Individuum und Menschheit

Eine Veranstaltung im Rahmen des Buch- und Literaturfestivals «Zürich liest»

Seit es den Begriff «Demokratie» und die mit ihm verbundenen Erwartungen gibt, ist er umstritten. In einer historisch-philosophischen Tour d’Horizon rekonstruiert Volker Gerhardt die zentralen Stationen dieser Diskussion von den  Denkern der Antike bis in unsere globalisierte Gegenwart. Zugleich zeigt der renommierte Philosoph, warum die Demokratie unter allen Regierungsformen die einzige ist, die schon ihrer Idee nach ausnahmslos alle Menschen – die ganze Menschheit – einschliesst.

Gast
Professor Volker Gerhardt, Institut für Philosophie, Humboldt-Universität zu Berlin

Moderation
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

In Kooperation mit Katholisch Stadt Zürich

WIE DIE JUGEND ZUKUNFT SCHREIBT

Bild: iStock

Trotz aller Bemühungen steigt der weltweite Ressourcenbedarf stetig an – mit verheerenden Auswirkungen auf Umwelt, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit.

Wie lässt sich in dieser Situation ein nachhaltiger Konsum bewerkstelligen?

Im Gespräch mit Buchautorin Celia Hug und Projektleiter Kevin Ischi diskutieren wir deren Ideen für eine lebenswerte Zukunft und werfen im Rahmen der Preisverleihung „Zukunft schreiben“ einen Blick auf die vielversprechendsten Lösungsimpulse der neuen Generation.

Gäste

  • Celia Hug, ehemalige Preisträgerin «Zukunft schreiben» und Buchautorin «Suche Fern. Finde Nah.»
  • Kevin Ischi, Projektleiter Nachhaltigkeit bei der Katholischen Kirche des Kantons Zürich

Moderation

  • Linda Jucker und Noëmi Preisig, Ökozentrum
  • Dr. Sebastian Muders, Leiter Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie

In Kooperation mit dem Ökozentrum

Das Projekt wird durch die folgenden Partner unterstützt:

  • Amt für Umwelt und Energie
  • Däster Schild Stiftung
  • Franke Stiftung
  • Industrielle Werke Basel
  • Katholische Kirche im Kanton Zürich
  • Stiftung Wegweiser
  • WaliDad Stiftung

Über den Sinn der Strafe und die (Un-)Möglichkeit von Versöhnung

Der Sinn von Strafe lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Er fächert sich in mehrere, sich zum Teil widersprechende Sinndeutungen auf. Da sind zuerst einmal die beiden nah zusammengehörenden Sinndeutungen von Strafe als  pädagogischer Massnahme und der Deutung, Strafe sei Zeit für den Täter zu sich selbst zu finden.

Strafe ist genuin Übelzufügung. Durch den Behandlungsvollzug hat sich die Bedeutung von Strafe jedoch massiv verändert. Deshalb soll in  dieser Tagung geklärt werden, welchen Stellenwert Strafe im Vollzug hat und wie er genau zu verstehen ist. Denkt man Strafe ohne Versöhnung, fehlt ihr komplementärer Gegenpart.

Die (christliche) Seelsorge kann zur Versöhnung helfen, aber nur auf spiritueller Ebene, in dem sie die Vergebung Gottes zuspricht, etwa im Beichtgespräch oder in der Abendmahlsfeier. Sühne und Versöhnung, zumindest im säkularisierten Sinn, funktionieren nur auf eine höchste  formalisierte Weise, indem nämlich behauptet wird, mit der bedingten Entlassung sei die Tat gesühnt und damit dann auch vergeben. Die Wirklichkeit der Täterinnen und Täter kann das jedoch nicht abdecken, weil sie genau das nicht  erleben. Und die Vorstellung einer Versöhnung mit sich selbst widerspricht zutiefst dem Wesen der Versöhnung.

Detailprogramm

Gäste
– Pfrn. Patrizia Weigl-Schatzmann, Klinikseelsorgerin, Universitäre Psychiatrische Klinik Waldau, Bern
– Dr. Lisanne Teuchert, Diakoniewissenschaftliches Institut Heidelberg
– Tanja Knodel, Rechtsanwältin, Zürich
– Andreas Naegeli, Direktor der Justizvollzugsanstalt (JVA) Pöschwies

Leitung/Moderation
– Dr. Frank Stüfen, Gefängnissseelsorger, Reformierte Kirche Kanton Zürich
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verlag Gefängnisseelsorge

Oskar und die Dame in Rosa

Es ist eine herzergreifende Geschichte, die der Krankheit, dem Sinn des Lebens und der Unabänderlichkeit des Todes begegnet – ohne  Berührungsängste, aber einfühlsam, zart und mit einer Prise Humor.

Oskar, der kleine Held in diesem Stück, ist im Krankenhaus. Seine Mutter hat Angst, mit ihm über die Wahrheit zu reden. Nur Oma Rosa, eine ältere Pflegerin im Krankenhaus, hat den Mut, mit Oskar über seine Fragen und seine Erlebnisse nachzudenken. Auf Oma Rosas Empfehlung hin schreibt er seine Gedanken in Briefen an den lieben Gott.

Eine Kooperation mit www.spektakulum.ch

Gäste
DUNJASCHA, Schauspielerin
Hleb Sidaruk, Musiker (Violoncello)

Gift und Gnade

Nach zehn Jahren begegnen sich ein Mann und eine Frau am Ort, an dem ihr gemeinsames Kind begraben wurde. Ihre Beziehung hat dem Schicksalsschlag nicht Stand gehalten.

Das schnörkellose, starke Theaterstück «Gift. Eine Ehegeschichte» der holländischen Autorin Lot Vekemans ist die Suche zweier Menschen nach einem Neuanfang.

Das Spiel geht über in einen Dialog mit dem Publikum.

Eine Theaterproduktion von Ecoutevoir und MTL Produktionen.

Trailer 

Gäste
Eva Mann, Regisseurin
Lilian Naef, Schauspielerin
Markus Amrein, Schauspieler

Leitung
Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Freie Ritualarbeit trifft Kirchen

In der heutigen Zeit sehnen sich immer mehr Menschen nach einer sinnlichen Spiritualität.

Die Kirchen sind längst nicht mehr die einzigen Institutionen, die spirituelle Rituale anbieten; die freie Ritualarbeit bietet Alternativen.

Die Kirchen bekommen dies zu spüren und beginnen darauf zu reagieren. Sie schaffen neue Angebote und sprechen zum Teil auch Verbote aus. Sollen Ritualschaffende Kirchenräume für freie Rituale nützen dürfen? Sollen Pfarrerinnen und Pfarrer auch ausserhalb der Kirche Rituale anbieten dürfen? Werden Rituale zu einem Konsumgut? Wie  können sich die Rituale gegenseitig inspirieren und weiterentwickeln? Was ist das Gemeinsame und wie können wir in einer aufgewühlten Welt einen Beitrag zu einer neuen spirituellen Kultur der Verbundenheit beitragen?

Das Ritual-Symposium lädt freie Ritualschaffende und Kirchen-Mitarbeitende ein, sich diesen Fragen zu stellen, sich offen zu begegnen und in einen Dialog zu treten.

Detailprogramm

Gäste
– Martin Conrad, Seelsorger in der Pfarrei St. Peter und Paul Zürich
– Cindy Studer-Seiler, Pfarrerin Reformierte Kirchgemeinde Kelleramt (AG) und freie Trauerrednerin bei «Personal Pastor»
– Gisula Tscharner, Ritualbegleiterin im Ruhestand

Leitung und Moderation
– Bettina Baumgartner, Leiterin Fachschule für Rituale und Organisationsentwicklerin
– Jürg Fassbind, Ritualfachmann und Historiker/Organisationsentwickler
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie
– Susanna Maeder, Leiterin Fachschule für Rituale
– Verena Mühlethaler, Pfarrerin Reformierte Citykirche Offener St. Jakob

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Ritualverband, der Fachschule für Rituale und der Reformierten Citykirche Offener St. Jakob.

Zwischen Vergangenheitsbewältigung und Zukunftsgestaltung (abgesagt)

Wie gehen Gesellschaften mit einer Geschichte politischer Gewalt um? Wie kann eine Gesellschaft den Opfern von gesellschaftlicher Willkür gerecht werden? Sind Kompromisse legitim, auch wenn damit Ungerechtigkeiten einher gehen?  Wie rückwärts und gleichzeitig vorwärts schauen? Solchen Fragen geht Frank Haldemann aus einer pluralistischen Perspektive auf den Grund, wobei er die berühmt gewordene philosophische Unterscheidung zwischen Igeln und
Füchsen einbringt: Igel stützen sich bei ihren Entscheidungen immer auf ein System ab; Füchse misstrauen Systemen und erleben das Leben als Konflikt zwischen verschiedenen Werten und Interessen.

Gäste
– Frank Haldemann, Rechtsphilosoph, Jurist und Experte für Transitional Justice, IIEDH Universität Fribourg
– Regula Ludi, Historikerin, IIEDH Universität Fribourg
– Thomas Unger, Unabhängiger Berater für Menschenrechte und Transitional Justice

Moderation
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Eine Kooperation mit dem Interdisziplinären Institut für Ethik und Menschenrechte (IIEDH), Universität Fribourg

LUNCH & LECTURE – BRAINFOOD ZUM ZMITTAG

Machen Sie sich in der Mittagspause fit für wissenschaftliche Erkenntnisse: Diskutieren Sie mit! Die leckeren Sandwiches und Getränke vom Lilly Jo“ sorgen fürs kulinarische Wohl und sind im Eintrittspreis inbegriffen.

Bild: iStock

Übergewicht – Die verharmloste Epidemie?
Aktuell verschärft sich eine gesundheitliche Bedrohung, die seit Jahrzehnten wächst und derweil ein epidemisches Ausmass annimmt: Übergewicht. Die Folgen von Übergewicht und Dickleibigkeit stellen auch die Schweiz vor grosse Herausforderungen, sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich.
Warum steigt das Übergewicht kontinuierlich? Welche soziodemografischen Faktoren erhöhen das Risiko für Übergewicht? Und wie haben sich die zwei Lockdowns während der Corona-Pandemie auf das Körpergewicht der Menschen ausgewirkt?

Gast
PD Dr. Kaspar Staub, Institut für Evolutionäre Medizin, Universität Zürich

Leitung und Moderation
Dr. Dana Sindermann, Paulus Akademie
Dr. Reik Leiterer, Center for Lifelong Learning Universität Zürich

In Kooperation mit dem Center for Lifelong Learning Universität Zürich und dem Lilly Jo

Die Kirchenhistorikerin als Detektivin

Als Kirchenhistorikerin interessiert sich Angela Berlis für historische Personen, die in eine Spirale des Vergessens hineingeraten sind: Manche wurden buchstäblich verketzert, andere für verrückt erklärt. Nur eine beharrliche detektivische  Arbeit ermöglicht es, solchen Menschen auf die Spur zu kommen und sie in die (Kirchen-)Geschichtserzählung zurückzuholen.

Was fasziniert an dieser Arbeit? Warum ist sie wichtig? Dies sind Fragen, denen die theoLOGE diesmal im Gespräch mit der christkatholischen Priesterin, Theologin und Kirchenhistorikerin nachgeht.

Gast
Prof. Dr. Angela Berlis, Professorin für Geschichte des Altkatholizismus und Allgemeine Kirchengeschichte an der Universität Bern

Moderation
Veronika Bachmann, Paulus Akademie, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion

Mit der theoLOGE lädt die Paulus Akademie zum Gespräch mit Theologinnen und Theologen ein, die in akademischer Forschung und Lehre tätig sind. Jeder Anlass ist einer Person und einem Thema gewidmet.

Let’s Doc & Talk: Magic Medicine – «Magie» durch Psilocybin?

79 Min. | Englisch | Buch & Regie: Monty Wates | UK | Lizzy Gillett, Monty Wates | 2018

Der Film «Magic Medicine» von Monty Wates begleitet Probandinnen und Probanden über vier Jahre hinweg bei der weltweit ersten klinischen Studie, die die Effekte von Psilocybin (der bei sogenannten «Magic Mushrooms» wirksamen Substanz) auf Patientinnen und Patienten mit depressiven Erkrankungen untersucht. Zu sehen sind die Erfolge, aber auch Rückschläge dieses Experiments.

Podium: «MAGIC MUSHROOMS GEGEN DEPRESSIONEN?»

Gäste
Nathalie Rieser, Zentrum für Psychiatrische Forschung der Universität Zürich
Anna Becker, Departement Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Basel

Moderation
Sebastian Muders, Paulus Akademie
Tobias Eichinger, IBME UZH

In Kooperation mit dem Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte (IBME) der Universität Zürich.

Im Rahmen der schweizweiten Dokumentarfilmwoche «Let’s Doc!» zeigen wir diese drei Dokumentarfilme und sprechen mit unseren Gästen darüber:

MO 5.6.2023: QUEER GLAUBEN
DI 6.6.2023: MAGIC MEDICINE – «MAGIE» DURCH PSILOCYBIN?
MI 7.6.2023: THE NORTH DRIFT – PLASTIK IN STRÖMEN