Sacred Space – Zur Mystik sakraler Räume

Sacred Space – Zur Mystik sakraler Räume

50 Jahre Andre Studers harmonikale Architektur des Lassalle-Hauses, mit den Architekten Gion Caminada, Georg Frey und dem Regisseur Christoph Schaub

Der sakrale Raum ist ein heiliger Ort der Einkehr. Seine drei Dimensionen können in drei Funktionen ausbuchstabiert werden. Der sakrale Raum „ent-rückt“, er sammelt und er erregt. Der Mensch braucht solche Orte, die die Möglichkeiten eröffnen, aus dem akustischen und optischen Lärm hinaustreten zu können. Hinein in einen Raum, in welchem Schweigen herrscht. Wirkliches Hören und Innenerfahrung wird möglich. Hier zieht sich der Mensch in schweigender Sammlung nach innen zurück und grenzt sich nach aussen ab (Friedhelm Mennekes SJ).

Andre Studer schreibt, „Ein besonderes Gepräge gibt der Architektur (des Lassalle-Hauses) Schliessung in sich und Öffnung zur Welt. Ein- und ausatmen. Ruhe zur Dynamik und Bewegung zum Ziel. Sich-geborgen-fühlen und Luft-zum-Wirken-bekommen. Nicht als Entweder/Oder, sondern als Ein-und-dasselbe. Form findet das in jedem Gastzimmer, in den Gebäudetrakten, in der Gesamtordnung, eingebettet in eine natürliche Mulde, die unmerklich in die offene Landschaft übergeht. Mit der Nutzung von deren reizvollen Gegebenheiten sowie in einer lebendigen Gestaltung und Beziehungssetzung aller Teile und dieser zum Ganzen“.

Inhalt

Im Gespräch mit dem Jesuiten und engagierten Kunstvermittler Friedhelm Mennekes SJ sind der Regisseur des Filmes «Architektur der Unendlichkeit», Christoph Schaub, der Bündner Architekt Gion A. Caminada sowie der Architekt und ehemalige Denkmalpfleger des Kanton ZugGeorg Frey. Das Seminar führt ein in die Faszination sakraler Bauwerke und deren Gestaltung. Eine «harmonikale Messe», gestaltet von Peter Roth, bringt den architektonischen Ansatz zum Klingen.

Der Festvortrag von Gion Caminada lässt sein Verständnis von Raum und sakralem Raum deutlich werden. «Transzendenz ist die Suche nach dem Ungeklärten, dem Unerklärlichen. Gerade in der heutigen Zeit, in der alles erklärbar zu sein scheint, merkt man, dass da etwas nicht aufgeht. Wenn ich in einer leeren Kirche stehe, dann ist dieses Ungeklärte in diesem Raum präsent. Der Raum an sich berührt. Ein solches Erlebnis ist wichtig für den Menschen», Gion Caminada.

Friedhelm Mennekes stellt verschiedene Visionen von geistlichen Räumen an ausgewählten Beispielen der sakralen Architektur des 20. Jahrhunderts vor. Georg Frey führt ein in die harmonikale Architektur von André Studer.

Voraussetzungen

Es werden keine Kenntnisse vorausgesetzt.

Tagesablauf

Freitag, 11.06.2021
18:00 Anreise
18:30 Abendessen
19:15 Einführung, Vorstellung, Präsentieren des Programms
19:30 – 21:00 Film: Architektur der Unendlichkeit
21:00 – 21:45 Friedhelm Mennekes im Gespräch mit dem Regisseur Christoph Schaub

Samstag, 12.06.2021
08:30 – 09:30 Frühstück
10:00 – 10:30 Kaffee und Gipfeli gemeinsam mit eintreffenden Gästen
10:30 – 12:00 Festvortrag mit Gion Caminada: Orte schaffen. Feierliche Umrahmung mit Musik, Fragen an den Architekten
12:30 Mittagessen
14:30 – 16:00 Der harmonikale Bau André Studers. Eine Einführung in die Vision der harmonikalen Architektur und das Schaffen André Studers / Georg Frey
16:30 – 18:00 Eine Begehung und Hausführung durch die harmonikale Architektur des Lassalle-Hauses
18:00 Abendessen
19:30 – 21:30 Film über Andre Studer/ harmonikale Baukunst

Sonntag, 13.06.2021
07:15 – 07:45 Meditation
07:45 – 08:15 Frühstück
08:30 – 09:30 Gottesdienst: eine harmonikale Messe, mit Hackbrett und Tanpura, gestaltet von und mit Peter Roth
10:00 – 12:00 Die Vision sakraler Räume am Beispiel der Jesuitenkirche in Seattle, Washington, USA / Friedhelm Mennekes
12:30 Mittagessen
13:30 Ende

Weitere Informationen

Zu den Personen:
Gion A. Caminada
 lebt in Vrin (GR), wo er ein Architekturbüro führt. Zudem wirkt er als Professor für Architektur und Entwurf an der ETH in Zürich. Das Verzeichnis seiner Werke umfasst Wohnhäuser und Ställe, Gewerbegebäude (Schlachthaus, Käserei, Hotel) und öffentliche Häuser (Gemeindesaal, Schulhaus, Totenstube) sowie der Orts- und Gestaltungsplan von Vrin. Er wurde für sein Schaffen mehrfach ausgezeichnet.

Christoph Schaub, Schweizer Filmautor, Dokumentar- und Filmregisseur

Georg Frey, Architekt und ehemaliger Denkmalpfleger des Kanton Zug

Prof. em. Friedhelm Mennekes SJ, Jesuit, Publizist, Lehrer an verschiedenen Kunsthochschulen, Kurator in internationalen Ausstellungen moderner Kunst

Peter Roth, freischaffender Musiker, Komponist, Chorleiter und Referent aus dem Toggenburg

Beginn 11.06.2021, 18:30
Ende 13.06.2021, 13:30
Bemerkungen
Ort Lassalle-Haus, Bad-Schönbrunn, Edlibach
Ortslink
Kontakt-E-Mail info@lassalle-haus.org
Veranstaltungs-Link
Zielpublikum Das Seminar richtet sich an Interessierte an moderner Architektur und Freunde des Lassalle-Hauses.
Referent/innen, Mitwirkende Friedhelm Mennekes SJ, Gion A. Caminada, Christoph Schraub, Georg Frey, Peter Roth
Leitung
Kosten CHF 290 zzgl. Pensionskosten
Anmeldeschluss
Anmeldungs-Link
Anmeldungs-E-Mail