Tagung Meister Eckhart

Eckhart von Hochheim wird 1260 auf Burg Tambach bei Dietharz/Thüringen geboren. Er tritt in den Orden der Dominikaner (auch «Prediger» genannt) ein, wo er wichtige Leitungsämter einnimmt. Nach der Erlangung des «Meisters» (Titel eines Professors) lehrt er in Paris. Die letzten Jahre seines Lebens sind überschattet von einem Ketzerprozess, der letzten Endes zu einer Lehr-Untersuchung herabgestuft wird. Bestimmte Sätze seiner Lehre werden in einer päpstlichen Bulle beanstandet. Vor Abschluss des Verfahrens stirbt Eckhart 1328 vermutlich in Avignon.

Seine lateinischen und deutschen Werke zeigen ihn als einen scharfsinnigen Denker, der viele moderne Gedanken vorwegnimmt. Die Sprache seiner volkssprachlichen Predigten ist eindrucksvoll in ihrem Glanz und mitreissend in ihrem Bilderreichtum. Trotz des Lehrverfahrens bleibt Meister Eckhart prägend, vor allem für Persönlichkeiten wie Heinrich Seuse, Johannes Tauler und Nikolaus von Kues; indirekt auch für Martin Luther. Er erlebt eine Renaissance im 19. Jahrhundert, wo ihn auch die Sprachwissenschaften und die Philosophie für sich entdecken.

Menschen damals wie heute fühlen in den Worten Meister Eckharts eine Freiheit, selbst Antworten auf ihre Fragen nach dem richtigen und guten Leben zu finden, eine Geborgenheit, von Gott unbedingt angenommen und nicht ausgeschlossen zu sein, einen Weckruf, gewohnte Sicherheiten zu verlassen, wo sie sich anders und besser verankern können. Viele an Mystik Interessierte in anderen Religionen entdecken Spuren ihres Eigenen bei Meister Eckhart. Auch Menschen, deren Glaube nicht über das Menschliche hinausführt, sehen in ihm jemanden, der konventionelle Vorstellungen hinter sich lässt.

Die Tagung nähert sich schrittweise dieser grossartigen Gestalt, die den originellen «Lehrmeister» und den spirituellen «Lebemeister» authentisch in sich zu vereinen versteht.

Referent*innen
Prof. Dr. Christine Büchner, Hamburg
Dr. Irmgard Kampmann, Bochum
Prof. Dr. Volker Leppin, Tübingen
Prof. Dr. Dietmar Mieth, Tübingen und Erfurt
Prof. Dr. Markus Vinzent, Erfurt und London
PD Dr. Donata Schoeller
u.a.

Wissenschaftliche Begleitung der Tagung
Prof. Dr. Dietmar Mieth

Inhalt
Programminhalte
1. Eckhart im Gespräch mit seinen Zeitgenossen – eine Inszenierung
2. Eckharts Wirkungsgeschichte – eine historische Einbettung
3. Gottesbegriff und Gotteserfahrung bei Eckhart
4. Wegweiser zur Innerlichkeit – ein Leitfaden für das spirituelle Üben bei Eckhart
5. Sein und Handeln des Menschen – Eckhart’sche Tugenden wie Gelassenheit, Abgeschiedenheit und Demut
6. Eckhart im interreligiösen Dialog
7. Eckhart – Erneuerung des Christentums in einer säkularisierten Gesellschaft

Liederabend mit Konstantin Wecker
zu seiner CD «Sunder Warumbe» (einem Schlüsselwort bei Meister Eckhart)
Samstag, 2. November, 20.00 Uhr

Elemente:
• Meditationen zu Eckhart-Texten
• Vorträge
• Einzelbesinnungen
• Textarbeit und Austausch in Gruppen
• Moderierte Gespräche
• Gelegenheit zum Gottesdienst-Besuch

Beginn 31.10.2019, 18:30
Ende 03.11.2019, 13:30
Bemerkungen

Impulse für Ihren weiteren Weg
Die Teilnehmenden bekommen in der Auseinandersetzung mit diesem «Lehr- und Lebemeister» Anstösse für die Verbindung von Geist, Herz und Praxis im Alltag.

Ort Lassalle-Haus Bad Schönbrunn CH-6313 Edlibach
Ortslink
Kontakt-E-Mail info@lassalle-haus.org
Veranstaltungs-Link https://www.lassalle-haus.org/kursdetails/tagung-meister-eckhart-2019R3.html#251760
Zielpublikum Literarisch, philosophisch, theologisch oder/und spirituell interessierte Menschen.
Referent/innen, Mitwirkende Noa Zenger
Leitung
Kosten CHF 440.00 zzgl. Pensionskosten
Anmeldeschluss
Anmeldungs-Link
Anmeldungs-E-Mail info@lassalle-haus.org