dem alle Teilnehmenden eingeladen sind.

Veranstalterin:
Lineh – Organisation für Kultur und Kinder
www.lineh.ch

Anmeldung
www.lineh.ch/anmeldung

 

Die katholische Krise und die Frauen

Der Synodale Weg in Deutschland steht unter Druck. Im März 2023 kommt’s zum Endspurt. Werden sich die Reformkräfte durchsetzen? Oder stoppt Rom das Projekt? Die Zürcher Dokumentarfilmerin Henriette Bornkamm hat den Synodalen Weg aus Sicht von Frauen gemeinsam mit der Wuppertaler Co-Autorin Heike Fink verfolgt. Unter anderem begleiteten sie die Pfadfinderin Viola Kohlberger, die sich mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki anlegte.

Die Paulus Akademie und kath.ch laden zu einer Weltpremiere ein.

Gäste
– Henriette Bornkamm, Autorin der ARD-Doku über den Synodalen Weg «Die katholische Krise und die Frauen»
– Viola Kohlberger, Pfadfinderin und Delegierte des Synodalen Wegs
– Franziska Driessen-Reding, Präsidentin des Synodalrates der Katholischen Kirche im Kanton Zürich

Moderation
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
– Raphael Rauch, Redaktionsleiter kath.ch

CHARTA PRÄVENTION – EINRICHTEN EINER MELDESTELLE

Prävention vor sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzüberschreitungen ist eine permanente Aufgabe und muss strukturell verankert sein. Die Organisationen und Institutionen, die sich zur «’Wir schauen hin‘ Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen» bekennen, verpflichten sich unter anderem zum Einrichten einer internen, niederschwelligen Meldestelle.

Kursziele
Der Kurs beschäftigt sich eingehend mit dem Punkt 10 der Charta Prävention und seinem Bezug zu den restlichen neun Punkten. Neben Fachinput soll auch Raum für Diskussion und gegenseitigen Erfahrungsaustausch gegeben werden.
Dabei geht es unter anderem um die Fragen:

  • Ab wann ist eine ungewollte Handlung eine sexuelle Ausbeutung, ein Missbrauch oder eine Grenzverletzung?
  • Wie kann für Betroffene ein «safe space» geschaffen werden, um den Schritt sich anzuvertrauen zu vereinfachen?
  • Wie kann ein reibungsloser bzw. korrekter Ablauf einer Meldung gewährleistet werden?
  • Die Unterschätzung von Theorie und Praxis – Wie greifen die Grundsätze zur Prävention im Alltag?
  • Was können Mitarbeitende zur Optimierung der internen Meldestelle beitragen?
  • Wie hängen die zehn Punkte der Charta Prävention miteinander zusammen? Sind manche wichtiger als andere?

Leitung
Andrea Gehrig, lic.rer.soc., Studium der Kommunikationswissenschaften, Sozialarbeit und Betriebswirtschaft, Weiterbildung in Sexualpädagogik und Konfliktklärung. Nach vielen Jahren in leitender Position in der Privatwirtschaft heute vor allem in der Beratung und Personalentwicklung tätig.

Ein Seminar in Kooperation mit ARTISET.

Ich habe den Himmel gegessen

Mit Christine Lather, Schauspiel und Gesang; Felix Huber, Komposition und Piano; Lilian Naef und Eva Mann, Regie; Heiner Widemann, Kostüme

Am 23. April jährt sich der Geburtstag der herausragenden Schweizer Lyrikerin Silja Walter (1919–2011), die als Schwester Maria Hedwig im Kloster Fahr gelebt hat. Immer wieder fand sie frische, unerhörte Worte für die urmenschliche Sehnsucht, das eingeengte Ich in etwas Grösseres einfliessen zu lassen, das Freiraum und Frieden verspricht – «die Wahrheit hinter dem Frühling».

Sängerin und Schauspielerin Christine Lather hat Lyrik und autobiografische Texte zu einem Monolog verflochten. Im Zusammenspiel und im Dialog mit Felix Huber am Klavier macht sie Leben und Werk der wortstarken und  einfühlsamen Klosterfrau und Benediktinerin gegenwärtig.

Entdecke den Pilger in dir

Freie Besichtigung Montag bis Freitag, 9.00 bis 17.00 Uhr

Drei rätselhafte graue Gestalten tauchen im Pilgerstück #JAKOB S WEG auf, das am 25. Februar an der Paulus Akademie zu sehen ist. Sie spielen auf Johann Kralewskis Kunstinstallation «Die Pilger» an. Seit 2019 stellt der Künstler diese Pilger an unterschiedliche öffentliche Orte, wo ihnen Menschen begegnen können. Von Februar bis März halten sich einige der Figuren an der Paulus Akademie auf – und laden zur Begegnung und zur Reflexion über physisches und  geistiges Pilgern ein. Fünf Portraits einer 3D-Serie des Künstlers regen dazu an, sich an eigene «Vorbilder im Verändern» zu erinnern.

Johann Kralewski (*1949) ist in Polen aufgewachsen, lebte von 1981 bis 2009 in Deutschland und jetzt in der Schweiz. Wohn- und Arbeitsorte sind Islisberg und Locarno.

www.kralewski.com

Zwischen Anerkennung und Imagepflege

Seit Black Lives Matter hat das Thema Diversität in Unternehmen enorm an Bedeutung gewonnen. Kulturelle Vielfalt soll für den Unternehmenserfolg und die Reputation nutzbar gemacht werden. Auch Marketingkampagnen springen auf das Thema auf, indem sie bunte Bildchen mit gemischten Teams präsentieren.

Was aber macht echte, gelebte Diversität in Unternehmen aus? Was sind Chancen und Herausforderungen der kulturellen Vielfalt für Mitarbeitende, Unternehmen und unsere Gesellschaft?

Gäste

  • Judith Renevey, Gründerin und Geschäftsführerin von open:wise, Unternehmensberatung im Bereich Diversity & Inclusion
  • Pierina Bossert, Head of Social Media & Content der xeit GmbH, Online-Marketing- und Social-Media-Agentur
  • Dr. Henri-Michel Yéré, Diversity & Inclusion Consultant und Historiker an der Universität Basel

Leitung und Moderation
Dana Sindermann, Leiterin Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik, Paulus Akademie

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Stadt Zürich Kultur

Material

  • Interview mit Henri-Michel Yéré zum Umgang mit kultureller Vielfalt in der Neuen Zürcher Zeitung: Link
  • Artikel von Ijoma Mangold in „Die Zeit“ zum Diversity-Konformismus:  Link
  • Blog von Dana Sindermann zum Thema Diversity Marketing: Link