Medienkonsum von heranwachsenden Menschen

Welche Wirkung hat der Medienkonsum auf heranwachsende Menschen und wie können Eltern damit umgehen?

Nach dem Referat erhalten Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern von Kindern derselben Schulstufe auszutauschen, bevor Beat Richert anschliessend individuelle Fragen beantwortet. Zum Schluss findet ein Apéro mit weiteren Gesprächsmöglichkeiten statt.

Das detaillierte Programm kann der Einladung (PDF) entnommen werden.

Gast
Beat Richert, Medienpädagoge

Eintritt frei, mit Apéro

Anmeldung bis 23. Mai 2025 auf
https://www.fksz.ch/news/elternbildungsanlass-06-25/ 

Veranstaltungsort
FKSZ Sumatra, Sumatrastrasse 31, 8006 Zürich
Saal Sumatra im Schulhaus des Gymnasiums

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Freien Katholischen Schulen Zürich FKSZ.

Pressefreiheit und Islamkritik

Bild: Adobe Stock – SnapVault

Über Musliminnen und Muslime wird viel gesprochen. Dabei prägen stereotype Fremdzuschreibungen das Bild der Berichterstattung, verzerren oft die Wahrnehmung von Musliminnen und Muslimen und können zu deren strukturellen Marginalisierung sowie gesellschaftlichen Ausgrenzung im Alltag führen.

Das Podium diskutiert diese Mechanismen aus verschiedenen Blickwinkeln – Medien, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der VIOZ Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich.

Gäste
– Dr. Noemi Trucco, Soziologin, assozierte Forschende am Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG)
– Susan Boos, Präsidentin des Schweizer Presserats
– Felix Reich, Redaktionsleiter reformiert.zürich
– Christoph Sigrist, Prof. Dr., Pfarrer, Präsident der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz GMS

Moderation
– Amira Hafner-Al Jabaji, Islamwissenschaftlerin, Publizistin

Leitung
– Csongor Kozma, Direktor der Paulus Akademie
– Muris Begovic, Geschäftsleiter der Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich und der Muslimischen Seelsorge Zürich

Unkostenbeitrag
CHF 30 / CHF 20* (inkl. Umtrunk)
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie und FKSZ, mit KulturLegi, AHV/IV- oder Studierenden-Ausweis

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 15. Juni 2025.

Begegnung am Abgrund

Menschen, die von persönlichen Schicksalsschlägen getroffen werden, stehen in der Regel unter Schock, verlieren den Halt und fallen ins Bodenlose. Ohnmacht und unendlicher Schmerz sind häufige Begleiterscheinungen. Inwieweit können Rituale in solchen Ausnahmezuständen unterstützen und begleiten? Was können Rituale bei persönlichen Schicksalsschlägen nicht leisten? Expertinnen und Experten aus den Einsatzbereichen Notfallpsychologie, Seelsorge und Krisenintervention geben fachliche Impulse und leiten Gruppengespräche, die die Rolle von Ritualen und rituellen Gestaltungsmöglichkeiten in solch kritischen Lebenssituationen reflektieren und beleuchten.

Das detaillierte Programm ist dem Tagungsflyer (PDF) zu entnehmen.

Die «Impulstagung Rituale» ist eine Plattform zum Austausch von persönlichen Erfahrungen, zur Weiterbildung und zur Vernetzung für Fachleute, die selbst Menschen mit Ritualen begleiten und für alle, die sich für Rituale interessieren.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Jugendseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, dem Ritualverband Schweiz und der Fachschule für Rituale.

Zielpublikum
Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute, die selbst Menschen mit Ritualen begleiten und an alle, die sich für Rituale interessieren.

Gäste
– Beatrice Höhn, Notfallpsychologin, Krisenintervention Schweiz
– Sabine Zgraggen, Leiterin Spital- und Klinikseelsorge derKatholischen Kirche im Kanton Zürich
– Helen Walker, Verantwortliche Fachprojekte und Notfall-psychologin, kindsverlust.ch

Leitung und Moderation
– Jürg Fassbind, Ritualfachmann, Historiker/Organisationsentwickler
– Susanna Maeder, Co-Leiterin Fachschule für Rituale
– Adrian Marbacher, Jugendseelsorge Zürich
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Kosten inkl. Mittagessen und Pausenverpflegung
90/60* CHF bei Anmeldung bis 30. Juni 2025
120/80* CHF bei Anmeldung ab 1. Juli 2025
* Für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie und FKSZ, mit KulturLegi, AHV/IV- oder Studierendenausweis

Anmeldung
Bis 4. September 2025

Grenzen des Heiligen

Bild: KI generiert

Spiritueller Missbrauch bleibt oft im Verborgenen, und hinterlässt doch tiefe Spuren. Die Tagung wirft ein Licht auf religiöse Praktiken, Rituale und Überzeugungen, die in manipulativer Weise die Würde und Integrität von Menschen verletzen – häufig ohne als Missbrauch erkannt zu werden. Im Unterschied zu sexualisierter Gewalt ist spiritueller Missbrauch kaum rechtlich fassbar; die Strukturen sind subtil und oft mit religiöser Autorität verwoben. Beiträge aus Theologie, Ethik, Seelsorge und Religionswissenschaft beleuchten die Verantwortung religiöser Integrität, hinterfragen Machtverhältnisse und zeigen Wege zu einer achtsamen, schützenden Praxis auf.

Ergänzt wird das Programm durch Einblicke in die Praxis: Organisationen berichten über ihre Arbeit mit Betroffenen, stellen Präventionsmassnahmen vor und schaffen Raum für Austausch und Vernetzung.

Das detaillierte Programm ist dem Tagungsflyer (PDF) zu entnehmen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Kommission Neue Religiöse Bewegungen und dem Kompetenzzentrum für Theologie und Ethik der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz.

Gäste
– Prof. Dr. Judith Könemann, Institut für Religionspädagogik und Pastoraltheologie, Universität Münster
– Georg Otto Schmid, Sektenexperte, Leiter Relinfo
– Susanne Schaaf, Geschäftsleiterin InfoSekta
– Dr. Elis Eichener, Professur für Praktische Theologie, Ruhr Universität Bochum
– Prof. Dr. Reiner Anselm, Lehrstuhl Systematische Theologie und Ethik, Ludwig-Maximilians-Universität München

Leitung/Moderation
– Stefanie Fischer-Lüthi, Fachassistentin Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz
– Franziska Huber, Theologische Mitarbeitende Fachstelle Theologie, Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, und Mitglied der Kommission Neue Religiöse Bewegungen
– Stephan Jütte, Leiter Theologie und Ethik, Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz
– Csongor Kozma, Direktor Paulus Akademie

Kosten inkl. Mittagessen und Pausenverpflegung
CHF 120/80*
* Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie und FKSZ, mit KulturLegi, AHV/IV- oder Studierenden-Ausweis

Anmeldung
Bis 1. September 2025

Mit Herz und Haltung: Palliative Care im Wandel der Zeit


Bild: Adobe Stock

In diesem Jahr jährt sich der 20. Todestag der Pflegefachfrau, Sozialarbeiterin und Ärztin Cicely Saunders. Wir würdigen die Wegbereiterin der modernen Hospizbewegung und Pionierin der Palliative Care und schauen auf das Hier und Jetzt. Wie gestaltet sich Palliative Care heute und welche Erfahrungen mit Palliative Care machen Fachfrauen in Pflege, Sozialarbeit, Seelsorge und Medizin heute?
Ein PalliTalk zum Innehalten, Würdigen und Weiterdenken. Die Veranstaltung ist Teil des Veranstaltungsprogramms der Wanderausstellung über Cicely Saunders „Du bist wichtig, weil du bist“ in der Predigerkirche.

Gäste
– Andrea Baschnagel, Diplomierte Pflegefachfrau HF, Palliaviva
– Renate Grathwohl Shaker, Leitende Ärztin beim Zentrum für Palliative Care am Kantonsspital Winterthur
– Susanne Pauli, Sorgekultur, Sozialarbeit in der ambulanten Palliative Care
– Dorothea Schäppi, Seelsorgerin am Kantonsspital Winterthur

Leitung / Moderation
– Gabriela Meissner, Kommunikationsfrachfrau und Podcasterin „PalliPod“
– Sebastian Muders, Paulus Akademie
– Daniel Burger, Palliativbeauftragter kath. Kirche Kanton Zürich

Unkostenbeitrag (inkl. Umtrunk)
CHF 15 / CHF 10*
* für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie und FKISZ, mit KulturLegi, AHV/IV- oder Studierenden-Ausweis

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der katholischen Spital- und Klinikseelsorge, palliative zh+sh und den Altstadtkirchen Zürich

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 1. September 2025.

Theologisches Schaffen in pluraler Gesellschaft

Bild: Adobe Stock

Im Band werden knapp 60 römisch-katholische und evangelische Theologinnen und Theologen porträtiert, die aus der Schweiz stammen oder über lange Zeit in der Schweiz gewirkt haben. Die Beiträge skizzieren die jeweilige Biografie, würdigen das theologische Oeuvre und stellen die Persönlichkeit in den wissenschaftlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang.

«Theologisches Schaffen in pluraler Gesellschaft», herausgegeben von Adrian Holderegger, Stephan Leimgruber und Silvia Schroer, wird im Theologischen Verlag Zürich voraussichtlich am 1. November 2025 erscheinen.

Die Buchhandlung Strobel wird einen Büchertisch anbieten.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Theologischen Verlag Zürich TVZ.

Gäste
– Silvia Schroer, Emeritierte Professorin für Altes Testament, Universität Bern
– Adrian Holderegger, Emeritierter Professor für Theologische Ethik, Universität Fribourg
– Stephan Leimgruber, Emeritierter Professor für Religionspädagogik, Ludwig-Maximilians-Universität München

Leitung und Moderation
– Adrienne Hochuli, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion
– Lisa Briner, Co-Leiterin Theologischer Verlag Zürich

Eintritt frei, mit Umtrunk
Kollekte zur Deckung der Kosten, empfohlen: 15 CHF

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 16. November 2025.

Ladanyi-Vorlesung: Kurs halten im Wandel


Bild: Bistum Chur / Alamy

Disruption, Wandel und ständige Ungewissheit stellen Organisationen vor existentielle Herausforderungen. Die katholische Kirche hat im Laufe von zwei Jahrtausenden bereits einen vielschichtigen Wandel erlebt. John Henry Newman (1801–1890), englischer Kardinal und Theologe, analysierte die historische Entwicklung der Kirche und entdeckte darin eine Balance inmitten massiver Krisen: Wandel, Wachstum und Innovation auf der einen Seite stehen in permanenter Spannung zu Identität, Prinzipientreue, Loyalität und Kontinuität auf der anderen Seite.
Joseph Bonnemain, Bischof von Chur, zeigt in der zehnten Ladanyi-Vorlesung auf, wie diese Balance zwischen Wandel und Kontinuität heutigen Organisationen und Unternehmen Orientierung geben und sie in ihrer Entwicklung inspirieren kann.

Joseph Bonnemain wurde 2021 zum Bischof von Chur ernannt. Nach abgeschlossenem Medizin- und Theologiestudium empfing er 1978 die Priesterweihe. Dazu promovierte er in Kirchenrecht. Er war Mitglied der Delegation des Heiligen Stuhls in der WHO in Genf sowie Spitalseelsorger in Schlieren. Bis zur Bischofsweihe leitete er das kirchliche Gericht des Bistums.

Über die Ladanyi-Vorlesung
Der Zyklus der Ladanyi-Vorlesungen knüpft an das Lebenswerk des ungarischen Jesuiten Laszlo Ladanyi SJ (1914-1990) an, der mit seiner Zeitschrift «China News Analysis» der Wahrheit von Nachrichten über China auf den Grund gegangen ist. In der Auseinandersetzung mit der Geschichte und Ethik Chinas waren für ihn die Prinzipien der Katholischen Soziallehre von Solidarität, Subsidiarität und Gemeinwohl prägend. Entsprechend eröffnen die Ladanyi-Vorlesungen ein Forum für einen genuinen Dialog mit China und die Umsetzung von ethischen Prinzipien in einem wettbewerbsorientierten und korrupten Markt.
Unter anderem hielten der österreichische Bundespräsident a.D., Heinz Fischer, die ARD-Korrespondentin Ariane Reimers sowie die Kardinäle Peter Turkson und Jean-Claude Hollerich SJ die Ladanyi-Vorlesung.

Leitung und Moderation

– Peter Camenzind, Generalvikar für die Bistumsregion Graubünden und Co-Präsident des Ladanyi-Vereins
– Stephan P. Rothlin SJ, promovierter Wirtschaftsethiker, CEO von Rothlin International Management Consulting und Spiritus Rector des Ladanyi-Vereins
– Dana Sindermann, Leiterin des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialethik, Paulus Akademie

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Ladanyi-Verein

Eintritt frei, mit Apéro riche
Kollekte (Empfehlung CHF 20 bis 30)

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis am 25. Juni 2025.

Wenn es ernst wird


Bild: Adobe Stock

Der medizinische Fortschritt ermöglicht Erstaunliches: So können etwa Krankheiten, die früher als unheilbar galten, heute behandelt oder sogar geheilt werden. Mit den neuen Möglichkeiten wachsen jedoch auch die moralischen Herausforderungen: Nicht alles, was medizinisch möglich ist, ist auch automatisch richtig. Ethische Entscheidungen in Klinik und Pflege betreffen dabei nicht nur das medizinische Fachpersonal, sondern auch Patienten, Angehörige – uns alle.
Die Medizinethiker Ralf Jox und Rouven Porz haben nun ein Buch für die breite Allgemeinheit geschrieben. Bei unserer Buchvernissage geben sie Einblicke in ethische Entscheidungen, die uns alle angehen, und laden das Publikum zum Mitdenken und Mitdiskutieren ein.

Jox, Ralf / Porz, Rouven (2025): Wenn es ernst wird: Lebensentscheidungen von Kinderwunsch bis Sterbehilfe. Wie wir die richtigen Fragen an die Medizin stellen. München: C.H. Beck.

Gäste
– Prof. Dr. Ralf Jox, Leiter der Klinischen Ethik am Universitätsspital CHUV in Lausanne
– Prof. Dr. Rouven Porz, Fachbereich „Medizinethik und ärztliche Weiterbildung“, Inselspital Bern

Moderation
Dr. Sebastian Muders, Leiter Fachbereich Umwelt- und Gesundheitsethik, Paulus Akademie

Unkostenbeitrag (inkl. Umtrunk)
CHF 15 / CHF 10*
* ermässigter Preis für Mitglieder Gönnerverein Paulus Akademie und FKSZ, mit AHV/IV-, KulturLegi- oder Studierenden-Ausweis

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 13.06.2025.

Totalitäre Tendenzen des liberalen Kapitalismus


  1. Bild: iStock

Verfechter der «offenen Gesellschaft» betrachten den liberalen Kapitalismus als das effektivste Bollwerk gegen totalitäre Tendenzen. Dieser liberale Konsens ist seit dem Zweiten Weltkrieg zur Leitdoktrin westlich-kapitalistischer Gesellschaften geworden. Heute sehen wir uns jedoch mit offen autoritären Mitteln konfrontiert, auf die zurückzugreifen sich der krisengeschüttelte Kapitalismus der Gegenwart gezwungen sieht: Fortlaufende Krisen führen zu einer massiven Verschlechterung der Lebensbedingungen weiter Teile der Bevölkerung, die von dieser nicht einfach so hingenommen werden. Gesellschaftliche Verwerfungen tun sich auf. Autoritäres Management folgt.

Illiberale Krisenbewältigungsstrategien scheinen somit der Dynamik des liberalen Kapitalismus selbst zu erwachsen. So schrieb Herbert Marcuse bereits in den 1930er Jahren: «Es ist der Liberalismus selbst, der den total-autoritären Staat aus sich ‹erzeugt›: als seine eigene Vollendung auf einer fortgeschrittenen Stufe der Entwicklung.»

Das Seminar widmet sich zunächst der Krisendynamik des Kapitalismus und somit der Aktualität dieser Aussage Marcuses. Von hier ausgehend wird eine zentrale Frage sein, welche Formen der für die Krisenbewältigung notwendige Autoritarismus in der Gegenwart annimmt.

Das Seminar gliedert sich in drei thematische Schwerpunkte.

1. Heimliche Liaison: Liberalismus und Totalitarismus
Zu Beginn betrachten wir die widersprüchliche Verstrickung des Liberalismus in illiberale, oftmals offen antidemokratische Strömungen (F. A. Hayek) und deren libertäre Ausformung in der Gegenwart (Q. Slobodian).

2. Finanzkapitalismus: Gründe und Formen der Krise
Anhand der Schriften von Robert Kurz und Fabio Vighi (Unworkable, 2022) vertiefen wir uns in die Natur der gegenwärtigen Krisen, die allgemein unter dem Stichwort «Finanzkapitalismus» verhandelt werden und versuchen zu verstehen, warum diese Krisen nicht mehr im Rahmen liberaler Demokratien zu bewältigen sind.

3. Der globale Biosecurity-Staat als neue totalitäre Form
Anhand von Simon Elmer und Maurizio Lazzarato untersuchen wir die sich weltweit abzeichnenden neuen Formen des «Regierens», die uns an die «Neue Normalität» eines permanenten Ausnahmezustandes gewöhnen sollen.

Das Feministische Leseseminar knüpft an eine langjährige Tradition von gesellschaftstheoretisch-marxistischen Seminaren für Frauen an und richtet sich daher nur an Frauen. Auch wer bisher noch wenig oder keine Erfahrung im Umgang mit theoretischen Texten hat, aber an den genannten Themen interessiert ist, ist willkommen. Das Seminar versteht sich als Leseseminar, alle Texte liegen auf Deutsch vor und werden als Reader bereitgestellt.

Seminardaten
Do 09./23.01.2025
Do 06./27.02.2025
Do 13./27.03.2025
Do 10./24.04.2025
Do 15.05.2025
Do 05.06.2025
Jeweils 19.00 bis 21.30 Uhr

Da die Sitzungen aufeinander aufbauen, kann das Seminar nur als Ganzes belegt werden.

Leitung
Dr. phil. Tove Soiland, Historikerin und feministische Theoretikerin

Verantwortung
Dana Sindermann, Leiterin Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik, Paulus Akademie

Totalitäre Tendenzen des liberalen Kapitalismus


Bild: iStock

Verfechter der «offenen Gesellschaft» betrachten den liberalen Kapitalismus als das effektivste Bollwerk gegen totalitäre Tendenzen. Dieser liberale Konsens ist seit dem Zweiten Weltkrieg zur Leitdoktrin westlich-kapitalistischer Gesellschaften geworden. Heute sehen wir uns jedoch mit offen autoritären Mitteln konfrontiert, auf die zurückzugreifen sich der krisengeschüttelte Kapitalismus der Gegenwart gezwungen sieht: Fortlaufende Krisen führen zu einer massiven Verschlechterung der Lebensbedingungen weiter Teile der Bevölkerung, die von dieser nicht einfach so hingenommen werden. Gesellschaftliche Verwerfungen tun sich auf. Autoritäres Management folgt.

Illiberale Krisenbewältigungsstrategien scheinen somit der Dynamik des liberalen Kapitalismus selbst zu erwachsen. So schrieb Herbert Marcuse bereits in den 1930er Jahren: «Es ist der Liberalismus selbst, der den total-autoritären Staat aus sich ‹erzeugt›: als seine eigene Vollendung auf einer fortgeschrittenen Stufe der Entwicklung.»

Das Seminar widmet sich zunächst der Krisendynamik des Kapitalismus und somit der Aktualität dieser Aussage Marcuses. Von hier ausgehend wird eine zentrale Frage sein, welche Formen der für die Krisenbewältigung notwendige Autoritarismus in der Gegenwart annimmt.

Das Seminar gliedert sich in drei thematische Schwerpunkte.

1. Heimliche Liaison: Liberalismus und Totalitarismus
Zu Beginn betrachten wir die widersprüchliche Verstrickung des Liberalismus in illiberale, oftmals offen antidemokratische Strömungen (F. A. Hayek) und deren libertäre Ausformung in der Gegenwart (Q. Slobodian).

2. Finanzkapitalismus: Gründe und Formen der Krise
Anhand der Schriften von Robert Kurz und Fabio Vighi (Unworkable, 2022) vertiefen wir uns in die Natur der gegenwärtigen Krisen, die allgemein unter dem Stichwort «Finanzkapitalismus» verhandelt werden und versuchen zu verstehen, warum diese Krisen nicht mehr im Rahmen liberaler Demokratien zu bewältigen sind.

3. Der globale Biosecurity-Staat als neue totalitäre Form
Anhand von Simon Elmer und Maurizio Lazzarato untersuchen wir die sich weltweit abzeichnenden neuen Formen des «Regierens», die uns an die «Neue Normalität» eines permanenten Ausnahmezustandes gewöhnen sollen.

Das Feministische Leseseminar knüpft an eine langjährige Tradition von gesellschaftstheoretisch-marxistischen Seminaren für Frauen an und richtet sich daher nur an Frauen. Auch wer bisher noch wenig oder keine Erfahrung im Umgang mit theoretischen Texten hat, aber an den genannten Themen interessiert ist, ist willkommen. Das Seminar versteht sich als Leseseminar, alle Texte liegen auf Deutsch vor und werden als Reader bereitgestellt.

Seminardaten
Do 09./23.01.2025
Do 06./27.02.2025
Do 13./27.03.2025
Do 10./24.04.2025
Do 15.05.2025
Do 05.06.2025
Jeweils 19.00 bis 21.30 Uhr

Da die Sitzungen aufeinander aufbauen, kann das Seminar nur als Ganzes belegt werden.

Leitung
Dr. phil. Tove Soiland, Historikerin und feministische Theoretikerin

Verantwortung
Dana Sindermann, Leiterin Fachbereich Wirtschafts- und Sozialethik, Paulus Akademie