3. Gutenberger Ethik-Forum: Medien und Ethik

3. Gutenberger Ethik-Forum: Medien und Ethik
Die Digitalisierung verändert auch die Welt der Medien rasant. Neben den traditionellen Medien – Zeitung, Radio und Fernsehen – prägen die sog. «neuen», also die elektronischen Medien, unser Leben immer stärker. Das bedeutet sowohl für die Medienschaffenden als auch für die Medienkonsumenten eine grosse Herausforderung. Völlig neue Möglichkeiten, Inhalte zu verbreiten, Informationen abzurufen oder Kommentare öffentlich abzugeben, stehen zur Verfügung. Einerseits werden Ereignisse auf schnellstmöglichem Wege veröffentlicht, andererseits stellt sich für den einzelnen Konsumenten angesichts der Überfülle an Nachrichten die Frage, wie mit dieser Vielfalt von Inhalten adäquat umgegangen werden kann. Leben wir, was die Medien betrifft, nicht in einer ständigen Überforderung? Was kann als gesicherte Information gelten? Wie kann man eine Nachricht auf ihren Realitätsgehalt hin überprüfen? Wie erreicht man «Medienkompetenz»? Trägt die Überflutung mit «News» zur Gereiztheit, zur kollektiven Erregung oder gar zur Abstumpfung bei? Wie geht man mit dieser neuen Realität in verantwortungsbewusster Weise um?

Prof. Pörksen schreibt dazu: «Blitzschnell sind unter den aktuellen Medienbedingungen Transparenz und Aufklärung möglich – und in rasender Geschwindigkeit verbreiten sich Gerüchte und Falschmeldungen, bilden sich Protest- und Wutgemeinschaften, die mit Schicksalen auf einer weltweit sichtbaren Bühne spielen». Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, analysiert anschaulich die Erregungsmuster des digitalen Zeitalters und das grosse Geschäft mit der Desinformation. Er führt vor, wie sich unsere Idee von Wahrheit, die Dynamik von Enthüllungen und die ethisch-moralischen Herausforderungen in den klassischen Medien und auf Seiten des Medienpublikums verändern. Heute ist jeder zum Sender geworden, der Einfluss des etablierten Journalismus schwindet. In dieser Situation gehört der kluge Umgang mit Informationen zur Allgemeinbildung und sollte in der Schule gelehrt werden, so Pörksens These. Medienmündigkeit ist zur Existenzfrage der Demokratie geworden.

Nach dem Referat diskutieren mit Prof. Pörksen Vertreter der liechtensteinischen Medien:

– Daniel Bargetze, Geschäftsführer Vaduzer Medienhaus
– Tanja Cissé, Moderationsleitung Radio L
– Lucas Ebner, Chefredaktor Liechtensteiner Volksblatt
– Anschliessend ist das Publikum zur Diskussion eingeladen.

Beginn 14.09.2018, 18:00
Ende 14.09.2018, 20:30
Bemerkungen

Burgweg 8

Ort Haus Gutenberg, Balzers
Ortslink
Kontakt-E-Mail silvia.pederiva@haus-gutenberg.li
Veranstaltungs-Link http://www.haus-gutenberg.li/Veranstaltungen/Details/EventId/5056/3-Gutenberger-Ethik-Forum-Medien-und-Ethik#251634
Zielpublikum
Referent/innen, Mitwirkende Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler - Daniel Bargetze, Geschäftsführer Vaduzer Medienhaus - Tanja Cissé, Moderationsleitung Radio L - Lucas Ebner, Chefredaktor Liechtensteiner Volksblatt
Leitung
Kosten CHF 20.-
Anmeldeschluss
Anmeldungs-Link http://www.haus-gutenberg.li/Veranstaltungen/Details/EventId/5056/3-Gutenberger-Ethik-Forum-Medien-und-Ethik
Anmeldungs-E-Mail