Einführung in die Meditation

Der «Markt» verschiedener Spiritualitäten und Meditationspraktiken ist schier unübersichtlich. Der «Heilsrezepte», welche den schnellen Weg zum Glück und zu innerer Befreiung verheissen, sind viele. Wie gewinne ich den Überblick und finde meinen Weg? Wie komme ich zu mehr innerer Ruhe im Alltag und nachhaltigem Frieden mit mir selbst und meiner Mit-Welt? Und: Was ist unter Meditation und Spiritualität zu verstehen? Wie verbinden sich östliche und westliche Wege, ohne Unterschiede auszuklammern oder unkritisch zu vermischen?
Der Tag will «einen Geschmack geben» für bewährte, spirituelle Meditationswegen: Exerzitien und Kontemplation – sie verkörpern zwei Haupt-Übungswege in der christlichen Spiritualitätsgeschichte; Zen und Qi-Gong – sie bilden wichtige Brücken zu fernöstlichen Meditationstraditionen. Damit erhalten die Teilnehmenden u.a. eine Klärungshilfe, welcher spirituelle Weg ihnen mehr entspricht.
Zudem gibt es eine Einführung in die Architektur und das Programm des Lassalle-Hauses. Dabei soll deutlich werden, was das Anliegen einer tragfähigen Meditationspraxis ist: der Weg nach innen, zu sich selbst, ist untrennbar verbunden mit dem Weg nach aussen, in die Verantwortung für die Welt.

Inhalt
• Zeiten der Stille
• Thematische Kurzeinführungen
• Praktische Übungen zu den jeweiligen Meditationsmethoden
• Austausch in der Gruppe
• Vorstellung einschlägiger Literatur
• Architektur- und Hausführung

Einführung in die integrale Spiritualität von Ken Wilber

„Integral“ ist mehr als schlau – „integral“ heisst ganzheitlich! Ken Wilber, der den Begriff „integral“ wie kein anderer geprägt hat, ist nicht bloss ein schwer zu lesender Philosoph. In diesem Seminar erfahren Sie, wie Ken Wilber sich selbst sozusagen vom Kopf auf die Füsse stellt. Er bietet eine faszinierende integrale Landkarte, wie wir in unserem Alltag wachsen können in allen Dimensionen unseres Lebens: innen, aussen, persönlich, kollektiv, in der Auseinandersetzung mit unseren Potentialen und auch mit unseren Schatten. Kaum ein Denker ist in Sachen Spiritualität, Meditation, Entwicklung und deren Integration in den Alltag so aktuell wie Wilber! Wie sich seine Konzepte gewinnbringend und pragmatisch in unseren Lebensalltag integrieren lässt, erfahren Sie schwerpunktmässig anhand von praktischen Übungen.

Inhalt
Lebensphasen und Lebenswerk Ken Wilbers, sein AQUAL-Modell und der Stellenwert von Spiritualität – mit schwerpunktmässigen Übungen zum Transfer in den Alltag.
Kurselemente: Vorträge, Plenumsdiskussionen, Gruppenübungen, ev. Filmausschnitte, Meditation.

Zen Einführung

Eine sorgfältige Einführung in die Praxis und den Geist des Zen ist die Voraussetzung für gute erste Erfahrungen mit der Zen-Meditation. Diese führt von aussen nach innen, vom Handeln zum Sein, vom Wissen zum Erkennen. Schliesslich geht es um eine Weltsicht und ein Selbstverständnis jenseits ichbezogener Strukturen. In der Meditation wird die Weite unseres Seins erfahrbar, was wiederum ein Gefühl grosser Freiheit gibt.

In der Zen-Einführung werden die Grundlagen des Zen vermittelt. Der Kurs beginnt mit einigen Ausführungen über das Anliegen und die Geschichte des Zen sowie über die Möglichkeiten der Zen-Meditation. Nach einem Austausch über allfällige bisherige Meditationserfahrungen sowie über Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmenden wird in die Praxis der Zen-Meditation eingeführt, und verschiedene Sitzpositionen können erprobt werden. Im Kursverlauf werden erste Meditationserfahrungen gemacht und reflektiert, und es werden Rituale vermittelt, welche den ungestörten Ablauf der Meditationen ermöglichen und den Geist des Zen zum Ausdruck bringen. In einem Vortrag wird der Weg des Zen vertieft dargelegt, und zum Schluss des Kurses besteht Gelegenheit, die eigenen Erfahrungen zu besprechen und Fragen zu stellen.

Marcel Steiner erhielt 2009 von Niklaus Brantschen und Pia Gyger Roshi die Lehrbefugnis und den Dharma-Namen Kyo-Sa. Dieser Name bedeutet Brückenbauen, und dieses Thema ist ihm Gabe und Aufgabe in ganz unterschiedlichen Bereichen wie z.B. Brücken zu bauen zwischen Spiritualität und Alltag (oder wie es früher hiess: „ora et labora“), zwischen Mann und Frau, christlicher Tradition und Zen-Buddhismus, Handwerk und Studium, Portugal und der Schweiz.

Inhalt
Das zentrale Element des Einführungskurses ist die praktische Übung der Zen-Meditation. Sie wird Zazen genannt – wörtlich „Sitzen im Zen“. Auf Meditationskissen oder Schemeln sitzt man ohne Gedanken und findet zu einer inneren Ruhe, die mit zunehmender Übung zu einer neuen Lebenshaltung führt. Der Kurs findet weitgehend im Schweigen statt.

Kontemplation Einführung

Das Wort Kontemplation kommt vom lateinischen Verb contemplari und bedeutet betrachten, schauen. Ganz in diesem Wortsinn geht es in der Kontemplation darum, das stille Wirken Gottes in sich selbst und im eigenen Leben wahrzunehmen. Kontemplation ist ein ganzheitlicher Weg und führt von der Unruhe des Geistes zur Ruhe des Herzens, von der Zerstreuung in ein achtsames Wahrnehmen, vom Beten zum Mut, im Alltag konkret zu wirken.
Aus dem Gebet heraus wächst die Kraft, das alltägliche Leben durchwirken und erneuern zu können. Kontemplativ beten kann mit oder ohne Worte geschehen. Beim ostkirchlichen Jesusgebet geschieht dies im sich wiederholenden Aussprechen des Namens Jesu Christi – es hat sich aus dem murmelnden Meditieren der jüdischen Gebetsweise und der Wüstenväter entwickelt. Man betet im Rhythmus des Atems und erfährt eine innere Ruhe und Kraft. Diese Praxis wird auch „Herzensgebet“ genannt: Das Herz schwingt allmählich mit und betet wie von selbst.
Die Kontemplation im Lassalle-Haus ist wesentlich von den „kontemplativen Exerzitien“ von Franz Jalics SJ inspiriert, für den das Herzensgebet zentral ist.

Inhalt
• Praktische Hinführungen
• Geistliche Impulse – Vorträge
• Leibübungen
• Gottesdienst
• Durchgehendes Schweigen mit Zeiten des Austauschs

45. Hebräischwoche

Die jährlich durchgeführte Studienwoche dient dem Lernen des Hebräischen – man kann ohne jegliche Vorkenntnisse einsteigen – und der Auseinandersetzung mit einem biblischen Thema. Dabei wird auf die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmenden Rücksicht genommen, denn die Woche richtet sich an alle, die sich für die hebräische Sprache und das Thema interessieren. Fortgeschrittene, Interessierte mit Grundkenntnissen und solche, die noch keine Hebräischkenntnisse haben, lernen in verschiedenen Gruppen:
– AnfängerInnen werden mit den Grundstrukturen der hebräischen Sprache vertraut gemacht (Buchstaben lernen, lesen, erster Grundwortschatz zeitgenössisch und biblisch).
– Anfänger mit Grundkenntnissen lernen die Verbformen und die althebräische Syntax.
– Fortgeschrittene lesen und übersetzen die Texte auf verschiedenen Sprachniveaus (und historischen Sprachschichten).
Begleitende Vorträge vermitteln theologische, psychologische, literarische und sozio-politische Zugänge zur Thematik.

Dozentinnen und Dozenten 2019
Annette Böckler, Dr., Fachleiterin Judentum ZIID
Rabbiner Jonathan Magonet, Prof. Dr., Dozent für Bibel
Michel Bollag, lic. phil., Rabbinatsassistent ICZ
Eva Keller, Dr., Hebräischlehrerin und Theologin
Eva Tyrell, Dr., Hebräischlehrerin und Judaistin

Veranstalter
Reformierte Kirche Kanton Zürich, Kurse im Kloster Kappel
ZIID Zürcher Institut für interreligiösen Dialog
Lassalle-Haus, Bad Schönbrunn
Christlich-Jüdische Projekte Basel

Inhalt
Josefs Brüder als Wirtschaftsflüchtlinge?
Josef, ein Leben in der Krise.
Tamar: eine Frau kämpft für ihr Recht.
All das und mehr beinhaltet die Josefsgeschichte.

Enneagramm – Grundkurs

Das eigene Wesen tiefer zu ergründen und sich zu entfalten ist das Anliegen vieler Menschen. Diesen Weg im Alltag konkret zu gehen ist eine grosse Herausforderung. Fachliche Anleitung, geistliche Begleitung und eine Gruppe von Gleichgesinnten sind dabei eine grosse Unterstützung.
Das Enneagramm ist mit seiner psychologischen und spirituellen Dimension ein unerschöpfliches Entwicklungsmodell. Sein Ursprung liegt beinahe zweitausend Jahre zurück. Das Enneagramm als integratives Konzept vereint Prozess- und Typenmodell. Die neun Typen werden als Zustände, Lebensenergien und Transformationsprinzipien verstanden.
Auf der Basis christlicher Spiritualität sehen wir das Enneagramm als Orientierung in Prozessen der Wandlung.

Inhalt
Das Enneagramm beschreibt neun Wesenstypen, welche jeweils zu dritt in einer Grundenergie (Triade) zusammen gehören. In diesem Grundkurs lernen wir im Besonderen das Mentale Zentrum und die dazu gehörenden Kopftypen 5-6-7 kennen. Einführung in die Dimension der Leidenschaften und in die Geschichte des Enneagramms.
• Theorieeinheiten
• Kreatives und szenisches Arbeiten
• Austausch und Diskussion
• Einzel- und Gruppenarbeit
• Meditation – die eigene Lebensrealität mit der Gegenwart Gottes in Verbindung bringen
• Gelegenheit zum Gottesdienst

Exerzitien Einführung

Exerzitien sind ein angeleiteter geistlicher Weg. Als ignatianische Exerzitien gehen sie zurück auf Ignatius von Loyola, Mystiker und Gründer des Jesuitenordens. Ein Einführungswochenende ermöglicht das Kennenlernen von Ziel und Inhalt der Exerzitien. Wer sich in der Ruhe und im schweigenden Hören mit Ignatius auf den Weg machen will, bekommt hier eine Ahnung vom Reichtum seiner Spiritualität.

Inhalt
• Zeiten der Stille
• Inhaltliche Impulse
• Methodische Anleitungen und Übungen
• Körperübungen
• Gelegenheit zum Begleitgespräch
• Einladung zum Gottesdienst

Spiritual Care in der Notfallversorgung

Als medizinischer Notfall werden Personen definiert, die körperliche oder psychische Veränderungen im Gesundheitszustand aufweisen, für die der Patient selbst oder Drittpersonen dringende medizinische oder pflegerische Betreuung als notwendig erachten. Spiritualität in der Notfallmedizin präsentiert sich in verschiedensten Bereichen und Ebenen, sei es die Frage nach dem Sinn einer Behandlung, die Sorge um einen Angehörigen oder in Form eines Debriefings im Team nach einer belastenden Situation. Spiritual Care in der Notfallversorgung bedeutet Wahrnehmen und Betreuen von Patienten in kritischen Lebenssituationen.

Inhalt
Der Kurs thematisiert die Unterstützungsmöglichkeiten bei der Bewältigung von Grenzsituationen, befasst sich mit der spezifischen Dynamik der Notfallsituation und zeigt Ansätze auf, wie eine Basis-Kompetenz in Spiritual Care im Kontext der Notfallversorgung entwickelt und gefördert werden kann.

Das Beste kommt noch

Es gibt sie: Ältere Menschen, die zu ihren Jahren stehen und dankbar der Vergangenheit gedenken ohne sie zu vergolden. Sie sind weise und strahlen Güte und Wärme aus. In ihrer Nähe fühlen wir uns wohl. An Menschen, die so sind – oder so werden möchten, richtet sich diese neue Seminarreihe.

Sei was du bist
Gib was du hast
Rose Ausländer

Gemeinsam machen wir uns auf, zurückzuschauen, Erfolge und Misserfolge anzuerkennen und den Lebensweg als Ganzes wahrzunehmen. So mag sich ein Bewusstsein für das gelungene Leben einstellen – nicht zuletzt trotz der erlittenen Enttäuschungen und Schmerzen. Wir informieren uns über medizinische, juristische und finanzielle Themen des Alterns und gehen für uns stimmige Entscheide an. Auf diese Weise werden wir bereit, uns Fragen zu stellen, wie: Welche Zukunft ist vorstellbar, wünschbar? Was lässt mein Herz höher schlagen? Wie gestaltet sich eine altersgemässe, lebensfördernde Position in einer jugendverliebten Gesellschaft? Anders gefragt: Was bedeutet ein “gutes Leben” – für mich und für die Welt?
Inhalt
Die 18 Kurstage gliedern sich in 4 dreitägige Seminare und insgesamt 6 Vertiefungstage.
Die Fachreferate dienen zur Inspiration. Kursleiterin Ursula Popp unterstützt anschliessend den Prozess der Selbst- und Sinnfindung: Sie begleitet die Teilnehmenden an sämtlichen Kurstagen bei Einzel- und Gruppenarbeit, in Zeiten der Meditation und Stille, bei Leibübungen und Wanderungen.

I: Biographiearbeit: 24.02. – 27.2.2019, 18.30 – 16.00
Im Rückblick das gelebte Leben wertschätzen und Sinn entdecken.
Referentinnen: Pasqualina Perrig-Chiello, emer. Prof. für Entwicklungspsychologie / Ursula Eichenberger, Journalistin
Vertiefungstage: 01.04. und 29.04.2019, 10.00 – 17.00

II: Trauer & Versöhnung: 26.05. – 29.05.2019, 18.30 – 16.00
Abschied nehmen von dem, was nicht mehr ist – und vielleicht nie war und sich mit der Vergangenheit versöhnen. Alte Denk- und Verhaltensmuster, darunter auch religiöse – überprüfen und zur eigenen innersten Quelle finden.
Referenten: Niklaus Brantschen, Jesuit und Zen-Meister / Regula Gasser, Psychologin und Theologin
Vertiefungstage: 01.07. und 29.07.2019, 10.00 – 17.00

III: Med. und jur. Herausforderungen: 25.08. – 28.08.2019, 18.30 – 16.00
Sich dem eigenen Sterben und dem Tod der Nächsten stellen.
Finanzielle Fragen klären, Patientenverfügung erstellen, Entscheide zu letztwilligen Regelungen vorbereiten.
Lernen, Gespräche zu diesen Themen im persönlichen Umfeld zu führen.
Referenten: Suzanne Kyburz, Ärztin, Alterspsychiatrie / Daniel Trachsel, Rechtsanwalt
Vertiefungstage: 07.10. und 28.10.2019, 10.00 – 17.00

IV: Perspektiven und Visionen: 24.11. – 27.11.2019, 18.30 – 16.00
Meine Berufung als weiser älterer Mensch (Elder) im Dienste der kommenden Generationen sowie der Welt und Umwelt entdecken und so die gewonnene Weisheit meines Lebens fruchtbar machen.
Referentin: Ingrid Riedel, Psychologin

Zwischen den einzelnen Seminaren ist Zeit für die Nach- und Vorarbeit. Die Vertiefungstage bieten Gelegenheit, sich zu begegnen, auszutauschen, die Fortschritte zu überprüfen und allfällige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.

Am Montag, 12.11.2018 sowie am Montag, 14.01.2019 laden wir ein zu einem Informationstag (10 – 16 Uhr). Sie erhalten detaillierte Informationen über Aufbau, Inhalte und Ziele der Kursreihe „Das Beste kommt noch“ und können Ihre Fragen anbringen. Ihre Anmeldung sowohl für die Kursreihe wie auch für den Informationstag nehmen wir gerne entgegen unter: info@lassalle-haus.org oder Tel. +41 41 757 14 14.

Vertiefungstag Exerzitien und Kontemplation

Neben dem Üben in Kursen von Exerzitien und Kontemplation sind kleine Auszeiten wie diese stillen Einzeltage hilfreich, um gemachte Erfahrungen zu vertiefen, sich auf dem spirituellen Weg zu verankern und der Spur auf der Suche nach Gott und dem eigenen Weg treu zu bleiben.

Inhalt
• Durchgehendes Schweigen
• Biblischer Impuls
• Meditation des Schrifttextes oder Kontemplation
• Leibübungen