3. Werkstatt für Wandlung: Kirchenerneuerung durch Gottesdienst

3. Werkstatt für Wandlung 08. – 10.11.2026

«Weiter wie bisher» ist für Sie keine Option. Sie sehen die leerer werdenden Kirchen, aber Sterbebegleitung ist nicht Ihre Antwort. Sie ahnen oder haben gehört, dass es auch andere Wege gibt. Weil Sie darüber mehr wissen wollen, weil Sie Ihre Situation besser verstehen wollen, um entschlossen zu handeln, weil Sie das nicht als Einzelkämpfer tun wollen, weil Sie Methoden, Tools, Erfolgsfaktoren kennen lernen wollen, weil Sie selber kraftvolle Gottesdienste erleben möchten, ist Liturgie und Kirchenerneuerung für Sie ein Thema.

Für uns ist das ein Thema, weil wir wissen, dass der Gott der Bibel immer wieder Einzelne, Gemeinschaften und ein ganzes Volk auf neue Wege ruft. Wir entdecken die Innovationskraft des Heiligen Geistes nicht nur in Spuren der Kirchengeschichte, wir sehen sie auch in unserer Gegenwart. Wandlung ist für uns eine theologische Kategorie, die von Wort und Sakrament ausgeht, eine Wirklichkeit, die alle angeht und die Kirche bewegt. Wenn aber von Wort und Sakrament, wenn vom Gottesdienst keine Kraft mehr ausgeht, sehen wir Handlungsbedarf.

Uns geht es nicht darum, zusätzliche Angebote zu kreieren, wir streben eine veränderte Gottesdienstkultur an. Bei uns geht es nicht um Patentrezepte, sondern um Prinzipien, die Kreativität freisetzen. Unsere Werkzeuge stammen aus Prozessen von Kirchenerneuerung von den Philippinen über Hildesheim und London bis nach Nordamerika. Sie werden durch geistliche Erprobung, Theaterarbeit und Managementmethoden geschärft.

In der «Werkstatt für Wandlung» arbeiten wir mit katholischen und reformierten Projektgruppen: Es geht um die Wahrnehmung und das Verstehen des Ist-Zustands, um das Entwickeln einer Vision und eines Strategieziels für den Ort, aus dem Ihre Projektgruppe kommt, um Erprobung und Erfahren von kraftvollem Gottesdienst und die Planung der nächsten Schritte. Sie dürfen anspruchsvolle Arbeit mit Lustgewinn erwarten.

Wir laden Sie herzlich ein!

Gunda Brüske
Christian Hennecke
Bernward Konermann
Ralph Kunz

Ziele

  • Die Teilnehmenden reflektieren den Ist-Stand des gottesdienstlichen Lebens ihrer Pfarrei/Kirchgemeinde (oder ihres Pastoral-/Seelsorgeraums/Kirchenkreises) u.a. im Hinblick auf den Zusammenhang von Liturgieverständnis und Kirchenbild.
  • Sie begreifen kraftvollen Gottesdienst als einen entscheidenden Faktor im Prozess der Erneuerung von Kirche, der von weiteren Faktoren nicht isoliert werden kann und im Gesamtzusammenhang der Pfarrei/Kirchgemeinde beachtet werden soll.
  • Sie formulieren ihre Vision von inspirierendem und belebenden Gottesdienst und ein dieser Vision entsprechendes strategisches Ziel, um beides nach dem Workshop an ihren jeweiligen Orten vorzuschlagen. Massnahmen zur Umsetzung sind skizziert.
  • Sie stärken ihre eigenen liturgischen Kompetenzen in der Erarbeitung unterschiedlicher Gottesdienstformate. Sie leiten daraus liturgische Qualitätskriterien ab.

Inhalte

  • Liturgie und Kirchenentwicklung
  • Liturgie- und Kirchenbilder
  • Kraftvoller Gottesdienst als Qualitätsfaktor und Motor von Erneuerung
  • Erarbeiten, Erleben und Evaluation kraftvoller Gottesdienste
  • Willkommenskultur
  • Predigt und Kirchenmusik
  • Vision, Strategie, Kommunikation und kulturelle Faktoren in Prozessen von Erneuerung
  • Tools für die Erhebung des Ist-Stands, für die Planung und Evaluation

Arbeitsweise

  • Impulse
  • Praxiseinheiten mit Gottesdiensten
  • Bibelarbeit
  • Predigtwerkstatt
  • Arbeitseinheiten in den Projektgruppen

Adressaten (katholisch und reformiert)

  • Personen, die sich entschieden haben, an ihrer liturgischen Praxis im Kontext von Kirchenerneuerung zu arbeiten.
  • Gruppen von etwa 3 Personen aus einer Pfarrei/Kirchgemeinde (Pastoral-/Seelsorgeraum) bestehend aus einer hauptamtlich arbeitenden Person und weiteren Haupt-, Neben- oder Ehrenamtlichen. Eine Teilnahme als Einzelperson ist nicht möglich.
  • Personen mit langem Atem und Begeisterungskraft.

Kursleitung

Dr. Gunda Brüske, Fribourg, Leiterin Liturgisches Institut, initiativ im Bereich Liturgie und Kirchenentwicklung in der Deutschschweiz, Publikationen

Dr. Christian Hennecke, Hildesheim, Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bischöfl. Generalvikariat Hildesheim, Initiator und Moderator in Erneuerungsprozessen, Autor zahlreicher Bücher zur Kirchenerneuerung, u.a. Kirche steht Kopf (2016), zusammen mit Gabriele Viecens: Der Kirchenkurs. Wege zu einer Kirche der Beteiligung (2016)

Dr. Bernward Konermann, Göttingen, Dramaturg, Regisseur, Entwicklung und Leitung der „GottesdienstWerkstatt“ zur Entwicklung von Kirche zur Innovation von Gemeindeleben und Gottesdienst

Prof. Dr. Ralph Kunz, Zürich, Professor für Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Homiletik, Liturgik und Poimenik an der Theol. Fakultät der Universität Zürich und Mitglied der Leitung des Zentrums für Kirchenentwicklung der Fakultät, zusammen mit Thomas Schlag Herausgeber des Handbuchs für Kirchen- und Gemeindeentwicklung (2014)

Veranstalter

Liturgisches Institut
der deutschsprachigen Schweiz
Impasse de la Forêt 5A
1700 Freiburg

Kosten

490.00 CHF Kursgebühren (darin enthalten: Kursmaterial, anteilige Kosten und Honorare der Kursleitung und die Saal- und Raumkosten im Seminar- und Bildungszentrum Mattli Antoniushaus).
352.00 CHF Pensionskosten (Einzelzimmer/Vollpension) für 2 Tage im Seminar- und Bildungszentrum Mattli Antoniushaus. Änderungen vorbehalten.

Bei Verhinderung bitten wir um frühzeitige Abmeldung, damit andere Teilnehmende nachrücken können.
Bei Abmeldungen ab 30 Tage vor den Kurs erheben wir eine Stornierungsgebühr von 50% der Kurs- und Pensionskosten, ab 14 Tage 80% der Kurs- und Pensionskosten und ab 7 Tage 100% der Kurs- und Pensionskosten.

Grundkurs Liturgie 2026/2027

Der christliche Gottesdienst wurzelt tief im Neuen Testament und noch darüber hinaus im Beten und Feiern des Volkes Israel. Schon kurze Zeit nach der Auferstehung Jesu versammeln sich Jüngerinnen und Jünger am ersten Tag der Woche, unserem Sonntag. Unmittelbar nach Pfingsten beginnen die Apostel zu taufen. Die Christinnen und Christen der Urgemeinde brechen das Brot, sie hören das Wort Gottes aus den heiligen Schriften, beten zusammen und sie preisen Gott mit Hymnen. Das alles tun wir noch heute.
Zugleich hat der Gottesdienst sich im Laufe der Geschichte verändert und wurde dabei reicher durch Zeichen, Handlungen, Gebete und Gesänge. Manches ist vertraut, anderes fremd. Im Grundkurs Liturgie lernen Sie noch mehr kennen wie z. B. geistlich nahrhafte Wort-Gottes-Feiern. Sie verstehen manches neu und anders. Sie machen neue Erfahrungen im gemeinsamen Feiern und in der praxisbezogenen Arbeitsformen, so dass Ihre Kompetenzen im Bereich Liturgiegestaltung bis hin zur Leitung von Wort-Gottes-Feiern und einfachen Feierformen gestärkt werden. Wir lernen voneinander und miteinander.

Ziele

  • Die Teilnehmenden verfügen über Grundkenntnisse im Bereich Liturgie.
  • Sie reflektieren ihr eigenes Verhältnis zur Liturgie.
  • Sie bereiten einfache Wortgottesdienste selbständig vor, führen sie durch, evaluieren und reflektieren sie.
  • Sie sind in der Lage, einzeln oder zu zweit sonntäglichen Wort-Gottes-Feiern vorzustehen.
  • Sie bilden sich ein Urteil zu kontroversen Fragen.

Lernen im Grundkurs Liturgie
Der Grundkurs Liturgie vermittelt Grundkenntnisse der Liturgie. Sie dienen dem Verstehen der vielfältigen Gottesdienstformen, dem Wissen um Gestaltungsmöglichkeiten und vor allem der Anwendung in der Praxis.
Der Fokus des Kurses liegt auf den praktischen Kompetenzen. Dem dienen sechs Praxistage mit vielfältigen Übungsmöglichkeiten. An den Praxistagen werden ausserdem kurze Gottesdienste (einfache Wortgottesdienste, Wort-Gottes-Feiern, weitere Formen wie Segensfeiern, Andachten, Tagzeitenliturgie) gefeiert, die von Teilnehmenden vorbereitet und geleitet werden. Sie erhalten dazu ein qualifiziertes Feedback, das ihrer persönlichen Weiterentwicklung in ihrer liturgischen Rolle dient.
Der Erwerb von Grundkenntnissen erfolgt durch die Lektüre der Lehrmittel und die Vertiefung in acht thematischen Online-Einheiten. Jede Online-Einheit wird als Zoom-Meeting durchgeführt, das aufgezeichnet wird und damit auch jenen zur Verfügung steht, die nicht am Meeting teilnehmen können. Zu jeder thematischen Einheit gehört eine kleine Praxisaufgabe, die dem Transfer dient und schriftlich eingereicht wird. Die Teilnehmenden erhalten dazu eine kurze Rückmeldung der Kursleitung.

Praxistage
Dauer 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr

  • Lesen, sprechen, (vor)beten – 19. Sept. 2026 – Pfarrei St. Antonius, Bern – Eleonora Biderbost und Davide Bordenca
  • Bewegung und Raum – 14. Nov. 2026 – Pfarrei St. Antonius, Bern – Eleonora Biderbost und Davide Bordenca
  • Handeln in liturgischen Rollen – 23. Jan. 2027 – Pfarrei St. Peter und Paul, Zürich – Davide Bordenca und Eleonora Biderbost
  • Symbole und Zeichenhandlungen – 13. März 2027 – Pfarrei St. Antonius, Bern – Davide Bordenca und Gunda Brüske
  • Musik und Gesang – 8. Mai 2027 – Pfarrei St. Peter und Paul, Zürich – Florian Kirchhofer
  • Einfache Feierformen – 19. Juni 2027 – Pfarrei St. Peter und Paul, Zürich – Eleonora Biderbost und Davide Bordenca

Online-Einheiten
Dauer: 90 Minuten, 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr

  • Was ist Liturgie? – 24. Sept. 2026 – Davide Bordenca
  • Einführung in die Wort-Gottes-Feier – 20. Okt. 2026 – Eleonora Biderbost
  • Kirchenjahr Teil 1: Weihnachtsfestkreis – 25. Nov. 2026 – Davide Bordenca
  • Eucharistiefeier Teil 1: Wort des Lebens – 10. Dez. 2026 – Gunda Brüske
  • Eucharistiefeier Teil 2: Brot des Lebens – 12. Jan. 2027 – Davide Bordenca
  • Kommunionspendung in der Wort-Gottes-Feier – 23. Feb. 2027 – Eleonora Biderbost
  • Kirchenjahr Teil 2: Osterfestkreis – 17. März 2027 – Davide Bordenca
  • Herausforderung Gottesdienst im Wandel – 25. Mai 2027 – Eleonora Biderbost

Adressaten
Der Kurs richtet sich an Frauen und Männer, die

  • den Gottesdienst besser verstehen und intensiver mitfeiern möchten,
  • einfache liturgische Feiern vorbereiten und durchführen,
  • sich auf die Leitung von Wort-Gottes-Feiern am Sonntag vorbereiten,
  • einen liturgischen Dienst ausüben,
  • Feiern musikalisch gestalten,
  • in Liturgiegruppen mitwirken,
  • als Ordensleute täglich Liturgie feiern,
  • als Katechetinnen und Katecheten ihre liturgischen Kompetenzen stärken möchten.

Voraussetzungen

  • Selbstständige Lektüre der Lehrmittel («Gott feiern», «Und Gott gab uns sein Wort», Reader Kirchenjahr)
  • PC und leistungsfähiger Internetanschluss
  • Bereitschaft zur Vorbereitung und Leitung einer kurzen Feier an einem Kurstag

Lehrmaterial

  • Monika Baechler u.a., Gott feiern. Liturgie verstehen und gestalten. Luzern 2022
  • Gunda Brüske, Und Gott gab uns sein Wort. Einführung in die Wort-Gottes-Feier. Regensburg 2022
  • Die Wort-Gottes-Feier am Sonntag. Regensburg, 3. korrigierte Aufl. 2021
  • Reader Kirchenjahr

Ausbildung als Leiterin/Leiter einer sonntäglichen Wort-Gottes-Feier

In bestimmten Situationen können Personen ohne Missio canonica Wort-Gottes-Feier am Sonntag leiten. Die Voraussetzung dafür ist der Besuch eines vom Bischof anerkannten Ausbildungskurses und die Beauftragung durch die Pfarreileitung. Der Grundkurs Liturgie wurde von den Bischöfen der deutschsprachigen Schweiz als Ausbildungskurs anerkannt.

Voraussetzungen:

  • Schriftliche Einverständniserklärung der Pfarreileitung vor Kursbeginn
  • Möglichkeit zur Durchführung einer Wort-Gottes-Feier entsprechend dem liturgischen Buch «Die Wort-Gottes-Feier am Sonntag» für die Abschlussarbeit
  • Es ist wünschenswert, dass die Teilnehmende ihre Kompetenzen während des Kurses in Feiern vor Ort einbringen.
  • Aus der Einverständniserklärung entsteht weder für Teilnehmende noch für die Pfarreileitung ein Anspruch auf die Leitung von Wort-Gottes-Feiern am Sonntag.

Eine Bestätigung über den Ausbildungskurs zur Leitung von Wort-Gottes-Feiern am Sonntag erhält, wer die Prüfung erfolgreich besteht.

Abschluss

Der Grundkurs Liturgie kann mit einem Zeugnis (A.) oder einer einfachen Teilnahmebestätigung (B.) abgeschlossen werden.

A. Abschluss mit Prüfung
Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung:

  • Teilnahme an mindestens fünf Kurstagen
  • Teilnahme an allen acht Online-Einheiten (zeitgleich oder zeitversetzt)
  • Vorbereitung und Durchführung einer kurzen Feier an einem der Kurstage
  • Schriftliche Lösung von sieben praxisbezogenen Aufgaben

Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen Abschlussarbeit mit Durchführung und Reflexion einer Feier und einem Abschlussgespräch von maximal 30 Minuten.

Über eine Anerkennung des Abschlusses für ForModula oder den Studiengang Theologie entscheiden die für diese Kurse verantwortlichen Personen.

B. Abschluss mit Teilnahmebestätigung
Für die Ausstellung einer Teilnahmebestätigung reduzierten sich die Voraussetzungen auf die Teilnahme an drei Kurstagen und die Teilnahme an vier Online-Einheiten (zeitgleich oder zeitversetzt). Die praxisbezogenen Aufgaben müssen nicht eingereicht werden (auf freiwilliger Basis ist das aber möglich). Es gibt keine schriftliche Abschlussarbeit.
Am Ende des Kurses steht ein Abschlussgespräch von 15 Minuten.

Lernzeit

Die Lernzeit für den vollständigen Kurs beträgt 150 Stunden.