*Neue Räume schaffen.

Die Philosophie der Architektur von Gion Caminada (Departement Architektur ETH Zürich). Ein Gespräch mit dem Jesuiten und emeritierten Theologieprofessor Friedhelm Mennekes SJ.

Seit 1989 leitet Friedhelm Mennekes SJ weltweit Kunstprojekte zum Thema Kunst und Kirche. Gegenwärtig ist er Gastberater am „Atelier Gisel“ der ETH, wo er mit dem Bündner Archtitekten Gion Caminada zusammenarbeitet. Im Gespräch erläutert er dessen Philosophie:

Orte sind für den Architekten Gion Caminada Projekte für den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Handwerk, Architektur und anderen Disziplinen. Die Kernidee besteht darin, Räume zu schaffen, die einen unmittelbaren Bezug zu ihren Bewohnern haben. Caminada vertritt die Überzeugung, dass der Mensch erst aus dem Überschaubaren heraus fähig und bereit ist, wirksame Motivationen zu entwickeln und so Verantwortung für den eigenen Ort und die Umwelt zu übernehmen. Er ist sich bewusst, dass dieses Überschaubare nicht für alle Aspekte der menschlichen Existenz in dieser Welt steht. Darum hat er das Projekt „Orte schaffen“ ins Leben gerufen.

Orte schaffen

Dieses Projekt will an spezifischen Themen forschen, die uns bewegen und die als verantwortlich für die Vernichtung von Differenzen und kultureller Vielfalt betrachtet werden. Forscher, Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten, Lehrer und Studierende, Planer und Entscheidungsträger arbeiten zusammen. Die Kooperation soll möglichst konkret und praxisorientiert sein.

Die DIMORA schaffen

Seit dem Frühlingssemester 2019 entwirft Caminada in Tgamanada bei Vrin GR im Lugnez die Dimora. Im Romanischen heisst dimora zwar primär „wohnen“, aber ebenso „sich aufhalten“, „verbleiben, auf kürzere oder längere Zeit, nicht auf ganz kurze Zeit“. Eine Metapher für die Dimora ist das Kloster. Die Dimora ist ein Haus für die Forschung über die Zukunft der Bergregionen. Die Dimora ist auch ein Haus der gelebten und gedachten Sorgfalt. Die Dimora ist ein Ort des Handwerkes, aber auch ein Ort des Ausblicks auf Lebensformen. Sie ist ein Ort möglicher Beziehungen. Sie öffnet Beziehungen unter den Menschen und zwischen den Menschen und den Dingen. Die Dimora soll Sinn stiften und den Menschen, die das Haus bewohnen, einen Möglichkeitssinn bieten. Damit wäre jeder dieser Räume am jeweiligen Ort verwurzelt. Eine solche Architektur wäre mit dem Dienst eines Arztes oder eines Pflegers am Ort und am Dorf vergleichbar.

Beginn 29.05.2019, 19:00
Ende 20.10.2020, 08:31
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