Die Vision einer perfekten Bibliothek

Heute wird die Jesuitenbibliothek eröffnet. In ihr sind auf 380 Quadratmetern an bester Lage nahe dem Central drei Bibliotheken zusammengeführt: diejenige des aki, diejenige der Provinz der Schweizer Jesuiten sowie diejenige der Zeitschrift «Orientierung», die bis 2009 in Zürich herausgegeben wurde.
Die Bestände der neuen Bibliothek umfassen mehr als 100 000 Publikationen und 100 laufende Fachzeitschriften in den Bereichen Theologie und Kulturgeschichte. Der Jesuitenbibliothek ist das Archiv der Schweizer Jesuiten zugeordnet. Alle Publikationen von Ordensangehörigen, die in der Schweiz wirkten oder wirken, werden hier gesammelt.

Durch den Beitritt zum nationalen NEBIS-Verbund sind die Bestände im selben Suchkatalog zu finden wie jene der Zentralbibliothek Zürich, der ETH und der Universitätsbibliotheken. (Siehe: http://www.jesuitenbibliothek.ch)

PROGRAMM

17.00 Möglichkeit zur Besichtigung der Jesuitenbibliothek Zürich am Hirschengraben 74, 8001 Zürich

Festakt

19.00 Begrüssung im aki durch P. Provinzial Dr. Christian Rutishauser SJ. Informationen zur Geschichte, zum Konzept und zum Programm der Bibliothek
19.30 Festvortrag von Dr. phil. Bettina Spoerri: „Die Vision einer perfekten Bibliothek“

Warum braucht es im digitalen Zeitalter noch Bibliotheken? Wie könnte das Ideal einer Bibliothek aussehen? „Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt“, schrieb einmal der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges, der, bereits beinahe erblindet, Direktor der Nationalbibliothek in Buenos Aires wurde. In einer Bibliothek ist Wissen in dichter Form versammelt, das öffentlich bereit gestellte Gedächtnis ist die Grundlage einer auf Erinnerung basierenden und sich fortlaufend weiter entwickelnden Kultur – gespeichert in einer begrenzten Anzahl von Schriftzeichen, die in die Unendlichkeit hinein neue Konstellationen eingehen können. Entschleunigung, Konzentration, Vertiefung erst ermöglicht den Buchstaben, ihre grösste Kraft zu entwickeln. Das Repräsentationssystem einer Schrift verweist auf die Welt und bannt sie gleichzeitig. Mit dieser unauflöslichen, magischen Ambivalenz beschäftigen sich Autoren, Philosophen und insbesondere Mystiker verschiedener Religionen; die Bibel erzählt davon ebenso wie die Kabbala, Heinrich Seuse, Johannes Reuchlin, Franz Kafka oder die zeitgenössische phantastische Literatur. Aus diesen Quellen heraus entspringt eine Vision, der Traum einer perfekten Bibliothek – und ihrer Besucher/innen.

20.30 Apéro und erneute Möglichkeit zur Besichtigung der Jesuitenbibliothek

Angaben zur Referentin:
Bettina Spoerri, geboren 1968 in Zürich, ist als Autorin, Literaturwissenschaftlerin, Kulturvermittlerin und -journalistin (NZZ u.a.m.) seit den 1990er Jahren im deutschsprachigen Literatur- und Kulturbetrieb zu Hause. Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie, Musik- und Filmwissenschaft in Zürich, Berlin und Paris war sie wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Seminar der Universität Zürich, wo sie 1998 promovierte. Als freiberufliche Kulturvermittlerin konzipierte sie, neben der Tätigkeit als Universitätsdozentin, Kulturkritikerin und Moderatorin, mehrere Veranstaltungsreihen und Ausstellungen; u.a. leitete sie während fünf Jahren das Literatur-Gesprächsforum Züri Littéraire, verantwortete 2010/11 das literarische Kuratorium der Wanderausstellung Swiss Lib. von Pro Helvetia zu Schweizer Gegenwartsliteratur in Mittel-/Osteuropa und war Mitglied im Verwaltungsratsausschuss der Museumsgesell¬schaft/Literaturhaus Zürich. Bettina Spoerri engagiert sich seit rund 25 Jahren für das Schweizer Literaturschaffen – als Redaktorin der Literaturzeitschrift entwürfe, als Mitbegründerin der Zeitschrift Variations und in verschiedenen internationalen, nationalen wie regionalen Fördergremien, Kommissionen und Jurys. Neueste Veröffentlichungen: Diskurse in die Weite. Kosmopolitische Räume in den Literaturen der Schweiz. Hg. von M. Kamm, B. Spoerri, u.a. Seismo, Zürich 2010. / Konzert für die Unerschrockenen. Roman. Braumüller, Wien 2013. / Schneller als Licht. SJW 2016 (Preis Baarer Rabe). / Herzvirus. Braumüller, 2016. Vgl. auch http://www.seismograf.ch

Beginn 01.03.2018, 19:00
Ende 01.03.2018, 00:00
Bemerkungen
Ort aki, Hirschengraben 86, 8001 Zürich
Ortslink
Kontakt-E-Mail
Veranstaltungs-Link #250551
Zielpublikum
Referent/innen, Mitwirkende
Leitung
Kosten
Anmeldeschluss
Anmeldungs-Link
Anmeldungs-E-Mail info@aki-zh.ch