Abgesagt – Religion & Literatur – Wie man ein Evangelium schreibt

Im Zentrum des Christentums steht die Geschichte des Juden Jesus von Nazareth – seine Lehre, sein Lebens- und sein Leidensweg, wie sie von den Evangelien überliefert werden. An die Seite dieser bereits mehrstimmigen biblischen  Überlieferung tritt heute eine kaum überschaubare Zahl literarischer Jesus-Interpretationen. Sie alle beantworten auf ihre Weise die Frage «Wer sagt ihr, dass ich sei?» (Mt 16,15).

Während manche ganz dem Stoff und der Erzählweise der Evangelien folgen, entfernen sich andere weit von ihnen und lassen eine Jesus-Figur in ungewohnt neuen Zusammenhängen auftreten. Was sie zusammenhält: Immer nehmen die Um- und Weiterschreibungen auch Stellung zum Evangelium in einem theologischen Sinn. Was bedeutet die «frohe Botschaft» – so die wörtliche Übersetzung des Ausdrucks – für den Botschafter selbst? Was bedeutet sie für diejenigen,  die ihm begegnen?

An vier Abenden geht es darum, verschiedene literarische Jesus-Interpretationen genauer in den Blick zu nehmen – und gemeinsam zu entdecken, inwiefern sie wertvolle Zeugnisse zwischen Theologie und Kultur sind und  vielleicht auch unser eigenes Jesus-Bild in Frage stellen.

Die Abende können einzeln besucht werden. Methodisch sind sie als Seminar mit Inputs, gemeinsamer Lektüre und Diskussion gestaltet.

MI 13.12.2023 – Wie man ein Evangelium schreibt. Der Roman «Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus» von Philip Pullman (2010)
«Man muss die Aussagen überarbeiten und komplexe Zusammenhänge vereinfachen, für die schlichten Gemüter. Halte alles fest, was dein Bruder sagt. Ich komme ab und zu vorbei und hole deine Berichte ab, damit wir schon beginnen  können, sie zu interpretieren.»

Gastdozent
Andreas Mauz, lic. phil., Dr. theol., Germanist und evangelischer Theologe. Er ist als Universitätsdozent und Erwachsenenbildner tätig sowie vielfältig aktiv im Bereich von Religion und Literatur.

Leitung
Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 10. Dezember 2023.

Queer Glauben (Abgesagt)

58 Min. | Dialekt | Buch & Regie: Madeleine Corbat | Schweiz | Lomotion und SRF | 2023

Sie ist lesbisch. Sie ist gläubig. Und vielleicht bald Priesterin: Die Urnerin Stefanie Arnold macht sich mit der Weihe zur Diakonin auf den Weg in den kirchlichen Dienst. Doch passt sie als lesbische Frau, die in einer eingetragenen  Partnerschaft lebt, in eine Institution, die Jahrhunderte lang beherrscht wurde von patriarchalen Strukturen? Und wie kämpfen andere Menschen aus der queeren Community für ihren Platz in der Kirche?

Nach dem Film diskutieren wir, wie hürdenreich oder selbstverständlich es heute ist, queer und christlich zu sein.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Zwischenraum und du-bist-du

Gäste
– Madeleine Corbat, Autorin und Regisseurin
– Mentari Baumann, Queer-Aktivistin und Geschäftsführerin «Allianz Gleichwürdig Katholisch»
– Benjamin Hermann, Theologiestudent und Leiter der Fachstelle Mosaic der reformierten Kirche Zürich

Moderation
Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie

Kirchen und der Krieg gegen die Ukraine

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat auch massive Auswirkungen auf das religiöse Leben. In der Ukraine hat der Krieg die Zusammenarbeit der Kirchen verstärkt. Umgekehrt haben die Spannungen zwischen den orthodoxen Kirchen zugenommen.

Die Tagung bietet Hintergrundwissen darüber, welche Kirchen es in der Ukraine überhaupt  gibt und welche Auswirkungen der Krieg auf ihre Entwicklung hat. Neben der Rolle, die die unterschiedlichen orthodoxen und katholischen ukrainischen Kirchen und das Moskauer Patriarchat im Ukraine-Krieg spielen, will die  Tagung zudem die internationalen kirchlichen Akteure in den Blick nehmen. Wie agieren und reagieren die Kirchen  international und insbesondere im deutschsprachigen Raum und in der Schweiz?

Schliesslich gilt es generell zu  fragen: Worauf können wir alle achten, um den aktuellen Entwicklungen sensibel genug und so konstruktiv wie möglich zu begegnen?

Gäste
– Olena Palko, SNF-Professorin für Osteuropäische Geschichte, Universität Basel
– Nazar Zatorsky, Bischöflicher Beauftragter der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche für die Ukrainische Seelsorge in der Schweiz
– Andriy Mykhaleyko, Privatdozent für Kirchengeschichte an der Universität Eichstätt-Ingolstadt
– Stefan Kube, Chefredakteur der Zeitschrift «Religion & Gesellschaft in Ost und West» (RGOW)

Moderation
Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich «Theologie und Religion», Paulus Akademie

Eine Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» in Kooperation mit dem Institut G2W und der  Ukrainischen Seelsorge in der Schweiz und mit grosszügiger Unterstützung durch Katholisch Stadt Zürich.

Kirchenrecht – ein Macht- und Missbrauchsinstrument?

Das Kirchenrecht war ihm als Student fremd. Heute blickt er auf einen langen Weg als Professor für Kirchen- und Staatskirchenrecht an  einer römisch-katholischen Fakultät zurück. Als Gast der theoLOGE erläutert Adrian Loretan, warum er sich einst rechtlichen Fragen  zugewandt hat. Wir fragen, welche Bedeutung er dem Kirchenrecht im Kontext heutiger Rechtsstaatlichkeit, heutiger  Menschenrechtsdiskurse und heutiger innerkirchlicher Prozesse zu Schuldaufarbeitung zuschreibt.

Gast
Prof. Dr. Adrian Loretan, Professor für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht an der Universität Luzern und Co-Direktor des  interfakultären Zentrums für Religionsverfassungsrecht

Moderation
Veronika Bachmann, Paulus Akademie, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion

Mit der theoLOGE lädt die Paulus Akademie zum Gespräch mit Theologinnen und Theologen ein, die in akademischer Forschung und Lehre tätig sind. Jeder Anlass ist einer Person, ihrem fachlichen Schwerpunkt und der Frage gewidmet, was sie daran besonders fasziniert.

#Female Pleasure

Dokumentarfilm | 97 Min. | Regie & Buch: Barbara Miller | Original mit deutschen Untertiteln | Mons Veneris Films |  CH/DE 2018

Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm #Female Pleasure stellt anhand von fünf Portraits fünf Perspektiven auf das Frausein und die weibliche Sexualität in verschiedenen Kulturen und Religionen ins Zentrum.

Hängt eine gelungene Verständigung zwischen Religionen davon ab, welchen Raum religiöse und kulturelle Traditionen der weiblichen Selbstbestimmung geben? Im Anschluss an den Film diskutieren wir diese und andere Fragen mit der Regisseurin Barbara Miller und Lilo Roost Vischer.

Gäste
Barbara Miller, Filmregisseurin
Dr. phil. Lilo Roost Vischer, Ethnologin und Religionswissenschaftlerin, Vizepräsidentin ZIID, Präsidentin der Stiftung Dialog zwischen Kirchen, Religionen und Kulturen

Moderation
Veronika Bachmann, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie

Aus organisatorischen Gründen wir Sie um Anmeldung.

Eine Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» in Kooperation mit dem ZIID Zürcher Institut für interreligiösen Dialog.

Die Souveränität einer Plattform

Bild: iStock

Die Enzyklopädie der digitalen Ära, Wikipedia, beansprucht demokratischen Wissensaustausch und freie Informationsverfügbarkeit zu fördern. Sie ist eine der zehn meistbesuchten Seiten weltweit und damit eine einflussreiche Wissensquelle.

Doch wer sind eigentlich die Menschen, die freiwillig Texte verfassen und wer hat die Hoheit über die Inhalte? Und wie kann man Texte mitschreiben und Bilder einstellen?

Workshop-Leitung
Ulrich Lantermann, Community Manager, Wikimedia CH

Moderation
Dana Sindermann, Leitung Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik an der Paulus Akademie

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Wikimedia CH und Karl der Grosse.

Kollektivgut Internet

Bild: Shutterstock

Mehr Freiheit und mehr Demokratie waren die grossen Versprechen des Internets. Google, Meta & Co. haben sich derweil zu gigantischen Mächten ausgedehnt, die nach immer mehr Daten und Profit gieren. Doch jenseits dieser Silicon-Valley-Welt haben idealistische Communities einen beachtlichen Kosmos nichtkommerzieller Online-Projekte wie Wikipedia oder OpenStreetMap erschaffen.

Wie funktionieren sie, wer sind ihre wichtigsten Vertreter und wie kann man die Projekte nutzen und mitgestalten?

Gast
Stefan Mey, IT-Journalist und Autor des Buches Der Kampf um das Internet

Moderation
Dana Sindermann, Leitung Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik an der Paulus Akademie

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Wikimedia CH und Karl der Grosse

Vom Streichelzoo zur Schlachtbank

Bild: AdobeStock

Tier ist nicht gleich Tier: Wer von unseren Mitgeschöpfen das Glück hat, als allseits geliebtes Haustier aufzuwachsen, kann sich im besten Fall wohliger Zuneigung und ungeteilter Aufmerksamkeit als Lebenspartner-Ersatz erfreuen. Umgekehrt werden viele Nutz- und Wildtiere einer gnadenlosen Wirtschaftlichkeits-Kalkulation unterworfen.

Wir wollen die unterschiedlichen Einstellungen gegenüber unseren tierischen Gefährten kritisch beleuchten und diskutieren.

In Kooperation mit dem Friedhof Forum der Stadt Zürich

Gäste
– Angela Martin, Philosophin, Universität Basel
– Sarah Heiligtag, Verein Lebenshof „Hof Narr“, Hinteregg
– Conny Thiel-Egenter, Geschäftsleiterin Fornat AG

Musikalische Untermalung: Alexander Gil (Gitarre)

Moderation
– Sabine Arnold, Arnold Kommunikation
– Reto Bühler, Friedhof Forum
– Dr. Sebastian Muders, Paulus Akademie

Alte Bande

Noch nie zuvor im reichen Westen dauerte das Miteinander von Kindern und ihren Eltern so viele Jahre wie heute. Die Langlebigkeit ist eine zivilisatorische Errungenschaft. Diese ist aber nicht nur eine gesellschaftliche, sondern sehr häufig auch eine familiäre Herausforderung. Was bedeutet es, selbst schon Grossmutter, aber gleichzeitig immer noch Kind zu sein? Was heisst es, als Sohn oder Tochter für betagte Eltern hilfreich zu sein, ohne sich dabei selbst zu  überfordern? Basierend auf den neuesten Erkenntnissen der Psychologie und anhand von ganz alltäglichen Szenarien zeigen Cornelia Kazis und Bettina Ugolini, wie das späte Miteinander trotz grosser Herausforderungen gelingen kann.

Gäste
– Cornelia Kazis, Sachbuchautorin und langjährige Fachredaktorin für Gesellschaftsfragen in den Hintergrundsendungen von Radio SRF
– Dr. Bettina Ugolini, Leiterin der Beratungsstelle «Leben im Alter» am Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich

Moderation
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Mittendrin leben

Bild: iStock

Auch für Menschen mit einer Demenzerkrankung ist gesellschaftliche Teilhabe enorm wichtig. Ob zum Einkaufen, um Freunde und Bekannte zu treffen oder einen Ausflug zu machen – selbstständig und auch mit Hilfe im öffentlichen Raum unterwegs sein zu können, ist ein wesentlicher Faktor für eine hohe Lebensqualität.

Wie sieht eine demenzfreundliche Gesellschaft aus und wie gestaltet sie den öffentlichen Raum? Welche Massnahmen gibt es bereits, und wie können wir sie weiterentwickeln?

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Plattform Mäander

Gäste
– Dr. Barbara Pichler, Expertin für die soziale Dimension von Demenz, Universität Wien und Verein Sorgenetz
– Agnes Leukens und Thomas Patrik, Fachstelle Seniorenschutz der Kantonspolizei Zürich
– Christina Krebs, Geschäftsleiterin von Alzheimer Zürich

Leitung
– Martina Hersperger, Geschäftsführerin der Stiftung Plattform Mäander
– Dr. Dana Sindermann, Leiterin Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik an der Paulus Akademie

Moderation
Dr. Ruth Baumann-Hölzle, Stiftungsratspräsidentin der Plattform Mäander